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8. MVF-Fachkongress am 11. April 2018 in Berlin

Als Basis der frühen Nutzenbewertung, aber auch für viele andere Forschungsfragen wie politische Systementscheidungen werden gemeinhin und bisher unhinterfragt die Ergebnisse von RCT verwandt. Das ist wohl auch richtig so, weil RCT zumindest "für die Frage nach dem Nutzen die fehlerärmsten Instrumente" sind, wie Prof. Dr. Jürgen Windeler, der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), im Titelinterview mit „Monitor Versorgungsforschung“ (MVF 01/18) zu Protokoll gibt: nicht fehlerfrei, aber immerhin fehlerärmer! Doch sind RCT zum einen nicht die einzigen Methoden (Pragmatic Trials, Registerstudien?), die in Frage kämen, zum anderen sollte vor allem die generelle Übertragbarkeit der in RCT gewonnenen Erkenntnisse in die Real World der Versorgung diskutiert werden.

Übertragbarkeit – Limitationen – Prozessfaktoren

Als Basis der frühen Nutzenbewertung, aber auch für viele andere Forschungsfragen wie politische Systementscheidungen werden gemeinhin und bisher unhinterfragt die Ergebnisse von RCT verwandt. Das ist wohl auch richtig so, weil RCT zumindest „für die Frage nach dem Nutzen die fehlerärmsten Instrumente“ sind, wie Prof. Dr. Jürgen Windeler, der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), im Titelinterview mit „Monitor Versorgungsforschung“ (MVF 01/18) zu Protokoll gibt: nicht fehlerfrei, aber immerhin fehlerärmer! Doch sind RCT zum einen nicht die einzigen Methoden (Pragmatic Trials, Registerstudien?), die in Frage kämen, zum anderen sollte vor allem die generelle Übertragbarkeit der in RCT gewonnenen Erkenntnisse in die Real World der Versorgung diskutiert werden, wie Windeler selbst im o.g. Interview anregt. Wer das tut (und das sollten Ärzte wie Kassenmanager, Politiker wie Patientenvertreter und selbstredend auch Pharmamanager), dem stellen sich viele wichtige Fragen:

1) Wie sieht es generell mit der Übertragbarkeit/Extrapolation von RCT-Ergebnissen aus?

2) Welche Methoden und Systematiken, aber auch welche Limitationen gibt es?

3) Für welche Entscheidungen müssen RCT und für welche müssen Real World-Daten zugrunde gelegt werden?

4) Wie valide sind internationale Ergebnisse für die Versorgung in Deutschland?

5) Auf welche Evidenz gründen Ärzte die individuellen Entscheidungen für die Patienten?

6) Welche Evidenz ist für welche Entscheidungssituation die richtige?

7) Welche Evidenz ist im Sinne der Patienten entscheidend?

Die Veranstaltung richtete sich an Führungskräfte und Verantwortliche aus:

  • Selbsthilfe / Patientenvereinigungen
  • Krankenversicherungen (GKV / PKV)
  • Institutionen der Selbstverwaltung
  • Patientenvertretungen
  • Ärzte und Apotheker
  • Gesundheitsberufe
  • Versorgungsmanager
  • Bundes- und Landespolitik
  • Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen
  • Dienstleister und Berater

Grußwort des Herausgebers

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

„RCT sind nicht die Grundlage von EbM, sondern sie sind für die Frage nach dem Nutzen die fehlerärmsten Instrumente – nicht mehr und nicht weniger.“ Das sagt Prof. Windeler, der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), im Titelinterview mit „Monitor Versorgungsforschung“ (MVF 01/18). Entscheidend ist, wie steht es mit der Übertragbarkeit in die Real World der Versorgung? Und für welche Entscheidungen müssen RCTs und für welche müssen Real World Daten zugrunde gelegt werden? Wie valide sind internationale Ergebnisse für die Versorgung in Deutschland? Auf welche Evidenz gründen Ärzte die individuellen Entscheidungen für die Patienten? Allgemein: Welche Evidenz ist für welche Entscheidungssituation die richtige? Und im Endeffekt: Welche Evidenz ist im Sinne der Patienten entscheidend?

Bei unserem MVF-Fachkongress 2018 haben wir uns diesen Fragen gewidmet und, wie gewohnt, aus den verschiedenen fachlichen und Anwendungsperspektiven unvoreingenommen diskutiert, zum Beispiel: Wie lassen sich die aus Versorgungstudien gewonnenen Daten die in den einzelnen Fällen richtigen Entscheidungen ableiten.

Es geht um die Bewertung der Übertragbarkeit und Extrapolation, im besten Fall um eine entsprechende Systematik und um die darauf aufbauenden Entscheidungsprozesse. „Wie kann man Erkenntnisse aus Versorgungstudien (RCTs, Zulassungsstudien, Real World Data) auf die anstehende Entscheidung im Interesse der Patienten übertragen?“

Danke für Ihre aktive Teilnahme an unserem 8. Fachkongress, der erneut in der Bertelsmann Repräsentanz in Berlin stattfand.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Professor Dr. Reinhold Roski
Herausgeber „Monitor Versorgungsforschung“

Kontakt

Für alle Fragen rund um die „Nationale Agreement-Konferenz“, erreichen Sie

Anke Heiser, MVF-Verlag

Referenten & Vorträge

Hier finden Sie die Referenten (in zeitlicher Abfolge) des MVF-Onlinekongresses „Priorisisierungskatalog Versorgungsforschung“, der in 2 Teilen – am 13. Dezember 2022 und einem noch zu benennenden Termin – in Kooperation mit dem Berliner IGES Institut stattfindet. Die Abstracts, die Vorträge sowie deren Audiomitschnitte stehen (sobald die Freigaben durch die Referenten erfolgt sind) allen Interessierten – Abonnenten und Nicht-Abonnenten von MVF – zur Verfügung. Wobei wir uns natürlich über jeden neuen Abonnenten freuen würden, der damit zeigt, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird. Die Dokumentation der Veranstaltung lesen Sie in der MVF-Ausgabe (01/22).

Referenten
Prof. Dr. Reinhold Roski,
MVF Herausgeber

Thema
Begrüßung

Referenten
Dr. Christian Koch,
vilua avarto

Thema
Begrüssung

Referenten
Dr. Köster-Steinebach,
langjährige Patientenvertreterin im G-BA

Thema
Evidenz für Patienten

Referenten
Dr. Antje Behring

Thema
Stellenwert von RCTs, Registerdaten und weiteren Datenquellen für Entscheidungen des G-BA

Referenten
Prof. Dr. Antes,
Cochrane, Freiburg

Thema
Evidenz aus Studien – Kriterien und Standards

Referenten
Prof. Dr. Wensing,
Universität Heidelberg

Thema
Studien aus dem Ausland als Entscheidungsgrundlage in Deutschland

Referenten
Prof. Dr. Prof. h.c. Dr. h.c. Neugebauer,
Neuruppin (DNVF)

Thema
Was Register leisten können und was nicht

Referenten
Corinna Schaefer,
ÄZQ

Thema
Evidenz für die Primärversorgung

Referenten
Prof. Dr. Ludwig,
AKdÄ

Thema
RCT vs. Real World? Klinische Studien und onkologischer Alltag

Referenten
Dr. Haas,
GKV-Spitzenverband, Berlin

Thema
Welche Evidenz für welche Entscheidungen?
Die Sicht der Kassen

Referenten
Prof. Dr. Paar,
Sanofi, Berlin

Thema
Real World Evidenz – Was ist das und was kann sie uns sagen?

Referenten
Dr. Happich,
Lilly, Bad Homburg

Thema
Frühe Nutzenbewertung: Kombination RCT mit Beobachtungsdaten

Referenten
Prof. Dr. Wilke,
IPAM, Wismar

Thema
Trials und Real World Data: Unterschiede und Kombination

Referenten
Prof. Dr. Häussler,
IGES Institut, Berlin

Thema
Kausalität, Zusammenhang, Koinzidenz. Alles kann uns weiterbringen

Referenten
Prof. Dr. Schrappe,
Köln

Thema
Standpunkt: Gute Forschung statt Pseudo-Kontroverse

Referenten
Prof. Dr. Reinhold Roski
Herausgeber „Monitor Versorgungsforschung“

Thema
Gesamtmoderation des Kongresses

Veranstaltungsort

Bertelsmann Repräsentanz
Unter den Linden 1
10117 Berlin

Website: Bertelsmann Repräsentanz
E-Mail: kundenservice@randomhouse.de

Aus WIKI:

Das Kommandantenhaus (Alte Kommandantur) bildet den Auftakt des Boulevards Unter den Linden in Berlin. Direkt gegenüber vom Zeughaus und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Museumsinsel gelegen steht das historisierende Monument auf städtebaulich wichtigem Terrain. Als Beispiel einer nahezu vollständigen Rekonstruktion zerstörter, historischer Bausubstanz wird das als Hauptstadtrepräsentanz der Bertelsmann AG und der Bertelsmann Stiftung wiedererrichtete Gebäude architektonisch höchst kontrovers beurteilt. Südlich des Kommandantenhauses wurde der Schinkelplatz gartendenkmalpflegerisch wiederhergestellt.

Im 17. Jahrhundert wurde die erste größere Stadterweiterung Berlins geplant. Noch innerhalb der alten Festungsanlagen der Residenzstadt sollte der neue Stadtteil Friedrichswerder entstehen. Mit der Durchführung beauftragte Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der „Große Kurfürst“) seinen Festungsbaumeister Johann Gregor Memhardt. Als Anerkennung erhielt Memhardt vom Kurfürsten ein Baugrundstück in guter Lage als Geschenk und ließ dort um 1653 sein zweigeschossiges Wohnhaus bauen, das erste steinerne Haus auf dem Friedrichswerder – Vorgänger des Kommandantenhauses.

Nachdem das Gebäude baufällig geworden war, entstand 1795/96 ein repräsentativer königlicher Immediatbau, errichtet durch den Baumeister Wilhelm Konrad Titel. Dieses Gebäude war zunächst als privates Palais mit zahlreichen Wohn- und Nebenräumen sowie Pferdeställen angelegt, 1799 wurde es zum Sitz des Kommandanten der Berliner Garnison bestimmt. 1818 übernahm die Kommandantur auch den Dienst an der Neuen Wache, die von Karl Friedrich Schinkel schräg gegenüber, zwischen Zeughaus und Universität – dem früheren Prinz-Heinrich-Palais – errichtet worden war.

Das Kommandantenhaus 1910

Ein wesentlicher Umbau erfolgte in den Jahren 1873/74. Ein weiteres Geschoss kam hinzu, das barocke Walmdach wurde durch ein Flachdach ersetzt, die ganze Fassade mit einer markanten Putzquaderung bedeckt. An den Rändern des Daches stellte man acht Terrakotta-Adler mit ausgebreiteten Flügeln auf. Die Gesamtgestaltung lehnte sich an die florentinische Palastarchitektur der Frührenaissance an – für eine solche Adaption gab es seit 1830 ein prominentes Beispiel in Berlin, nämlich Schinkels Palais Redern am Pariser Platz, das 1907 dem Neubau des Hotel Adlon weichen musste.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Kommandantenhaus bei Bombenangriffen beschädigt und in den 50er Jahren abgerissen; die DDR beanspruchte das Grundstück für ihr groß dimensioniertes Außenministerium, das seinerseits 1995 wieder abgerissen wurde.

1806, während der Besetzung Berlins durch die Truppen Napoleons, hatte der Schriftsteller Stendhal (bürgerlich Marie-Henri Beyle) als französischer Kriegskommissar das Kommandantenhaus bewohnt. Der letzte Berliner Stadtkommandant und Hausherr der Kommandantur, Paul von Hase, war an der Vorbereitung des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 beteiligt, er sollte während der Aktion für die Absperrung des Regierungsviertels sorgen. Nach dem Scheitern des Attentats auf Adolf Hitler wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 8. August 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Vollständiger Wiederaufbau

Rahmenbedingungen

1999 erwarben Bertelsmann AG und Bertelsmann Stiftung das prestigeträchtige Grundstück Unter den Linden Nr. 1 in einem öffentlichen Bieterverfahren in Konkurrenz zu 37 Mitbewerbern. Der Kaufpreis betrug 12,7 Millionen Mark. Für die Nutzung des 967 m² großen Areals hatte der Berliner Senat verbindliche Auflagen gemacht. Verlangt wurden die Wiedererrichtung des alten Baukörpers und die genaue Rekonstruktion der historischen Fassade. Die Gestaltung des Gebäudeinneren wurde den Erwerbern freigestellt. Bertelsmann wollte eine anspruchsvolle, hauptstädtische Repräsentanz errichten, die auch dem Modernitätsanspruch des Unternehmens gerecht werden sollte. Das Ergebnis ist ein deutlicher Kontrast zwischen Innen und Außen. Verantwortlicher Architekt war der Kölner Thomas van den Valentyn, für die Wiederherstellung der Fassade wurden die als Spezialisten erfahrenen Berliner Baumeister Rupert und York Stuhlemmer herangezogen. Der Wiederaufbau war im November 2003 abgeschlossen.

Kongressvorsitz

Prof. Dr. Reinhold Roski
Herausgeber „Monitor Versorgungsforschung“