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„Flächendeckende Versorgung von Stomapatienten akut gefährdet“

20.11.2019 13:09
Die unter höchstem Zeitdruck geschlossenen Beitrittsverträge der DAK-Gesundheit sind nach Einschätzung der Initiative „Faktor Lebensqualität“ nicht geeignet, eine bundesweite Versorgung der 14.000 betroffenen Stomaträger in ausreichender Qualität sicherzustellen. Aktuell würden auch die Neupatienten in ein Versorgungsloch fallen.

„Unter diesen Bedingungen ist eine akzeptable Versorgung aller Patienten von Flensburg bis Berchtesgaden praktisch unmöglich“, so Klaus Grunau von der Initiative „Faktor Lebensqualität“. „Diese erlauben keine angemessene Betreuung der Betroffenen Die Patienten werden einmal mehr verunsichert und belastet.“

Die erneuten Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern – wie Homecare-Unternehmen oder Sanitätshäusern – waren nach dem Ausschreibungsverbot in dem sensiblen und besonders dienstleistungsintensiven Bereich der Stomaversorgung nötig geworden. Das Verbot gilt seit Mai 2019. Eine Übergangsfrist gab Krankenkassen und Leistungserbringern bis zum 1. Dezember Zeit, neue Versorgungsverträge für die Hilfsmittelversorgung zu vereinbaren.

Patientenvertreter befürchten massive Qualitätseinbußen und Aufzahlungen

Die DAK-Gesundheit war die einzige Krankenkasse, die drei Wochen vor Ablauf der Frist noch keine neuen Verträge mit Versorgern geschlossen hatte.Mitte Novemberg gab die Krankenkasse bekannt, dass sie sich mit zwei bundesweiten und einigen regionalen Versorgern auf eine Regelung geeinigt habe. Experten halten die vereinbarten Rahmenbedingungen aber für nicht angemessen und erwarten empfindliche Defizite in der Versorgungsqualität.

„Faktor Lebensqualität“ fordert verpflichtendes Vertragscontrolling

Um eine flächendeckende Versorgung zu sichern, kommt es aus Sicht der Initiative „Faktor Lebensqualität“ nun auf die konkrete Vertragsüberprüfung durch die DAK an. Nur durch eine konsequente Überwachung der Einhaltung der Vertragsinhalte besteht die Möglichkeit, Fehlentwicklungen zu begegnen und die Rahmenbedingungen ggf. auch noch einmal nachzuschärfen.

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