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Projekt „Pädiatrische Portalpraxisklinik" Wolgast gestartet

06.06.2017 15:14
Am 17.November 2016 gingen Wolgaster Bürger auf die Straße, um gegen die Schließung der Abteilungen Pädiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe des örtlichen Kreiskrankenhauses zu demonstrieren - schnell machte der Begriff „Wutbürger“ die Runde. Und fast ebenso schnell reagierte der Mecklenburgische Gesundheitsmister Harry Glawe, um in Wolgast, zufällig im Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel gelegen, indem er das Projekt „Pädiatrische Portalpraxisklinik Wolgast“ startete. Zudem wurde die Universtätsmedizin Greifswald damit beauftragt, nach einer Bedarfsermittlung ein Konzept zu entwickeln, wie die pädriatische Versorgung in ländlichen Regionen aufrecht erhalten werden kann.

„Wir starten heute das neuartige und innovative Projekt“, sagte Glawe am 1. Juni 2017 bei einem Pressetermin mit Vertretern des Kreiskrankenhauses Wolgast sowie dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald, bei dem er das Projekt Portalpraxisklinik vorstellte, das „die Vorteile einer stationären Anbindung mit denen einer ambulanten Versorgung“ unter anderem mit Hife der Telemedizin zeigen soll. „Ziel ist es, eine Versorgung vorzuhalten, die sich durch flexible Regelungen auch an unterschiedliche Bedarfe anpassen kann“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe bei der Pärsentation der Portalpraxisklinik, die die Begriffe Portalpraxis und der Praxisklinik miteinander verbindet. „Eine Portalpraxisklinik ist jedoch in der Regelversorgung noch nicht vorhanden“, erklärt dazu Glawe. Denn neben der ärztlichen und pflegerischen Behandlung und Betreuung in der Portalpraxisklinik gebe es weitere Elemente, die entwickelt und erprobt werden sollen: „Dazu gehört die gezielte Qualifizierung von Kinderkrankenschwestern in der Notfallbehandlung und -einschätzung sowie die telemedizinische Unterstützung des Behandlungsprozesses.“ Zudem solle die Arbeit aller Beteiligten eng miteinander verknüpft werden, wodurch eine intersektorale Notfallversorgung erst ermöglicht wird. So können z.B. chirurgische Notfallverletzungen regulär am Krankenhaus behandelt werden; Erkrankungen, die ein ärztliches Eingreifen und eine kurze Beobachtungszeit brauchen, in der Portalpraxisklinik behandelt und anschließend betreut werden; schwere Erkrankungen werden an die Kinderstation eines Krankenhauses verwiesen und es besteht auch die Möglichkeit, dass Patienten durch niedergelassene Praxen weiterbehandelt werden.

In den kommenden Monaten und Jahren wird sich nun zeigen müssen, ob und wie das Modell von der Bevölkerung und den Touristen in der Region angenommen wird. „Wir wollen am Ende eine Bestandsaufnahme machen, ob sich dieses Versorgungsangebot bewährt hat“, so Gesundheitsminister Glawe, der das Projekt auf drei Jahre mit rund 1,66 Millionen Euro finanziert. Mit diesem Budget soll unter anderem die Beteiligung an der Finanzierung der Personalkosten für die fachärztliche und pflegerische Betreuung, von anfallenden Sachausgaben sowie der Förderung der baulichen Herrichtung und Ausstattung der Räumlichkeiten vorgenommen werden.

Gesundheitsminister Glawe dankte allen Beteiligten, die bei der Projektentwicklung mit Rat und Tat unterstützt haben. „Das Projekt und die Tatsache, dass wir heute damit beginnen können, ist das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit des Krankenhauses Wolgast, der Universitätsmedizin Greifswald, der gesetzlichen Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung, der beteiligten Ärzte und Pfleger sowie meines Hauses. Die Bürgerinitiative hat sich konstruktiv in den Prozess eingebracht. Jeder der Beteiligten hat sich dafür stark gemacht, wofür ich allen sehr herzlich danke. Wir müssen alle den konstruktiven Dialog miteinander fortsetzen, so kommen wir zu Lösungen“, so Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

 

Foto: Universitätsmedizin Greifswald

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