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Das Wolfsburger Pilotprojekt zur risikoadaptierten Prävention des Zervixkarzinoms

Am 1. Februar 2006 startete in Wolfsburg ein Pilotprojekt, das ein neues Konzept zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs auf seine Alltagstauglichkeit untersuchen sollte. Für eine Bewertung des Projekts ist ein Verständnis der Besonderheiten des Gebärmutterhalskarzinoms unumgänglich, insbesondere der in den letzten drei Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zur Rolle humaner Papillomviren (HPV) bei der Entstehung dieses Tumors.

Abstract
Nach vier Jahren hatten sich 18.393 Frauen in das Projekt eingeschrieben. Die beobachtete Akzeptanz (>99%), Teilnahmerate (ca. 90%) und Einhaltung der vorgegebenen Patientenpfade (79-91%) waren sehr hoch. Das Pilotprojekt reduzierte die Zahl von unnötigen Vorsorgeabstrichen bei Gesunden und schützte diese vor Fehlbehandlungen, gleichzeitig wurde die Detektion von Erkrankten verbessert, die Hälfte aller 142 Karzinome und direkten Vorstufen (CIN3) wurde nur aufgrund des positiven HPV-Tests detektiert. Die Überweisungsrate zur Kolposkopie war mit 2,9% niedrig. Eine Umsetzung des Pilotprojekts auf eine nationale Ebene ist mittelfristig wegen fehlender infrastruktureller Voraussetzungen aber nicht möglich.

The Wolfsburg Pilot Project: Primary screening with HPV testing and Pap smear to prevent cervical cancer
Within 4 years 18,393 women at age 30 or older were recruited into the pilot project. The observed acceptance (>99%), participation rate (>90%) and compliance with defined patient pathways (79-91%) was high. A total of 142 cases were diagnosed with CIN3 or cervical cancer. 50% of cases were diagnosed in women with normal screening cytology only because of positive HPV results. The transferral rate to colposcopy was 2.9%. The pilot project reduced the rate of unnecessary screening tests and over-diagnosis in healthy individuals and improved the detection of CIN3+ cases. However a transformation of the pilot project into a national program will not be possible within the near future because of lack of a sufficient nationwide infrastructure.

Keywords
Primäres HPV Screening, Prävention, Zervixkarzinom, Machbarkeitsuntersuchung, Deutsche BKK, Primary HPV Screening, prevention, cervical cancer, feasibility project

Prof. Dr. K. Ulrich Petry

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