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Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz – eine Versorgungsform mit Zukunft?

24.02.2012 17:55
Wie viele andere - vor allem westliche Länder - wird sich die demografische Altersstruktur der Bundesrepublik Deutschland in den nächsten Jahren deutlich verändern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (2006: 23) erhöht sich die Zahl der 65 bis unter 80-Jährigen von 12 Millionen im Jahr 2005 auf 13 Millionen im Jahr 2050. Parallel dazu steigt mit dem Anteil älterer und hochaltriger Personen in der Gesellschaft auch die Anzahl von Menschen mit Pflegebedarf. Damit rückt zunehmend die Frage nach Versorgungserfordernissen und -bedarfen in den Vordergrund. Ein besonderes Augenmerk muss dabei der Versorgung von Menschen mit Demenz (MmD) gelten, da demenzielle Erkrankungen zu den schwerwiegendsten und auch zahlenmäßig häufigsten Erkrankungen im Alter zählen und die Prävalenz demenzieller Erkrankungen mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt (Weyerer 2005: 7). Derzeit gehen Schätzungen für das Jahr 2050 von mehr als zwei Millionen Menschen mit einer demenziellen Erkrankung in Deutschland aus (Ziegler/Doblhammer 2009; Deutsche Alzheimer Gesellschaft 2008; Bickel 2001; Bickel 2000). Nach Angaben einer Presseerklärung des Statistischen Bundesamtes werden die Krankheitskosten für Demenzerkrankungen für das Jahr 2008 in Deutschland mit 9,4 Milliarden Euro beziffert. „Allein bei Demenz und Depressionen erhöhten sich die Kosten in diesem Zeitraum [von 2002 bis 2008] um zusammen 3,5 Milliarden Euro beziehungsweise 32 %. Insgesamt sind die Krankheitskosten seit 2002 um 35,5 Milliarden angestiegen (+ 16 %) und lagen im Jahr 2008 bei 254,3 Milliarden Euro.“ (Statistisches Bundesamt 2010).

Zusammenfassung
In Deutschland und insbesondere in Berlin hat die Versorgungsform der ambulant betreuten Wohngemeinschaft (WG) für Menschen mit Pflegebedarf und/oder Demenz in den letzten Jahren einen großen zahlenmäßigen Aufschwung erfahren. Ziel der Versorgung in ambulant betreuten WG ist es, Lebensqualität und Autonomie ihrer Bewohner/innen in größtmöglichem Umfang trotzt krankheitsbedingter Einschränkungen zu ermöglichen. In den Jahren 2006, 2009 und 2011 wurden jeweils Querschnittstudien zu Bewohner- und Versorgungsstrukturen in ambulant betreuten WG in Berlin durchgeführt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren ist die Anzahl ambulant betreuter WG in Berlin um mehr als das 2,5-fache angestiegen. Die Versorgung von MmD findet zunehmend in darauf spezialisierten WG statt. Kennzahlen zu Bewohnermerkmalen zeigen, dass sich die versorgte Klientel im Zeitverlauf nicht wesentlich verändert hat. Ambulant betreute WG sind zu einem Teil der Regelversorgung von Menschen mit Pflegebedarf und/oder Demenz geworden. Nicht zuletzt durch aktuelle gesetzliche Regelungen wie dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz ist zu erwarten, dass diese Entwicklung anhalten wird.

Shared-housing arrangements - a trend-setting care arrangement for people with dementia?
Shared-housing arrangements (SHA) for older care-dependent persons especially with dementia have been largely growing in number and established itself in the German healthcare marketplace. The main aims of SHA are providing autonomy and high quality of life for the residents despite of high needs in care and support. In 2006, 2009 and 2011 cross-sectional studies in all SHA in Berlin/Germany were performed regarding structures of supply and characteristics of residents. Results showed that the number of SHA increased by more than a factor of 2.5. Care for persons with dementia is increasingly organized in specialised SHA, where solely people with dementia live together. Characteristics of residents did not show any substantial changes over time. SHA have become a regular part in health care provision for persons with dementia in Germany. Due to current statutory regulation in Germany it is expected that these developments will continue

Schlüsselwörter
Demenz, Langzeitpflege, Versorgungsstrukturen, Wohngemeinschaft

Accountable Care Organizations, ACO, IT, MediCare, Medicaide

Autoren

Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Dipl-Pflegewirt (FH) Andreas Worch
Saskia Meyer, M.Sc.
Dipl.-Pflegewirt (FH) Johannes Gräske

Literatur: Ausführliche Liste

Ausgabe 04 / 2012

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

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