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80% zu viel amputiert?

01.10.2012 13:41
Aus Anlass des Europäischen Diabetes Kongresses vom 1. - 5. Oktober in Berlin weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) auf die erschreckend hohe Zahl von Amputationen in Deutschland hin. Von den 60.000 Amputationen jährlich sind ca. 40.000 die Folge von Diabetes. Damit liegt Deutschland bei der Amputationsrate international im oberen Bereich. Experten gehen davon aus, dass ca. 80 % davon vermeidbar wären. Voraussetzung dafür wäre eine optimale Blutzuckereinstellung, die frühzeitige Behandlung des diabetischen Fußsyndroms und eine bessere Vernetzung der verschiedenen ärztlichen und nichtärztlichen Spezialisten im ambulanten und stationären Sektor.

Um die Situation zu verbessern, sei eine fach- und sektorenübergreifende Struktur  entscheidend, die ärztliche Spezialisten wie Diabetologen, Gefäßchirurgen, Radiologen oder Orthopäden sowie Diabetesberater, Wundassistenten, Ernährungsberater, Podologen oder Orthopädie-Schuhmacher miteinander vernetzt - und zwar in einem vor- und nachstationären Verbund. Wichtig ist es nach Meinung der Fachgesellschaft, in spezialisierten Einrichtungen die personelle und räumliche Ausstattung auf diese Patienten auszurichten. Dazu gehört auch, Standards und Qualitätsprozeduren einzuhalten und die Behandlungsqualität regelmäßig zu überprüfen.
„Wir wissen heute, dass in spezialisierten Einrichtungen deutlich bessere Behandlungsergebnisse zu erzielen sind“, bestätigt Professor Dr. Ralf Lobmann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft zertifiziert seit fast zehn Jahren Kliniken und Praxen für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Seitdem gibt es dort eine konstant niedrige Rate von unter vier Prozent der hohen (oberhalb des Sprunggelenkes) Amputationen. Diese Ergebnisse haben auch dazu geführt, dass das Versorgungsmodell der DDG exemplarisch in die nationale Versorgungsleitlinie aufgenommen wurde.

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

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