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Von der Versorgung zur Befähigung zum Selbstmanagement

24.01.2013 16:20
Vor 40 Jahren erklärte die WHO, dass mindestens 50 Prozent der Diabetesfälle weltweit zu verhindern seien und forderte - wie im Diabetes Gesundheitsbericht 2013 (1, S. 23) zu lesen - Aktionen zur Prävention dieser Erkrankung. Der Aufruf fand allerdings damals - annähernd wie heute - wenig Beachtung. In all diesen vielen Jahren investierte das deutsche Gesundheitssystem Multimilliarden, um Menschen mit dieser Erkrankung zu versorgen. So betrugen laut CODE-2-Studie (2) schon 1998 die durch Patienten mit einem Typ-2-Diabetes in Deutschland verursachten Kosten rund 15,7 Mill. Euro - was sich seitdem hochgerechnet auf viele Hunderte von Milliarden Euro summiert. Doch: Warum gibt es trotz dieses immensen Invests noch Defizite in der Diabetiker-Versorgung als einer der kostenintensivsten chronischen Erkrankungen? Die Vermutung liegt nahe, dass dem grundliegenden Problem fast aller „non-communicable diseases“ - die betroffenen Menschen zum Selbstmanagement zu befähigen und zu Lebenstiländerungen zu motivieren - mit dem bisherigen, aus der Akutversorgung stammenden Versorgungsansatz alleine nicht beizukommen ist.

Abstract
In 40 Jahren wurde es trotz der Investition von vielen Milliarden Euro nicht geschafft, die sich abzeichnende und schon eingetretene Epidemie der chronischen Krankheiten - allen voran des Diabetes - einzudämmen. Das liegt vor allen daran, dass die Haupt-Risikofaktoren (Übergewicht, Ernährung, mangelnde Bewegung, Rauchen) mit einem aus der Akut-Versorgung stammenden Ansatz nicht beizukommen ist, denn bei den chronischen Krankheiten steht nicht der Arzt (der helfend, begleitend und motivierend unterstützen muss), sondern der Patient im Mittelpunkt. Er muss befähigt werden, seiner progressiven Krankheit mit den jeweils geeigneten Mitteln entgegen zu arbeiten und sich dabei selbst zu managen. Selbstmanagement ist das einzige Mittel, mit dem der Epidemie der chronischen Krankheiten zu begegnen ist.

Health Technology Assessment from the patient perspective?
In spite of having invested billions of euros into our health care systems in the last 40 years we did not succeed in preventing the rising epidemic of chronic diseases - such as type 2 diabetes in particular. One reason is that the main risk factors - obesity, diet and the lack of exercise - cannot be controlled by characteristic mechanisms of  the acute-care approach: In type 2 diabetes it is the patient‘s behavior and attitudes which have the highest impact on therapeutic outcome. Therefore we need to enable patients to take the lead in their therapy by providing them with the necessary skills of self managing the disease day in day out. It is only by empowering our patients in self management competence  that we may achieve further success in the therapy of chronic diseases such as type 2 diabetes.

Keywords
Chronic diseases, diabetes, self-management, risk factors

Peter Stegmaier, Prof. Dr. Dr. Fred Harms MD PhD, Prof. Dr. Dorothee Gänshirt


Literatur
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Zitationshinweis (Stegmaier, P., Harms, F., Gänshirt, D.: „Von der Versorgung zur Befähigung zum Selbstmanagement?“; in: "Monitor Versorgungsforschung" (MVF) 03/13, S. 23 ff.)

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Ausgabe 03 / 2013

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