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Deutscher Ärztetag in Freiburg: Arztnetze mit großem Potenzial

07.06.2017 19:08
Mit zahlreichen Beschlüssen hat der 120. Deutsche Ärztetag die Weichen für die weitere Entwicklung der Gesundheitsversorgung in Deutschland gestellt. „Von Bedeutung ist der geforderte grundlegende gesundheitspolitische Strategiewechsel hin zu einer stärkeren Patientenorientierung. Dieser ist aus Sicht der Agentur deutscher Arztnetze nur zu begrüßen und es bleibt zu hoffen, dass nun auch Maßnahmen folgen, die diesem Ansinnen Rechnung tragen“, kommentiert Dr. Veit Wambach, Vorstandsvorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze e.V. (ADA).

In dem Entschließungsantrag fordert der Ärztetag, anstatt primär auf die Dezimierung von Kosten auf eine Optimierung der Patientenversorgung hinzuarbeiten. Voraussetzung dafür sei, den Bedarf an medizinischer Versorgung regional aufgeschlüsselt zu untersuchen und regionale Versorgungsziele zu definieren. Zudem sei eine strukturierte Zusammenarbeit aller Akteure notwendig. Wambach: „Der Antrag verdeutlicht, dass es einen Konsens bezüglich der Notwendigkeit eines Kurswechsels gibt. Arztnetze können hier eine zentrale Rolle spielen, denn die Ermittlung regionaler Bedarfe und die Definition regionaler Versorgungsziele sind bereits seit vielen Jahren ihr Metier. Zudem arbeiten in vielen Arztnetzen bereits zahlreiche Akteure unterschiedlicher Professionen zusammen, um die regionale Versorgung der Menschen zu verbessern.“

Um die Netze in ihrem Tun, regionale Versorgung mitgestalten zu können zu stärken, bedarf es nach Ansicht der Agentur deutscher Arztnetze der Möglichkeit, dass Arztnetze – neben Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren und Kommunen – Arztsitze aufkaufen können. Dafür sollten nach §87b Sozialgesetzbuch (SGB V) anerkannte Praxisnetze einen Leistungserbringerstatus erhalten. Zudem müsse der gesetzliche Auftrag der im SGB V initiierten Förderung von Netzen durch die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen gesetzlich präzisiert werden. Und: anerkannte Praxisnetze sollten die Möglichkeit erhalten, regionale Versorgungsaufträge zu übernehmen, um bestehende Defizite und Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auszugleichen.

Als weiteren wichtigen Punkt sieht die Agentur deutscher Arztnetze den Beschluss, sektorenübergreifende Notfallversorgungsstrukturen auszubauen. „Angesichts der aktuellen Situation in vielen Notaufnahmen sind hier kluge Lösungen gefragt. In vielen Arztnetzen ist eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit bereits Realität. Hier sehen wir Potenzial zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen in der Notfallversorgung. Ohne eine zureichende finanzielle Ausstattung wird dieses Ansinnen jedoch nicht umzusetzen sein“, so Wambach.

Positiv bewertet die Agentur deutscher Arztnetze die Forderung nach wirksamen Maßnahmen gegen Arzneimittel-Lieferengpässe. „Ärzte in unseren Mitgliedsnetzen berichten über Engpässe insbesondere bei Impfstoffen aber auch z.B. bei Antibiotika und Zytostatika. Das hat dazu geführt, dass Impfungen und wichtige Therapien verschoben werden mussten. Um hier schnell Abhilfe zu schaffen, sind politische Lösungen dringend nötig“, erklärte Wambach abschließend.

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