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NAV-Virchow-Bund stellt GKV-Spitzenverband infrage

Kaum mehr Konstruktives von der Kassenspitze

"Das deutsche Gesundheitssystem ist in den letzten Jahren spürbar in Bewegung geraten - und das durchaus in eine positive Richtung. Während Regierung und KBV ihren Teil dazu beigetragen haben, ist beim GKV-Spitzenverband offensichtlich die Zeit stehen geblieben", bemerkt der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, anlässlich der jüngsten Äußerungen des Dachverbandes der Krankenkassen. Der ließ durch seinen Sprecher ausrichten, die zukünftigen Versorgungsprobleme ließen sich nicht durch mehr Geld, sondern nur durch mehr Leistung der Ärzte beheben.

Anlässlich solch plumper Attacken, so Dr. Heinrich, stelle sich die Frage, ob der GKV-Spitzenverband überhaupt noch in der Lage sei, konstruktiv an der Verbesserung der Patientenversorgung in Deutschland mitzuwirken. "Wenn überall nach vorn gedacht und Kooperation statt Konfrontation großgeschrieben wird, dann erinnern solche Ausfälle schmerzhaft an die Grabenkämpfe der 80er Jahre", sagt der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands. Während andere längst neue Versorgungsansätze praktisch erprobten, "pflegt die Kassenspitze ihr antiquiertes Feindbild von der Ärzteschaft und steuert insgesamt kaum noch Konstruktives bei. Bestes Beispiel ist, dass der GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss seinen Aufgaben nicht mehr nachkommt", kritisiert Heinrich.

Die zukünftigen Probleme bei der Patientenversorgung müssten heute ehrlich analysiert und mit geeigneten Mitteln angegangen werden, fordert Dr. Heinrich weiter. Dabei rücke vor allem die Stärkung regionaler und vernetzter Strukturen immer mehr in den Vordergrund - Konzepte, die mittlerweile auch von der KBV-Führung und einzelnen Krankenkassen unterstützt würden. Aufgeblähte und auf Zentralismus ausgelegte Institutionen, wie der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, wirkten angesichts solch innovativer Versorgungsmodelle eher anachronistisch. "Wer jetzt das alte Freund-Feind-Denken nicht hinter sich lässt und die eigenen Strukturen modernisiert", warnt Dr. Heinrich, "wird bald als Dinosaurier im Gesundheitswesen enden."

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