Ranibizumab oder Bevacizumab? Wie viel Evidenz benötigt die Augenheilkunde?
Seit Januar 2011 ist Ranibizumab für die Behandlung des Visusverlusts als Folge eines diabetischen Makulaödems zugelassen. Aflibercept (VEGF Trap-Eye, Eylea®) benötigte im direkten Vergleich zu Ranibizumab rund 42% weniger Injektionen pro Patient und Jahr, um eine Nicht-Unterlegenheit in der Behandlung der neovaskulären AMD zu demonstrieren. Die Zulassung von Aflibercept für die neovaskuläre AMD wird für das Jahr 2012 erwartet. Durch die Indikationserweiterungen und Neuzulassungen sowie dem Umstand, dass es sich bei der intravitrealen VEGF-Inhibition um eine palliative Behandlung chronisch Kranker handelt, wird eine zunehmend wachsende Anzahl an ophthalmologischen Patienten mit VEGF-Inhibitoren behandelbar sein, woraus ein Ausgabenanstieg für die gesetzliche und private Krankenversicherung in Deutschland resultiert.
Mit dem Ziel, den ophthalmologischen Anti-VEGF-Markt korrekt abzubilden und Aussagen über zukünftige Marktentwicklungen zu ermöglichen, wurde eine bundesweite Versorgungsanalyse durchgeführt, die eine Vielzahl von operativen Augenärzten in Klinik und Niederlassung involvierte.