Editorial der aktuellen Ausgabe
MVF-Fachkongress mit Kongress Special 2-2011
Parallel zu dieser Ausgabe erscheint das zweite Kongress-Special „10 Jahre DMP“ zum Fachkongress von „Monitor Versorgungsforschung“ vom 19. September 2011. In zwei Specials, die Abonnenten und Kongressteilnehmern zugeschickt wurden, haben wir in Kooperation mit dem Bundesversicherungsamt (BVA) die Daten und Fakten, Evaluationen und Beurteilungen von 11.000 laufenden DM-Programmen mit rund 6 Millionen teilnehmenden Versicherten vorgestellt sowie diskutiert unter den Blickwinkeln „Wie gut sind die deutschen Disease Management Programme wirklich?“ und „In welche Richtung sollen sie weiterentwickelt werden?“. Das Kongress-Special 1-2011 ist im Oktober erschienen und kann ebenso wie das eben erscheinende „Special 2“ beim Verlag bezogen werden.
Im Kongress Special 2-2011 finden Sie die Originalbeiträge von Spitzer über Schnittstellenproblematiken strukturierter Versorgungskonzepte, von Rebscher und Fey über die Erfahrungen der DAK mit DMP, von Graf über die Erfahrungen der BarmerGEK und von Häussler über mögliche Nebenwirkungen von DMP am Beispiel von Typ-2-Diabetikern.
Am 19. März 2012 planen wir übrigens den zweiten MVF-Fachkongress, wieder in Zusammenarbeit mit dem BVA, zu Fortentwicklungen von DMP in Richtung stärkerer Berücksichtigung regionaler Versorgungsstrukturen und neueren Versorgungsmanagementansätzen.
Beispielhafte Versorgungsansätze wurden beim Bayerischen Gesundheitspreis und dem Innovationspreis der KKH-Allianz und werden beim MSD Gesundheitspreis ausgezeichnet.
Von der besonderen Aktualität und zunehmenden Relevanz der Versorgungsforschung zeugt der gesamte, diesmal besonders umfangreiche redaktionelle Teil von „Monitor Versorgungsforschung“, der sich aus gegebenen Anlass auf vielen Seiten mit dem 10. Deutschen Kongress Versorgungsforschung beschäftigt.
Titelinterview mit den Tagungspräsidenten des 10. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung
Prof. Dr. Holger Pfaff, 1. Vorsitzender des Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung e.V. und Prof. Dr. Sebastian Harder, 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie e.V., waren die Tagungspräsidenten des 10. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung vom 20. bis 22. Oktober in Köln. Aus diesem Grund haben wir mit ihnen über die Abgrenzung zwischen Versorgungsstudien (Schwerpunkt Anwendungsbeobachtung) und vergleichenden Versorgungsforschungsstudien gesprochen. Beide sind sich darin einig, dass auch Studien, wie sie sich aus dem AMNOG ergeben, den Qualitätsstandards der Versorgungsforschung genügen müssen. Ziel ist Evidenz für politische Entscheidungen. Probleme sind wie immer Finanzierung und Organisationsmacht.
Ein Höhepunkt des Kongresses war die Podiumsdiskussion „Versorgungsforschung: Agenda 2020“, die Glaeske moderierte.
Wissenschaftliche Beiträge
Stadler und Waller beschreibt Accountable Care Organizations als Neuerung im US-Gesundheitssystem im Rahmen der Gesundheitsreform von Präsident Obama. Sind solche Organisationsformen auch für Deutschland geeignet?
Elger und Fröhlich untersuchen Einfluss und Auswirkungen von Rabattverträgen mit der generischen Substitution von Arzneimitteln auf die Behandlung von Epilepsie. In den Behandlungsjahren 2006-2009 fanden sie deutliche Auswirkungen der Rabattverträge auf die Produktwechselraten von Patienten unter VPA-Therapie und auf die Häufigkeit von Switchbacks.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Neues Jahr.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Professor Dr. Reinhold Roski
(Herausgeber Monitor Versorgungsforschung)

