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Pharmazeutische Innovationen: Sind GKV-Versicherte bereit, für neuartige Insuline zu bezahlen? – Ermittlung der Präferenzen durch ein Marktexperiment

02.11.2010 12:35
Prof. Dr. Peter Zweifel, lic. oec. publ. Michèle Sennhauser

Abstract
In der hier vorgestellte Studie werden die Präferenzen von Mitgliedern der deutschen Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinsichtlich der modernen Insulintherapie von Diabetikern untersucht. Die zentrale Frage lautete: Soll das langwirksame Insulinanalogon weiterhin von der GKV bezahlt werden? Die gesundheitsökonomische Antwort ist einfach. Wenn die Zahlungsbereitschaft auch jener Menschen, die nicht auf Insulin angewiesen sind, die Zusatzkosten des neuen Präparats übersteigt, spricht nichts gegen eine Vergütung durch die GKV. Ist ihre Zahlungsbereitschaft niedriger als die Zusatzkosten, könnte immer noch jene der Patienten selbst in Form einer Zuzahlung ausreichen, um die Zusatzkosten zu decken. Mit einem sog. Marktexperiment wurden 2007 die Präferenzen durch Befragung von 1.100 GKV Versicherten (davon 500 Diabetiker) ermittelt. Die Resultate zeigen: Nicht nur mit Insulin behandelte Diabetiker, sondern auch solche, die nur ein orales Arzneimittel benötigen, sowie Nicht-Diabetiker ziehen aus „Insulindetemir“ einen zusätzlichen Nutzen gegenüber Humaninsulin. Zwar geben besonders die Nicht-Diabetiker einer Finanzierung durch Zuzahlung den Vorzug, doch ist ihre Zahlungsbereitschaft über einen erhöhten GKV-Beitrag so hoch, dass sie die zusätzlichen Kosten gegenüber einer Behandlung mit Humaninsulin übersteigt. Somit steht auf Grund dieser Kosten-Nutzen-Analyse einer Finanzierung des Arzneimittels „Insulindetemir“ durch die GKV nichts entgegen.

Are Members of Statutory Health Insurance Willing to Pay for a New Insulin Analogue?
This study contributes to the discussion about the choice of pharmaceutical innovations to be included in the German statutory health insurance (GKV). It focuses on the long acting insulin analogue “insulin detemir”. From an economic perspective, the preparation should be paid by the GKV if even non-diabetics have a willingness to pay for the new preparation that exceeds its cost. Otherwise, willingness to pay of diabetics in the case of copayment can still be sufficient to cover the cost of the preparation.
A market experiment conducted in Germany in 2007 served to measure preferences for modern insulin therapy. 1,100 members of GKV participated, 500 of whom suffered from diabetes. The results show that non-diabetics and diabetes patients who are not dependent on insulin (yet) prefer financing by patients themselves through copayment, whereas type 1 and insulin-dependent type 2 diabetics prefer financing through health insurance. However, since willingness to pay of non-diabetics is high enough to cover the additional cost of “insulin detemir” compared to human insulin, the preparation can be included in the benefit list of GKV.

Keywords
Gesundheitsökonomie, Präferenzen, Marktexperiment, Zahlungsbereitschaft, Medikamentöse Innovation, Finanzierung, Insulindetemir, Health Economics, Preferences, Discrete-Choice Experiment, Willingness-to-Pay, Medical Innovation, Financing, Insulin Detemir

Autoren

Prof. Dr. Peter Zweifel, lic. oec. publ. Michèle Sennhauser

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