Sie sind hier: Startseite Abstracts Kurzfassungen 2010 Kurzfassungen Ausgabe 02/2010 DRG-induzierte Veränderungen und ihre Auswirkungen

DRG-induzierte Veränderungen und ihre Auswirkungen

Dr. phil. Brigitte Sens, Paul Wenzlaff, Dr. med. Gerd Pommer, Prof. Dr. med. Horst von der Hardt

Abstract
Ziel der Studie war die Analyse DRG-attributabler Auswirkungen auf das Versorgungsgeschehen in und um das Krankenhaus. Auf der Basis von 30 repräsentativ ausgewählten Krankenhäusern in Niedersachsen und mit einer differenzierten Methodik konnte gezeigt werden:
1. Die Qualität der unmittelbaren Patientenversorgung im Krankenhaus hat sich aufgrund der DRG-Einführung im Großen und Ganzen nicht verändert.
2. Für eine gezielte Selektion lukrativer Behandlungsfälle gibt es keine Belege.
3. Das Phänomen einer „blutigen Entlassung“ kann nicht belegt werden.
4. Eine Zunahme ungeplanter Wiederaufnahmen („Drehtüreffekt“) im Zuge der DRG-Einführung ist nicht nachweisbar.
5. Die Krankenhäuser haben die essenziellen Voraussetzungen für die operative Umsetzung des DRG-Systems geschaffen; eine zukunftsfähige strategische Ausrichtung sowie eine durchgängige Prozessgestaltung ist nur zum Teil umgesetzt worden.
6. Die Arbeitsbedingungen haben sich im Zuge der DRG-Einführung verändert, wobei der Dokumentations- und Kodieraufwand überschätzt wird.

7. Die mittleren und großen Krankenhäuser sind auch unter DRG-Bedingungen überwiegend ökonomisch erfolgreich, weil sie die Möglichkeiten zur strategischen Neuausrichtung nutzen können, während dies für die kleineren Krankenhäuser deutlich schwieriger ist.

DRG-induced effects on healthcare
The objective of the study was the analysis of the effects attributable to diagnosis related groups (DRG) on the maintenance and performance of care in hospitals. Based on a representative sample of 30 hospitals in Lower Saxony and a differentiated methodological approach, the following could be shown:
1. The immediate quality of care in hospitals has not changed in general due to the DRG-system.
2. There is no evidence for a selection of profitable patient cases.
3. The phenomenon of a so-called “bloody” discharge cannot be proved.
4. An increase of unexpected re-admission after discharge due to the DRGsystem is not provable.
5. Hospitals have prepared for the operative implementation of the DRGsystem, but only a few have a forward-looking strategic orientation and complete reorganization of the essential care processes in focus.
6. Working conditions for professionals have changed parallel to the DRGsystem, but the expenditure for DRG-coding and documentation is generally over-estimated.
7. Medium-sized and large hospital organizations are economically successful even under DRG-conditions, because they can make use of strategic orientation, while economic success is harder to achieve for small hospitals.

Keywords

Diagnosis related groups (DRG), Versorgungsforschung, Qualität, Krankenhaus, Diagnosis related groups (DRG), Quality of care, Hospitals

Autoren

Dr. phil. Brigitte Sens, Paul Wenzlaff, Dr. med. Gerd Pommer, Prof. Dr. med. Horst von der Hardt

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