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DDG fordert die künftige Bundesregierung zur Bekämpfung der Volkskrankheit Diabetes auf

20.09.2017 16:54
Mit einem aktuellen Positionspapier nimmt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die künftige Bundesregierung in die Pflicht, in Deutschland die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der rund 6,7 Millionen Diabetespatienten sicherzustellen. „Die politisch Verantwortlichen dürfen die Augen nicht davor verschließen, dass die Bekämpfung der Volkskrankheit Diabetes angesichts der alternden Bevölkerung eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen ist“, sagt Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG. Unter dem Titel „Politik und Diabetes: jetzt handeln!“ fordert die DDG die Umsetzung des Nationalen Diabetesplans.

Dazu gehören Maßnahmen zur Verhältnisprävention wie beispielsweise die Einführung einer Zucker-Fett-Steuer sowie Rahmenbedingungen zur Sicherung der Versorgung und Forschung. Vorangetrieben werden müsse auch die Digitalisierung, die große Chancen für die fachliche Vernetzung und flächendeckende Versorgung bietet.

Diabetes ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Hauptrisikofaktoren sind Übergewicht, ungesunde Ernährung und mangelnde körperliche Aktivität. Durch die fortschreitende Zunahme von Übergewicht, Adipositas und Bewegungsmangel sowie den demografischen Wandel ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Zunehmend betroffen sind auch Kinder und Jugendliche. Aus Sicht der DDG seien bisherige Appelle an die Vernunft des Einzelnen gescheitert – jetzt sei der Gesetzgeber gefragt.

„Die Politik muss es den Menschen erleichtern, einen gesundheitsbewussten Lebensstil zu pflegen“, erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG und Past-Präsident. Ein Paradigmenwechsel der Präventionspolitik hin zu einer Verhältnisprävention sei längst überfällig. Mit Hilfe eines Nationalen Diabetesplans können die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, so die DDG. Als eine wesentliche Maßnahme fordert die Fachgesellschaft gemeinsam mit diabetes.DE – Deutsche Diabetes-Hilfe und der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) die Mehrwertsteuerbefreiung für gesunde Lebensmittel mit einem niedrigen Gehalt an Zucker, Fetten und Salzen.

Die DDG beklagt zudem, dass im Zuge der Ökonomisierung und des wirtschaftlichen Kostendrucks die „Sprechende Medizin“ zunehmend ins Hintertreffen gerät. Die Folge: Klinische Lehrstühle für Diabetologie und selbstständige diabetologische Fachabteilungen fallen immer häufiger dem Rotstift zum Opfer. Diese Entwicklung gefährde die Aus- und Weiterbildung, den medizinischen Nachwuchs und damit auch die Versorgung und Forschung, kritisiert die Fachgesellschaft.

Desweiteren müsse auch die digitale Transformation vorangetrieben werden. „Diabetes ist eine Datenmanagement-Erkrankung, die Digitalisierung bietet große Chancen für die Medizin“, sagt Müller-Wieland. Voraussetzung dafür seien der flächendeckende Netzausbau und die zügige Umsetzung des E-Health-Gesetzes, mit dem die Bundesregierung die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen installieren will.

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