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Kurzfassungen

29.10.2010 16:52
Covid-19 sorgt für Turbulenzen im Gesundheitsmarkt
25.05.2020

Covid-19 sorgt für Turbulenzen im Gesundheitsmarkt

Ausgabe 03 / 2020

Seit Ende Dezember in China die ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus aufgetreten sind, hat sich dieses binnen weniger Wochen nahezu weltweit verbreitet. Wie aktuell fast ausnahmslos alle Branchen in Deutschland ist auch der Gesundheitsmarkt von den erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Mediale Aufmerksamkeit, Empfehlungen wissenschaftlicher Institutionen, politische Anordnungen und die Verbreitung falscher Informationen beeinflussen die Berg- und Talfahrten im Markt maßgeblich und werden im folgenden Beitrag auszugsweise dargestellt.

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Interventionsgrenze, Reproduktionszahl, Vorwarnzeit
25.05.2020

Interventionsgrenze, Reproduktionszahl, Vorwarnzeit

Ausgabe 03 / 2020

Die Bund-Länder-Konferenz zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie hat am 6. Mai 2020 beschlossen, „dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden umgesetzt“ werden muss. Vor diesem Hintergrund hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) länderspezifische Kennzahlen zur Steuerung des Pandemieverlaufs entwickelt.

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Gesundheitskompetenz der Bevölkerung im  Umgang mit der Coronavirus-Pandemie
25.05.2020

Gesundheitskompetenz der Bevölkerung im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie

Ausgabe 03 / 2020

Im Auftrag des Interdisziplinären Zentrums für Gesundheitskompetenzforschung der Universität Bielefeld und des Department Public Health and Education der Hertie School of Governance in Berlin hat das Institut für Demoskopie Allensbach zwischen dem 31. März und dem 7. April 2020 einen online-repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung von 1.000 Personen ab 16 Jahren online befragt. Schwerpunkt ist die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung, wobei es um die Einschätzung geht, wie gut es den Bürgerinnen und Bürgern gelingt, die Informationen zur Coronavirus-Pandemie zu finden, zu verstehen, auf dieser Basis Einschätzungen vorzunehmen und das eigene Verhalten danach auszurichten. Die Untersuchung zeichnet ein insgesamt positives Bild: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung fühlt sich über das Coronavirus gut oder sogar sehr gut informiert, und zwar über Geschlechterunterschiede, Altersgruppen und Bildungsschichten hinweg. Lediglich zehn Prozent der Befragten geben an, dass sie sich weniger gut oder gar nicht gut informiert fühlen. Dieses Ergebnis ist vermutlich auf die Entscheidungen der politischen Akteure und die Maßnahmen der behördlichen Einrichtungen zurückzuführen, die insgesamt als verständlich und nützlich wahrgenommen werden.

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25.05.2020

Dürfen Kassen Covid-Hochrisikogruppen ansprechen?

Ausgabe 03 / 2020

Dürfen Krankenkassen, egal ob gesetzliche oder private, mit ihren Versicherten aktiv Kontakt aufnehmen? Die Antwort ist einfach: Sie dürfen! Da es sich jedoch bei Krankenkassen-Daten von Versicherten, die Grundlage jedweder Kommunikation dieser Art bilden, um Sozialdaten handelt, die als solche besonders geschützt sind und auch dem Sozialgeheimnis unterliegen, ist der Grund dieser Kontaktaufnahme zweckgebunden. Nun gibt es aber durchaus einige wichtige Zwecke, zu denen personenbezogene Daten erhoben und gespeichert werden dürfen – wie etwa vertragliche Lösungen (Hausarzt-, Selektivverträge) sowie Disease Management Programme (DMP). Zu den hier verwendbaren Daten zählen indes nicht medizinische. Eine sehr weitgehende Frage lautet nun, ob Hochrisikopatienten über Abrechnungsdaten identifiziert und danach angesprochen werden können? Damit gemeint sind Covid-19-Hochrisikopatienten, die das WIdO in einem aktuellen Monitor (s. S. 18 ff.) bereits bis auf die regionale Ebene detektiert hat. Nun fehlt ein, rechtlich bisher nicht zulässiger Schritt: die Ent-Anonymisierung!

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„Ein wichtiger Beitrag zur forschenden Versorgung“
25.05.2020

„Ein wichtiger Beitrag zur forschenden Versorgung“

Ausgabe 03 / 2020

Die aktuelle Covid-19-Pandemie führt auch dazu, dass die forschenden Pharmaunternehmen auf einmal wieder zu den Hoffnungsträgern zählen: Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika sollen schnellstmöglich entwickelt, getestet und in hoher Zahl zur Verfügung gestellt werden. Damit steht auch Roche im Fokus, das nicht nur ein Pharma-, sondern auch ein Diagnostikunternehmen ist und in kürzester Zeit einen Test entwickelt hat, der die akute SARS-CoV-2-Infektion mittels RT-PCR nachweisen kann. „Monitor Versorgungsforschung“ sprach darüber mit PD Dr. Claus Lattrich, dem Leiter Personalisierte Medizin der Roche Pharma AG.

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Die Nutzung und Verarbeitung von Sozial-/Gesundheitsdaten durch die GKV zum Schutz einer „Risikogruppe“
25.05.2020

Die Nutzung und Verarbeitung von Sozial-/Gesundheitsdaten durch die GKV zum Schutz einer „Risikogruppe“

Ausgabe 03 / 2020

Eine rechtliche Einschätzung zur Nutzung von Sozial-/Gesundheitsdaten durch die GKV durch Prof. Dr. iur. Dr. med. Alexander P. F. Ehlers und Alexander Philipp Rösner, beide: Ehlers, Ehlers & Partner Rechtsanwaltsgesellschaft MBB.

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25.05.2020

Eine Klarstellung durch den Gesetzgeber ist gefordert

Ausgabe 03 / 2020

Anlässlich der 95. Arbeitstagung der Aufsichtsbehörden der Sozialversicherungsträger vom 13. bis 14. November 2019 in Schwerin wurde der Beschluss aus der 85. Tagung (November 2014) bestätigt, dass „die Aufsichtsbehörden des Bundes und der Länder der Auffassung sind, dass bei der telefonischen Teilnahmeakquise im Rahmen von Selektivverträgen die Vorgaben des § 7 Absatz 2 UWG und die Wettbewerbsgrundsätze zu beachten sind“. Was die Aufsichtsbehörden mit „beachten“ meinen, haben sie in Briefen an die Krankenkassen klargestellt: Die Kasse darf ihre Versicherten nicht mehr ohne vorherige schriftliche Einwilligung telefonisch kontaktieren. Die Kassenaufsicht ist der Auffassung, dass der Telefonanruf eine unzumutbare Belästigung im Sinne des UWG sei – selbst wenn es sich dabei um potenziell lebensrettende Informationen handelt. Von dieser Rechtsmeinung besonders gefährdet sind Menschen mit Herzschwäche – diese sind zugleich Hochrisikopatienten für Covid-19 –, die erheblich von derartigen Angeboten profitieren könnten. Es ist anzunehmen, dass diese Menschen ein Interesse haben, vor einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes bewahrt zu werden. Deshalb bedarf es einer Klarstellung im Gesetz.

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Mehr Versorgungsforschung zu Covid-19 als man denkt
25.05.2020

Mehr Versorgungsforschung zu Covid-19 als man denkt

Ausgabe 02 / 2020

„Die Zeit der Virologen ist vorbei“, sagt der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel (1), der angesichts zunehmender Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen fordert, man müsse nun mehr auf Intensivmediziner hören. Ebenso machen auch andere Fachgruppen – wie Genetiker und Archäologen (2) sowie Innovationsökonomiker (3) und Mobilitätsforscher (4) – mit wissenschaftlichen Beiträgen und interessanten Modellen auf sich aufmerksam. Und natürlich allerlei Epidemiologen und Virologen, die zum einen multimedial präsent waren und sind wie Christian Drosten von der Charité, Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum, Martin Eichner von der Universität Tübingen oder der Bonner Virologe Hendrik Streeck, dessen Eigeninitiative es zu verdanken ist, dass ein 20-köpfiges Team mit der durch das Land NRW finanzierten „Covid-19 Case-Cluster-Study“ (5) schon erste Zwischenergebnisse – zu Beginn noch in recht unwissenschaftlicher Form – zur Ausbreitung des Corona-Virus in Heinsberg vorgelegt hat. Doch: Wo bleibt die Stimme jener multiprofessionellen Wissenschaftsrichtung, die in sich viele wichtige Grundlagenwissenschaften vereint, angefangen bei der Epidemiologie, über Soziologie bis Public Health? Gemeint ist natürlich die Versorgungsforschung, die in der Ära des Corona-Virus im Moment noch seltsam still zu sein scheint. Doch der Schein trügt.

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„Jetzt ist die Zeit der Public Health gekommen“
25.05.2020

„Jetzt ist die Zeit der Public Health gekommen“

Ausgabe 03 / 2020

In zwei ausführlichen Thesenpapieren – übrigens den ersten aus den Reihen der deutschen Versorgungsforscher – befasst sich eine Autorengruppe mit den vielfältigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unsere Gesellschaft und auf das Gesundheitssystem, aber auch auf die Wahrung der Bürgerrechte. Die multiprofessionelle Autorengruppe versteht ihre Arbeit weder als Politik- noch als Virologen-Bashing, sondern „ als konstruktive Beiträge, die den Zweck verfolgen, die Entscheidungen der kommenden Wochen zu unterstützen“. Zwei der Protagonisten (und nebenbei bemerkt auch MVF-Beiräte) – Prof. Dr. Matthias Schrappe und Prof. Dr. Gerd Glaeske – erläutern im Titelinterview mit „Monitor Versorgungsforschung“ nicht nur die Beweggründe, sondern auch die Kernthesen der beiden Papiere.

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Erhöhte Medikamenteneinkäufe von Apotheken bei Großhändlern in der Woche vor der Covid-19-Sperre
04.04.2020

Erhöhte Medikamenteneinkäufe von Apotheken bei Großhändlern in der Woche vor der Covid-19-Sperre

Ausgabe 03 / 2020

Im Februar 2020 entwickelte sich das neuartige Coronavirus (Covid-19) zu einer Pandemie, wobei die Zahl der Covid-19-Fälle in vielen Ländern dramatisch zunahm [1,2]. Fernsehen und Zeitungen berichteten täglich über die Ausbreitung der Pandemie und lösten in der Bevölkerung schnell Ängste vor einer bevorstehenden Wirtschaftskrise und Rezession aus [3]. Bereits im Februar 2020 erschienen im Internet zahlreiche Meldungen, wonach die Ausbreitung von Covid-19 die weltweite Versorgung mit Arzneimitteln gefährden könnte, da viele der weltweit verwendeten Arzneimittel in China und Indien hergestellt werden, wo die Produktion aufgrund von Krankheitsausbrüchen zum Erliegen gekommen ist [4]. Der deutsche Gesundheitsminister befürchtete, die Covid-19-Pandemie könne zu Arzneimittelknappheit in Europa führen, obwohl es keine konkreten Hinweise auf kurzfristige Versorgungsengpässe gab [5]. In verschiedenen Ländern wurden Berichte veröffentlicht, wonach lagerstabile Lebensmittel wie Mehl, Nudeln und Konserven schnell ausverkauft waren, was zu Engpässen führte [3]. Gleichzeitig meldeten Apotheken aufgrund der starken Nachfrage während der Coronapandemie Engpässe beim fiebersenkendem Schmerzmittel Paracetamol. Auch die Nachfrage nach frei verkäuflichen Vitaminpräparaten war im März deutlich höher als üblich [6]. Bisher wurden keine Studien zu Apothekenverkäufen verschiedener Arzneimittel zur Behandlung akuter und chronischer Krankheiten während der Pandemie veröffentlicht. Es ist davon auszugehen, dass Patienten größere Mengen an Medikamenten einkaufen und mehr Verordnungen anfragen, wenn sie längere Quarantänen befürchten. Ziel dieser Studie war es, die Entwicklung von Arzneimittelkäufen während der Coronakrise zu untersuchen.

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Thesenpapier 2.0 zur Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19
04.04.2020

Thesenpapier 2.0 zur Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19

Ausgabe 03 / 2020

Seit der ersten Veröffentlichung des „Thesenpapier zur Pandemie durch SARS-CoV- 2/Covid-19 – Datenbasis verbessern, Prävention gezielt weiterentwickeln, Bürgerrechte wahren“ am 5.4.2020 hat die Entwicklung einen raschen und teilweise überraschenden Verlauf genommen. Am 15.4.2020 wurden in der Konferenz von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten/innen zu einzelnen Punkten Maßnahmen zur Lockerung des containment ergriffen (z.B. Wiedereröffnung bestimmter Geschäfte, einiger Schulen etc.) (Anonymous 2020). Vorausgegangen waren die dritte Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina (Leopoldina 2020) am 13.4.2020, die Empfehlung der Europäischen Kommission zur Lockerung der containment-Maßnahmen im EU-Raum vom 11.4.2020 (European Commission 2020) und die Stellungnahme der außeruniversitären Forschungseinrichtungen am 28.4.2020 (Kleiner et al. 2020). Im Ergebnis ergaben sich teilweise widersprüchliche Empfehlungen, insgesamt wird von offizieller Seite allerdings an der Einschränkung des öffentlichen Lebens, des Zugangs zu Bildung, der Berufsfreiheit und einiger Grundrechte wie z.B. der Bewegungs- und Demonstrationsfreiheit festgehalten. Auch in der Konferenz von Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten/innen am 30.4.2020 wurde von dieser Linie nicht abgewichen, allerdings wurde die Bedeutung der regionalen Lösungskompetenz hervorgehoben (Punkt 3).

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Thesenpapier 1.0 zur Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19
04.04.2020

Thesenpapier 1.0 zur Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19

Ausgabe 03 / 2020

Der vorliegende Text stellt sich der Aufgabe, die epidemiologische Problemlage wissenschaftlich zu klären und aus der gegebenen Situation Empfehlungen für wirksame Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Die Vorschläge zur Prävention werden in einen gesellschaftspolitischen Rahmen gestellt, der für die Autoren in einem unauflösbaren Zusammenhang mit den geschilderten Sachverhalten steht. Dem umfangreichen analytischen Teil wird eine kürzere Zusammenfassung vorangestellt, die eine schnelle Orientierung über die vertretenen Standpunkte ermöglichen soll. Wie für ein Thesenpapier nicht anders zu erwarten, werden die wichtigsten Ergebnisse zu drei Thesen mit entsprechenden Unterpunkten verdichtet, die wortgleich in der Zusammenfassung und am Ende der jeweiligen Kapitel zu finden sind. Die Autoren bemühen sich um eine klare Benennung der Fakten und Probleme. Sie verbinden hiermit keine Kritik an den handelnden Personen, die in den zurückliegenden Wochen unter den Bedingungen einer – die Steigerung sei erlaubt – „noch unvollständigeren Information“ entscheiden mussten als dies heute der Fall ist. In jeder Beziehung sind die Ausführungen dieses Thesenpapiers als konstruktive Beiträge gedacht, die den Zweck verfolgen, die Entscheidungen der kommenden Wochen zu unterstützen.

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Evidenzanforderungen für die Substitution von Biosimilars
04.04.2020

Evidenzanforderungen für die Substitution von Biosimilars

Ausgabe 02 / 2020

Anhand der Stellungnahmen zum GSAV wird erkennbar, dass neben anderen Akteuren insbesondere die Ärzteschaft erhebliche Kritik an der geplanten Regelung zur Austauschbarkeit von Biosimilars formuliert. So verweist die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) darauf, dass Biosimilars nicht „durch den Apotheker ohne engmaschige Kontrolle durch den Arzt automatisch substituierbar sind“ [2]. Auch der Bundesrat hat deutliche Vorbehalte gegenüber der Gesetzesänderung formuliert und festgestellt, dass derzeit „valide Daten zur Beurteilung der Auswirkungen der Substitution auf Adhärenz und Therapieergebnisse fehlen“. Zugleich warnt der Bundesrat vor „einem erheblichen Risiko für den Erfolg einer Therapie und die Patientensicherheit“, das mit einer aut-idem-Substitution von Biosimilars einhergehen kann [3]. Der GKV-Spitzenverband begrüßt hingegen die vorgesehene Regelung ausdrücklich und bedauert das verzögerte Inkrafttreten, das für den Verband „auch inhaltlich nicht nachvollziehbar“ ist [4]. Der vorliegende Bericht soll einen Beitrag zur gesundheitspolitischen Diskussion um die Anforderungen an die zugrunde liegende Evidenz für eine etwaige Austauschbarkeit von Biosimilars leisten.

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Osteoporotische Frakturen bei den 50-64-Jährigen in Deutschland: Eine Analyse von  Frakturfallzahlen aus der GBE-Datenbank
04.04.2020

Osteoporotische Frakturen bei den 50-64-Jährigen in Deutschland: Eine Analyse von Frakturfallzahlen aus der GBE-Datenbank

Ausgabe 02 / 2020

Die Gruppe der unter 60-Jährigen kann bereits osteoporotische Frakturen aufweisen. Die Veränderungen in der Knochendichte und -struktur können hier ideopathisch sein, postmenopausal bedingt oder durch schädigenden Medikamenteneinfluss sowie durch andere sekundäre Ursachen, wie hormonelle Störungen (Hyperthyreose, Hyperparathyreoidismus, Hypogonadismus, Diabetes) ausgelöst werden (Torner 2015). Zur Häufigkeit osteoporotischer Frakturen, explizit im mittleren Lebensalter (zwischen 50 und 64 Jahren), existieren bislang wenige gesonderte Untersuchungen. Bisherige und aktuelle Arbeiten fokussieren vor dem Hintergrund epidemiologischer Informationen vornehmlich auf geriatrisches Klientel in der Ableitung präventiver Interventionen beispielsweise in der Sekundärprophylaxe (Conley et al. 2019). Wenig Literatur findet sich dagegen zur Relevanz von Gesundheitsförderung und Prävention bei Patienten im erwerbstätigen Alter. Dabei könnten insbesondere die für Osteoporose bekannten Risikofaktoren Konsummittelgebrauch, Vitamin D- und Kalziummangel oder psychosozialer Stress und Bewegungsmangel (DVO; DiPietro et al. 2019; Follis et al. 2019) eine Rolle in dieser Population spielen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Häufigkeit Krankenhaus diagnostizierter osteoporotischer Frakturen innerhalb des mittleren Lebensalters zwischen 50 bis 64 Jahren in Deutschland darzustellen. Des Weiteren sollen die Relevanz und Art möglicher präventiver Maßnahmen in dieser Lebensphase diskutiert werden.

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Biotherapeutika in der Behandlung „Seltener Erkrankungen“
04.04.2020

Biotherapeutika in der Behandlung „Seltener Erkrankungen“

Ausgabe 02 / 2020

„Seltene Erkrankungen“ treten gar nicht „selten“, sondern überaus häufig auf. Immerhin rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronischen „Seltenen Erkrankung“ (SE). In Europa ist eine Erkrankung als selten definiert, wenn weniger als 5 von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Von den derzeit 30.000 bekannten Krankheiten werden etwa 7.000 bis 8.000 als „Selten“ eingestuft. Trotz der kleinen Patientenzahlen pro Erkrankung können die Auswirkungen von SE nicht nur für Patienten und deren Familien, sondern auch für die Gesellschaft tiefgreifend sein. Seltene Erkrankungen stellen daher besondere Herausforderungen an alle Akteure im Gesundheitswesen. Ein Sonderfall unter den „Seltenen Erkrankungen“ sind solche, die mit Biotherapeutika behandelt werden. Dazu zählen unter anderem Defekte des Immunsystems, Autoimmunstörungen oder chronisch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems. Für die Therapie dieser Erkrankungen sind aus Plasma gewonnene Präparate lebensnotwendig. Der Einzigartigkeit des Rohstoffs Plasma als Ausgangsstoff zur Herstellung lebenswichtiger Arzneimittel ist daher besonders Rechnung zu tragen. Bei der Behandlung von Immundefekten kommt aus menschlichem Plasma gewonnenen Immunglobulinen (IG) ein besonderer Stellenwert zu. IG-Präparate sind hochkomplexe biologische Arzneimittel, die nicht synthetisch hergestellt werden können, sondern ausschließlich aus freiwilligen Blut/Plasmaspenden gewonnen werden. Sensibilisierung für und verbesserte Diagnose von Immundefekten sowie eine Verbreiterung der immun-modulatorischen Indikationen lassen den Bedarf an Plasma weiter steigen. Parallel dazu sinkt allerdings aufgrund der demographischen Entwicklung, aber auch aufgrund mangelnder Spendebereitschaft, der Kreis der potenziellen Spender. Diese Entwicklung kann auf längere Sicht zu Engpässen bei der Plasma-Versorgung führen.

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Fluorchinolon-Antibiotika: Risikoreiche Verordnungen in Deutschland
04.04.2020

Fluorchinolon-Antibiotika: Risikoreiche Verordnungen in Deutschland

Ausgabe 02 / 2020

Seit Jahren wird weltweit berichtet, dass Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone mit schwerwiegenden und zum Teil irreversiblen Risiken für die Patienten verbunden sind. Gerade diese Antibiotika werden aber in Deutschland im Vergleich sehr häufig verordnet. Nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Basis von Verordnungsdaten der AOK-Versicherten wurden diese Arzneimittel allein im Jahr 2018 an 3,3 Mio. Patienten in Deutschland verordnet – noch immer zu häufig angesichts der Tatsache, dass es sich bei den Fluorchinolonen um Reserve-Antibiotika handelt. Für viele Indikationen stehen gut wirksame und gleichzeitig risikoärmere Substanzen zur Verfügung. Bei Bagatellerkrankungen wie unkomplizierten Harnwegs- oder einfachen Atemwegsinfekten kann auf den Einsatz von Antibiotika auch ganz verzichtet werden. Fluorchinolone sind Antibiotika, deren Wirkstoffname auf „-floxacin“ endet, wie Ciprofloxacin (Handelsname, z. B. „Ciprobay“) oder Levofloxacin (Handelsname, z. B. „Tavanic“). Sie sind antibakteriell wirksam und können schwerwiegende, lebensbedrohliche Infektionen heilen. In wenigen Fällen verursachen sie jedoch schwerwiegende und lang andauernde Nebenwirkungen wie Sehnenrisse oder psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände. Daher sollten diese Reserve-Antibiotika nur nach gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung und nur als letzte Therapieoption (sogenannte Last-Line-Anwendung) eingesetzt werden. Patienten müssen intensiv über die Gefahren und Alternativen dieser Medikamente aufgeklärt werden und im Schadensfall gezielt Unterstützung bekommen.

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Können anwendungsbegleitende Datenerhebungen überhaupt realisiert werden?
02.04.2020

Können anwendungsbegleitende Datenerhebungen überhaupt realisiert werden?

Ausgabe 02 / 2020

Der Gesetzgeber hat anwendungsbegleitenden Datenerhebungen für die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel die Tür geöffnet. Eine Chance für Real World Evidence. Doch die diskutierten Anforderungen sind hoch. Können dies klinische Register in Deutschland derzeit überhaupt leisten? Und wären diese Anforderungen überhaupt mit einem verhältnismäßigen Aufwand erreichbar? Eine aktuelle Studie macht eine Bestandsaufnahme.

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Warum erhalten junge Menschen später Zugang zu wirksamen Medikamenten?
02.04.2020

Warum erhalten junge Menschen später Zugang zu wirksamen Medikamenten?

Ausgabe 02 / 2020

„Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, die Medizin ein wenig besser zu machen.“ Das sagt Prof. Dr. med. Jörg F. Debatin MBA, Chairman des health innovation hub (hih), im Titelinterview mit „Monitor Versorgungsforschung“. Unter anderem will Debatin und sein Team, das er recht multiprofessionell um sich versammelt hat, dabei mithelfen, dass die „recht theoretisch im Gesetz verankerte Digitalisierung auch tatsächlich beim Patienten ankommt“. Das macht den hih, wie Debatin im Interview ausführt, „in unseren Vorstellungen sehr frei und auch niemandem anderen verpflichtet“. Und da das Ende der hih-Geschäftstätigkeit Ende 2021 ohnehin feststehe, müsse es sich auch nicht um Folgeaufträge, Verlängerungen oder dergleichen kümmern.

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Ein Verbesserungsvorschlag zur Bewertung der Gentherapie
02.04.2020

Ein Verbesserungsvorschlag zur Bewertung der Gentherapie

Ausgabe 02 / 2020

In Deutschland hat sich innerhalb kurzer Zeit eine nicht emotionsfreie Diskussion über den Zugang zu innovativen Arzneimitteln und deren Kostenerstattung entwickelt. Mit unserem Beitrag möchten wir einen Verbesserungsvorschlag in die Diskussion einbringen, der auf Methoden der sogenannten Künstlichen Intelligenz zurückgreift, obwohl alles ganz einfach zu verstehen ist.

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Zentrum für arbeitsmedizinische Versorgungsforschung
02.04.2020

Zentrum für arbeitsmedizinische Versorgungsforschung

Ausgabe 02 / 2020

Das Tübinger Institut für Arbeitsmedizin nahm bereits im Januar 1965 seine Arbeit auf, hatte aber durch den ersten Lehrstuhlinhaber, Prof. Dr. med. Heinz Weichardt, eine toxikologische Ausrichtung. Jedoch kam bereits im Jahr 1977 eine sozialmedizinische Abteilung unter damaliger Leitung von Prof. Schmahl dazu, was auch zur Erweiterung des Institutsnamens führte. Dank einer institutionellen Förderung konnte zudem der Fortbestand des Instituts im Jahr 2003 vertraglich gesichert werden – in einer Zeit, in der an vielen anderen Fakultäten in Deutschland entsprechende Einrichtungen geschlossen wurden. Die dritte Erweiterung brachte Prof. Dr. med. Monika A. Rieger mit, die seit 2009 als ärztliche Direktorin des Instituts für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Tübingen lehrt und forscht.

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Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

Fokus: Die Corona-Pandemie

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