top

Translations-Konferenz

Der Innovationsfonds wird dafür sorgen, dass die von ihm geführten Projekte, sollten Sie positiv evaluiert werden, in die Regelversorgung überführt werden können. Doch was ist mit jeden Projekten, die nicht vom Innovationsfonds unterstützt werden und dennoch einen nachgewiesenen positiven Einfluss auf die Versorgung haben? Diese evaluierten, aber bisher nur im IV-Vertrag umgesetzten Projekte stellt das neue Format „Translations-Konferenz“ vor, den „Monitor Versorgungsforschung“ gemeinsam mit der DGIV und der HTW Berlin ins Leben ruft. Auf dem Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin werden „Translations-Konferenzen“ stattfinden, wobei immer ein Projekt im Mittelpunkt stehen wird. Zu dieser Konferenz werden alle Partner geladen, die in der Lage und Willens sein müssten, eine derartige Versorgungsverbesserung flächendeckend allen GKV- und auch PKV-Versicherten zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam soll der Weg zur flächendeckenden Einführung beschrieben werden, Hinderungsgründe identifiziert und wenn möglich ausgeräumt werden. Die erste Konferenz dieser Art fand am 24. April statt.

Die Veranstaltung wendet sich an einen ausgesuchten Kreis aus Führungskräften und Verantwortlichen des deutschen Gesundheitssystems, die persönlich von HTW, DGIV und MVF als Gäste eingeladen werden. Diese können folgenden Gruppierungen angehören:

  • Selbsthilfe / Patientenvereinigungen
  • Krankenversicherungen (GKV / PKV)
  • Institutionen der Selbstverwaltung
  • Patientenvertretungen
  • Berufs- und Fachgesellschaften
  • Versorgungsmanagement
  • Bundes- und Landespolitik
  • Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen
  • Dienstleister und Berater

Grußwort des Herausgebers

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Innovationsfonds fördert solche Projekte, die nach der positiven Evaluation in die Regelversorgung überführt werden. Aber es gibt ja viele Projekte, die bereits in IV-Verträgen realisiert sind und die eine nachgewiesene positive Wirkung auf die Versorgung der Patienten haben. Wir können auch solche Innovationen flächendeckend in der Regelversorgung realisiert werden?
Damit will sich diese „Nationale Translations-Konferenz“ beschäftigen. Diese neue Konferenz startet „Monitor Versorgungsforschung“ gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung (DGIV) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin).  Die „Translations-Konferenzen“ sollen zweimal pro Jahr auf dem Campus Wilhelminenhof der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin stattfinden, wobei immer ein Projekt im Mittelpunkt steht.
Zu dieser Konferenz werden alle Akteure und Partner eingeladen, die grundsätzlich in der Lage und willens sind, derartige Versorgungsverbesserungen allen GKV- und auch PKV-Versicherten flächendeckend zur Verfügung zu stellen.
Gemeinsam soll der Weg zur bundesweiten Einführung der in den IV-Verträgen begonnenen Verbesserungen beschrieben werden, Hinderungsgründe identifiziert und, wenn möglich, ausgeräumt werden. Damit wollen wir zur bundesweiten Verbreitung dieser Versorgungsinnovationen beitragen.

Diskutieren und entscheiden Sie mit.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Professor Dr. Reinhold Roski
Herausgeber „Monitor Versorgungsforschung“

Kontakt

Für alle Fragen rund um die „Nationale Agreement-Konferenz“, erreichen Sie

Prof. Dr. Reinhold Roski, MVF-Herausgeber

Dr. Albrecht Kloepfer, Geschäftsführung DGIV

  • per E-Mail an info@dgiv.org
  • telefonisch Tel.  +49 (0)30 / 44 72 70 80

Anke Heiser, MVF-Verlag

In der Bundesrepublik haben derzeit schätzungsweise 250.000 Menschen mit Diabetes eine Fußläsion und etwa 1 Million Diabetiker ein erhöhtes Risiko, eine Fußverletzung zu erleiden. Damit ist das Diabetische Fußsyndrom (DFS) eine der Hauptkomplikationen von Patienten mit Diabetes mellitus, wobei die bedeutendsten Konsequenzen diabetischer Fußprobleme Ulzerationen (tiefliegende Substanzdefekte, vulgo Geschwüre – oft in Form der chronischer Wunden) sowie kleine (Minor-) und hohe (Major-) Amputationen sind. Obwohl es seit 2003 das DMP Diabetes mellitus Typ 2 und seit 2005 das DMP Diabetes mellitus Typ 1 gibt, an denen mittlerweile über vier Millionen Diabetiker teilnehmen und sich damit die ambulante Versorgung für Diabetiker insgesamt verbessert hat, werden durch sie anscheinend die Komplikationsraten der Mikroangiopathie, insbesondere jener des Diabetischen Fußsyndroms, nicht positiv beeinflusst.

Der AOK Nordost fiel  bei der Kontrolle der Zielerreichungsgrade des kasseneigenen DMP Diabetes auf, dass die hier festgelegte, einmal jährliche Fußuntersuchung nicht lückenlos bei allen Diabetikern durchgeführt wurde, bei der Feststellung eines auffälligen Fußstatus nicht immer eine Überweisung oder eine zu späte Überweisung zu einem Spezialisten erfolgte, die Mit- und Weiterbehandlung des auffälligen Fußes erst stark zeitverzögert eingeleitet wurde und es zu Amputationen kam, obwohl in den DMP-Dokumentationen stetig nur niedrige Schweregrade angegeben waren. Dies nahm die „Gesundheitskasse“ bereits 2011 zum Anlass, mit besonders zur Versorgung von DFS-Patienten qualifizierten Ärzten einen Vertrag nach § 73c SGB V zu schließen, welcher die diabetologisch qualifizierte ambulante Versorgung der Versicherten mit DFS verbessern soll. Die ersten Auswertungen des DFS-Vertrags (siehe MVF 03/2016 9. Jahrgang 06.06.2016) zeigen, dass die AOK Nordost das selbstgesetzte Ziel, bei ihren Versicherten mit einem Diabetischen Fußsyndrom Amputationen zu reduzieren, erfüllen konnte. Anhand einer Eigen-Analyse konnte gezeigt werden, dass im Beobachtungszeitraum die Amputationen in der Interventionsgruppe (IG) im Vergleich zur Kontrollgrupppe (KG) um 16 % vermindert werden konnten, was für die betroffenen Patienten einen erheblichen Lebensqualitätsgewinn darstellt.

Weniger Kosten, mehr Lebensqualität

Durch die Verringerung der Amputationsrate entwickelten sich auch die Kosten für Krankenhausaufenthalte mit Amputationen in der IG deutlich günstiger als in der KG. Alleine durch die vermiedenen Amputationen mussten kassenseitig in der IG 507.521,36 Euro weniger für Amputationen ausgegeben werden als in der KG, was die extrabudgetäre Vergütung für die behandelnden Ärzte (426.775,00 Euro) aufwog.  Aus diesen ersten Evaluationsergebnissen kann die Hypothese abgeleitet werden, dass anfängliche Mehrausgaben für Leistungen bei der Behandlung des diabetischen Fußes (extrabudgetäre Vergütung, Schuhversorgung, KH-Aufenthalte wegen Diabetes mit vielen Prozeduren zur Gefäßdiagnostik und Fußpflege) zu einer nachhaltig besseren Entwicklung des Krankheitsbildes beitragen. Deutlich weniger Amputationen und damit die Erfüllung eines wichtigen Detailziels der Saint-Vincent-Deklaration sind mit Hilfe eines solchen Vertrags möglich. Jedoch: Warum bisher nur bei Versicherten der AOK Nordost.

Referenten & Vorträge

Hier finden Sie die Vorträge der Referenten (in zeitlicher Abfolge) des 1. Translationskonferenz. Thema 1: DFS

Referenten
MVF-Herausgeber Prof. Dr. Reinhold Roski (HTW)

Thema
Begrüßung

Referenten
Prof. Dr. Stefan G. Spitzer
Vorsitzender des Vorstandes der 
DGIV

Thema
Begrüssung

Referenten
Prof. Dr. Klaus Semlinger,
Präsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Referenten
Dr. Albrecht Kloepfer,
Leiter des Hauptstadtbüros der DGIV

Thema
Einführung

Referenten
Dr. Dirk Hochlenert,
Amb. Zentrum für Diabetologie, Endoskopie und Wundheilung, Köln

Thema
DFS: Höhen und Tiefen aus 15 Jahren Netzwerkarbeit

Referenten
Dr. Christian Klepzig,
Diabetologe, Offenbach

Thema
DFS: Innovationshemmnisse – Woran ein erfolgreicher Vertrag scheitern kann

Referenten
Dr. Ralf Uwe Häußler,
Facharzt für Innere Medizin / Diabetologie; Zertifizierte Fußambulanz, Berlin

Thema
DFS: Therapeutische Banalität oder tickende Zeitbombe?

Referenten
Dr. Werner Wyrwich,
Geschäftsbereichsleiter Indikationen, AOK Nordost

Thema
DFS-Versorgungsherausforderung – Wie geht eine Krankenkasse damit um?

Referenten
Dr. Sandra Feldt

Thema
DFS: Qualifizierte ambulante Versorgung im Rahmen eines IV-Vertrages – Wie sind die Ergebnisse

Thema
Diskussion mit Spitzer, Hochlenert, Klepzig, Häußler,  Wyrwich und Feldt sowie Beteiligung des Auditoriums

Fragen
1.  Reicht die vorhandene Evidenz?
2.  Können die Kernelemente selektivvertraglicher Lösungen zum DFS in die Regelversorgung übernommen werden?
Moderation: Prof. Dr. Roski, MVF und Dr. Albrecht Kloepfer, DGIV

Referenten
Prof. Dr. Dr. Alfred Holzgreve,
Direktor Klinische Forschung und Akademische Lehre der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, Berlin

Thema
Erster Adhoc-Entwurf eines Agreement zum DFS. Dieser Entwurf wird schriftlich ausformuliert und  in den kommenden Wochen von den Konferenzteilnehmern und den Mitgliedern der DGIV konsentiert

Veranstalter

HTW Berlin – University of Applied Sciences

Wirtschaftskommunikation, Marketing, Medienmananagement, Gesundheitskommunikation: Prof. Dr. Roski

Treskowallee 8
10318 Berlin

Tel.: +49 30 5019-2485
E-Mail: Reinhold.Roski@HTW-Berlin.de

Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung e.V.

Geschätsführung: Dr. Albrecht Kloepfer

Friedrichstraße 183
D- 10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 / 44 72 70 80
Fax: +49 (0)30 / 44 72 97 46
E-Mail: info@dgiv.org

Monitor Versorgungsforschung MVF

Chefredakton: Peter Stegmaier

Verlag: eRelation AG
Kölnstraße 119
53111 Bonn
Deutschland

E-Mail: stegmaier@m-vf.de

Kongressvorsitz

Prof. Dr. Reinhold Roski
Herausgeber „Monitor Versorgungsforschung“

Dr.  Albecht Kloepfer,
DGIV