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„Bridging the Gap“

19.09.2016 14:00
Seit April 2016 ist Dr. Andreas Meusch Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) sowie Beauftragter des Vorstands der Techniker Krankenkasse (TK) für strategische Fragen des Gesundheitswesens, und damit Nachfolger von Dr. Frank Verheyen, der das WINEG seit 2009 geleitet hat und nun bei der TK strategische Aufgaben der Arzneimittelversorgung im Bereich Versorgungsinnovation übernimmt. Meusch, der mit einer Arbeit über „Moral Hazard in der gesetzlichen Krankenversicherung“ promovierte, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er das System Krankenkasse/Versorgungsforschung beleuchtet.

http://doi.org/10.24945/MVF.05.16.1866-0533.1980

>> Sehr geehrter Herr Dr. Meusch, wollen wir uns allen einmal unterstellen, aus bestem Wissen und Gewissen heraus handeln zu wollen: Sind Sie denn absolut sicher, dass Sie sich in ihrer früheren Funktion und heute in ihrer jetzigen immer für das mögliche Optimum – sei es nun ein kurz-, oder besser, ein langfristiges – entschieden haben respektive entscheiden?
Jemand, der im Gesundheitssystem arbeitet, ist in verschiedensten Funktionen ein Entscheidungsträger, genauso wie in anderen Branchen auch. Das Wesen des Managements ist es, dass meist die zeitliche Perspektive des vorhandenen Wissens und die Notwendigkeit der Entscheidung divergieren. Alleine schon darum kann es praktisch nie die „beste“ Entscheidung geben – damit sind Fehler in allem, was man tut und noch so gut meint, nahezu programmiert und einzukalkulieren. Optimal kann die Entscheidung aber durchaus sein, denn „optimal“ meint ja gerade das beste Ergebnis, das unter den gegebenen Umständen zu erreichen ist.

Ein Kassenmanager aus Berlin sagte einmal: „Wir spielen nicht mit Menschenleben.“ Wer in einer Krankenkasse Entscheidungen trifft, ist geprägt davon, dass die von ihm gemanagte Versorgung entscheidende bis ernsthafte Ausflüsse auf die Versicherten seiner Kasse hat.
Da geht es einem Entscheidungsträger in einer Krankenkasse nicht anders als einem Arzt, der auch nach bestem Wissen und Gewissen handelt, ergänzt durch seine viele Jahre dauernde Ausbildung und meist ebenso jahrelange Erfahrung und Weiterbildung. Auch ein Arzt „spielt“ darum nicht mit Menschen, aber muss ebenso wie ein Kassenmanager damit leben, dass seine einmal getroffene Therapieentscheidung oder der von ihm verantwortete Eingriff gegebenenfalls einem Menschen Schaden zufügt. Damit muss man sich auseinandersetzen, damit muss man leben können und wollen. Keine Option ist es allerdings, aus der Angst heraus, nur keinen Fehler machen zu wollen, gar nicht mehr zu entscheiden.

Erschwerden kommt hinzu, dass das Gesundheitswesen ein super-komplexes System ist.
Alle Entscheidungen, die in unserem Gesundheitssystem von der Politik, der Selbstverwaltung oder den Krankenkassen getroffen werden müssen, sind geprägt durch vielfältigste Faktoren ...

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Zitationshinweise: doi: 10.24945/MVF.05.16.1866-0533.1980

Ausgabe 05 / 2016

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