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Wie klinische Dokumentation etwas leichter wird

31.03.2015 14:00
Krankenhausstrukturgesetz. Versorgungsstrukturgesetz. Patientenrechtegesetz. Pflegestärkungsgesetz. Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention, kurz Präventionsgesetz. Wer die mannigfaltigen Gesetzesrefomen des Jahres 2015 fehlerfrei schreiben will, ist entweder eine geübte Schreibkraft oder: diktiert. Was bisher schier unmöglich war, ermöglicht eine Software namens „Dragon“ von Nuance. Natürlich ist es auch möglich, Begriffe wie „Krankenhausstrukturgesetz“ oder „Versorgungsstrukturgesetz“ in der Basic-Anwendung zu diktieren, die es bereits ab 169 Euro gibt, allerdings dauert es durchaus eine Weile, bis die Software auf Worte wie diese trainiert ist und dann fehlerfrei umsetzt. Doch in der Spezifikation „Medical Practice Edition“ haben die Entwickler diese Arbeit bereits getan. Darum kann sich für Ärzte wie für Krankenhäuser der Invest einer solchen Software durchaus lohnen, wie zwei aktuelle Studien nahelegen.

>> Das Unternehmen Nuance Healthcare hat es immerhin geschafft, inzwischen rund 70 Prozent aller amerikanischen Krankenhäuser mit Spracherkennungslösungen auszustatten. Gemeint ist hier allerdings nicht nur die „Medical Practice Edition“ (Kosten: 1.599 Euro), mit der niedergelassene, meist allein oder in einem kleinen Team mit MTA arbeitende Ärzte eine Erfassung von medizinischen Informationen direkt im Arztinformationssystem per Sprache ermöglicht wird, sondern eine Lösungsfamilie, die so ziemlich jede Form einer zeitgemäßen medizinischen Dokumentation abdecken kann – angefangen bei digitalem Diktat, Front-End- und Back-End-Spracherkennung, bis hin zur Workflow- und Transkriptionsfunktionalität und weiter zum Cloud-basierten Ansatz. Hier kommen weiterführende Lösungspakete wie die „Development Platform“, die „Workflow Edition“ und/oder die „SpeechAnywhere Services“ in Anwendung, ein neues Set von Cloud- und netzwerkbasierten Webdiensten zur sicheren und schnellen Implementierung von Spracherkennungsfunktionen in bestehende klinische oder auch mobile Applikationen.
Bei diesem skalierbareren Komplettansatz ruft das Unternehmen, das inzwischen Kunden und Partner in mehr als 30 Ländern hat, allerdings ganz andere Beträge auf. Es scheint sich aber für die Anwender zu lohnen, denn inzwischen arbeiten mehr als 500.000 klinisch tätige Ärzte in mehr als 10.000 Institutionen mit den mit diversen Awards ausgezeichneten Softwarepaketen, die den klinischen Workflow unterstützen helfen. Da diese Behauptung in der Realität bisher nicht nachweisbar war, hat Nuance zwischen Januar und April in England und im März dieses Jahres in Deutschland je eine Studie durchführen lassen.
197 beteiligte Mitarbeiter aus zwei Universitätskliniken, darunter 40 % Ärzte, 20 % Pflegepersonal, 27 % Therapiepersonal und 13 % in anderen Funktionen, trugen in England in der Studienzeit dazu bei, nahezu 40.000 Datenpunkte zusammenzutragen, die anschließend in Teilsegmenten und in ihrer Gesamtheit analysiert wurden.
Ein erstes Ergebnis dieser Studie ist die Erkenntnis, dass die durchschnittliche Zeit, die die Befragten alleine für die klinische Dokumentation aufwenden mussten, im Schnitt bei 10,8 Stunden pro Woche betrug, wobei allerdings die Ärzte noch ein wenig mehr Zeit investieren mussten als andere Funktionsträger in den Kliniken (11,5 Stunden). Wichtig dabei ist allerdings nicht die Gesamtzeit an sich, sondern wie sie sich aufteilt; zum einen in narrative, zum anderen in strukturierte Inhalte. Während die in der Studie beobachteten Ärzte 68,6 % (7,4 Stunden pro Woche) ihrer Zeit damit beschäftigt waren, narrativen (also meist unstrukturierten und von der mündlich erzählten in die schriftliche Form zu übertragenden Content zu erfassen, waren es beim Pflegepersonal nur 6,8 Stunden. Das war für Nuance ein wichtiger Hinweis, denn gerade die Eingabe dieses narrativen Contents kann – so die Ausgangsthese der Studie – durch technische Lösungen beeinflusst werden.
Eine weitere Studienerkenntnis ist jene, wie viel Zeit in Klinik arbeitende Funktionsträger damit verbringen müssen, die Information zu suchen ...  <<

 

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Ausgabe 05 / 2015

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

 

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