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„Wir brauchen eine völlig neue Art von Denken“

31.03.2015 14:00
Dr. Hans-Joachim Helming ist Facharzt für Gynäkologie und seit 20 Jahren Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) und kann damit als dienstältester KV-Vorsitzender der Welt gelten – vielleicht auch kein Wunder, denn KVen gibt es nur in Deutschland. Trotz aller Probleme und Nachbesserungsbedarfe denkt Helming, dass es für das deutsche Herangehen an das System Gesundheit „unter den gegebenen Rahmenbedingungen keine Alternative gibt“.

http://doi.org/10.24945/MVF.02.15.1866-0533.1979

>> Wie stehen Sie zur Versorgungsforschung?
Nur auf der Basis der mit Versorgungsforschung generierten Erkenntnisse und Daten ist eine qualifizierte Ressourcensteuerung und Versorgungsstrukturierung überhaupt möglich. Alles andere wäre Wolkenkuckucksheim.

Diese Ansicht teilt nicht jeder. Viele Akteure scheinen sich in Intransparenz doch sehr wohl zu fühlen.
Wir in Brandenburg haben die Erfahrung gemacht, dass es wesentlich sinnvoller ist, über den Schüsselrand hinaus zu schauen, um dann anhand möglichst valider Daten frühzeitig Weichen zu stellen und nicht nachher in irgendeine Handlungsnotwendigkeit zu stolpern, in der womöglich aus dem Bauch heraus oder wohl mehr übers Knie gebrochen, Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht wirklich gut durchdacht sind.

Das kennzeichnet doch unser Gesundheitssystem, das durch vielfältigste Reformen und Detailgesetze, die sich oft gegenseitig konterkarieren, determiniert wird.
Man kann sich dieser Problematik auch ein wenig anders nähern, wenn man den Zeitraum, den ich überblicken kann – und das sind immerhin 25 Jahre – analysiert. Ich erkenne eine Kernphilosophie, die sich in jedem Gesetzesvorhaben wiederfindet, auch wenn diese manchmal von aktuellen, oft massiven Detailregelungen verdeckt wird. Diese sind oft erfolgreich, aber nicht immer. Doch ist die Politik, zumindest auf der Fachebene, in der Zwischenzeit so pfiffig geworden, dass sie aus den Misserfolgen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte gelernt hat. Was beim ersten oder zweiten Mal keinen Erfolg hatte, wird dann eben leicht modifiziert in die nächste oder übernächste Gesetzesnovelle eingebracht.

Der Staatsapparat scheint penetrant zu sein.
Jedenfalls verfolgt er eine klare Linie, eben fast eine Kernphilosophie.

Und wie lautet die?
Im Kern dieser Haltung steht eine totale Abkehr von dem ursprünglichen, freiberuflichen ärztlichen Selbstverwaltungssystem, das sich seit Bismarck entwickelt hat. Und das bis Mitte der Achtziger oder Anfang der Achtzigerjahre, das kenne ich aber nur vom Hörensagen, wohl auch funktioniert hat. Dann aber startete Blüm den Reigen der auf Ausgabensteuerung ausgerichteten Gesetze mit der die Einflussnahme des Staates begann und seither mit jeder Reform weiter zunimmt. Um das Ziel der Ausgabensteuerung zu erreichen, wurden die Rahmenbedingungen, in denen gehandelt werden kann, entsprechend immer wieder angepasst.
Bis hin zur Budgetierung.
Exakt. Im Rahmen dieser Budgetierung muss die Politik natürlich die Rahmenbedingungen weiterhin immer wieder so anpassen, dass das zur Verfügung stehende Budget „ausreicht“ und die Begehrlichkeiten begrenzt werden.

Das klingt doch an sich logisch.
Das ist ja das Fatale. Der Denkfehler besteht aber gerade darin, dass mit zwei geradezu diametralen Polen argumentiert wird. Die Versicherten bekommen den Eindruck vermittelt, der Himmel sei oben offen und nahezu alles an Innovationen sei beanspruchbar. Die Ärzte hingegen ...  <<

 

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doi: 10.24945/MVF.02.15.1866-0533.1979

Ausgabe 02 / 2015

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