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"GKV-Spitzenverband ignoriert die Realität"

BPI fordert nüchternen Blick auf die Tatsachen

Der GKV-Spitzenverband hat mit seiner Kritik an den angeblich ungebremsten Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen gezeigt, dass liebgewordene Dogmen mit der Zeit an Gültigkeit verlieren. Die Wirklichkeit sieht völlig anders aus, als der Kassenverband es darstellt. So ist ein Großteil des Arzneimittelmarktes in ein festes Korsett aus Sparmaßnahmen eingezwängt. Rabattverträge, Festbeträge, Herstellerabschläge, Rahmenvereinbarungen – das sind Ausgabenbremsen.

„Wenn der Spitzenverband behauptet, diese Mittel gäbe es nicht, dann frage ich mich, wer beispielsweise die Festbeträge berechnet. Der Spitzenverband hat selbst in diesem Jahr mitgeteilt, dass seit Einführung der Festbeträge 36 Milliarden Euro eingespart wurden. Und auch für patentgeschützte Arzneimittel können die Krankenkassen verhandeln. Wir müssen doch alle endlich einmal die ideologische Brille ablegen und erkennen, dass wir ein Einnahmeproblem haben“ so Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.

Anders als von den Krankenkassen suggeriert, sind die Ausgaben im Gesundheitswesen gemessen am Bruttoinlandsprodukt seit Jahren nahezu konstant. Die Probleme liegen zum einen bei den Einnahmen, da die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zurückgeht, zum anderen werden die Krankenkassen durch die Verschiebebahnhöfe stark finanziell belastet. „Es wäre ein Akt der sachlichen Versicherteninformation, wenn die Krankenkassen ihren Mitgliedern dies einmal klar sagten. Wir als pharmazeutische Industrie leisten unseren Beitrag zur Stabilisierung des Gesundheitswesens. Allein 2009 haben die Unternehmen Abschläge von einer Milliarde Euro gezahlt.

Im Arzneimittelbereich liegen wir nach jüngsten Daten der ABDA bei Arzneimitteln ohne Impfstoffe im Gesamtjahr um 1,1 Prozent unter der Steigerungsrate, die GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung vorgegeben haben – und das obwohl diese für dieses Jahr noch um ein Prozent nach unten korrigiert wurde. Dementsprechend haben die Krankenkassen einen Überschuss von 1,3 Milliarden Euro erzielt, wie das BMG heute mitteilte. Auch das könnte der GKV-Spitzenverband öffentlich kundtun, anstatt Nebelkerzen zu werfen“ so Fahrenkamp.

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