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Auf dem ersten Fachkongress "10 Jahre Disease Management Programme", den „Monitor Versorgungsforschung“ zusammen mit dem Bundesversicherungsamt (BVA) am 19. September 2011 in Berlin durchgeführt hat, wurden die aktuellen Daten und Fakten, Evaluationen und Ergebnisbeurteilungen von 11.000 laufenden Programmen mit rund 6 Millionen teilnehmenden Versicherten vorgestellt sowie diskutiert unter den Blickwinkeln „Wie gut sind die deutschen Disease-Management-Programme wirklich?“ und „In welche Richtung sollen sie weiterentwickelt werden?“
Zwei Kongress-Specials von „Monitor Versorgungsforschung“ dokumentieren den Kongress und die Podiumsdiskussionen. Zudem präsentieren die Vortragenden ihre Original-Beiträge zu den Vorträgen. Die erste „Special“-Ausgabe erschien gemeinsam mit MVF 05/2011, die zweite folgt im Dezember 2011 - gemeinsam mit MVF 06/2011.

- Gaßner und Köhn starten mit einem Überblick über die Einführung und Ausgestaltung der DMP und setzen sich mit drei Aspekten auseinander: Bürokratisierung, Evaluierung und Grenzen der Datenerhebung sowie der DMP für Brustkrebs.
- Gawlik, Moldenhauer und König erläutern die Evaluationsmethoden des Bundesversicherungsamtes, die eher mit epidemiologischen als mit klinischen Studien vergleichbar sind. Kausalzusammenhänge sind mit den im Rahmen der DMP-Dokumentation erhobenen Daten nicht nachzuweisen.
- Wegscheider erläutert eine hochinteressante weiterführende Methodik für faire Vergleiche von DMP mit Bayes-Schätzern in einem gemischten linearen Modell.
- Glaeske bezweifelt, dass die Effizienz von DMP tatsächlich nachgewiesen ist, plädiert aber trotz des bestehenden Erkenntnisdefizits für eine Fortentwicklung der DMP in Richtung Multimorbidität und Multiprofessionalität.
- Van Lente und Willenborg präsentieren trotz der vielfältigen Faktoren, die zu den Effekten der Programme beitragen, Prozess-, Ergebnis- und Lebensqualitätsergebnisse und ziehen den Schluss, dass sich durch die Einführung der DMP die Qualität und Effizienz der Versorgung der teilnehmenden Patienten signifikant verbessert hat.
- Linder präsentiert eine Analyse des DMP „T2DM“ aus Routinedaten der Techniker Krankenkasse und kommt zu dem Schluss, dass sich hinsichtlich der Inzidenz relevanter Komorbiditäten keine deutlichen Unterschiede zwischen den DMP-Teilnehmern und der Kontrollgruppe ergeben und auch Kosteneinsparungen nicht erkennbar sind.
- Kleinfeld und Bensing untersuchen regionale Unterschiede der Arzneimittelversorgung innerhalb der GKV. Mögliche Einflussfaktoren sind neben der Bevölkerungszusammensetzung auch das Verordnungsverhalten der Ärzte. Solche regionalen Parameter sollten bei einer Fortentwicklung von DMP berücksichtigt werden.
- Hofmann berichtet von den DMP-Erfahrungen in Bayern und der Nutzung der DMP-Dokumentationsdaten für Qualitätsmanagement und für Verbesserungen der Versorgung.
- Burger, Guthoff-Hagen und Oelmann plädieren für eine indikationsübergreifende Erweiterung von DMP mit Case-Management-Elementen sowie Gesundheits- und Patientencoaching.
Das Kongress-Special 1 kann ab sofort als Print zum Preis von 39,90 € bestellt werden. Senden Sie uns dazu einfach eine E-Mail. Das PDF zum Download ist zum Preis von 29,90 € bei DocCheck Load verfügbar. Abonnieren Sie MVF. Bei Bestellung eines Abonnements bis zum 30.10.2011 erhalten Sie neben den 6 regulären Ausgaben pro Jahr die beiden Kongress-Specials (1+2/2011) per Post sowie auf Wunsch auch die entsprechenden PDFs zum Download.
Aufgrund des überaus positiven Echos folgt am 19. März 2012 ein zweiter MVF-Fachkongress zu Fortentwicklungen von DMP in Richtung stärkerer Berücksichtigung regionaler Versorgungsstrukturen und neuerer Versorgungsmanagement-Ansätze. Auf dem Portal von MVF können Sie sich bei Interesse schon voranmelden.
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