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"AltersTraumaRegister DGU" geht an den Start

22.01.2016 10:54
Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) startet das "AltersTraumaRegister DGU" (ATR-DGU) nach erfolgreicher Pilotphase für den Regelbetrieb. Das Register erfasst Daten aus der Versorgung geriatrischer Patienten nach einer hüftgelenksnahen Oberschenkelfraktur wie beispielsweise einem Oberschenkelhalsbruch. Die Teilnahme am ATR-DGU ist für AltersTraumaZentren der DGU verpflichtend.

Das "AltersTraumaRegister DGU" sammelt qualitätsrelevante Daten aus der Versorgung. Der Erfassung liegt ein international abgestimmter Datensatz zugrunde. Er wurde von Experten der DGU in Zusammenarbeit mit dem „Fragility Fracture Network“ (FFN) entwickelt und greift Erfahrungen mit der britischen „National Hip Fracture Database“ und dem „Australian and New Zealand Hip Fracture Registry“ auf. Damit nutzen die deutschen Unfallchirurgen einen vergleichbaren Datensatz wie die Mediziner aus England oder Australien. Erstmalig wird so der Vergleich mit internationalen Behandlungsergebnissen im Sinne eines Benchmarks möglich.

Die aus dem Register gewonnenen Daten würden zudem für Qualitätsberichte verwendet und wollen Antworten auf wissenschaftliche Fragestellungen zur Fehlervermeidung, Erhöhung der Patientensicherheit und Verbesserung des Behandlungsergebnisses geben.

In Deutschland gibt es jährlich 720.000 Knochenbrüche bei Menschen mit altersbedingter Knochenbrüchigkeit, der sogenannten Osteoporose, wie eine Studie von Friess et al. belegt. Pro Jahr erleiden über 140.000 Patienten über 65 Jahren einen Oberschenkelbruch – er gehöre damit zu den zehn häufigsten Diagnosen in deutschen Krankenhäusern. „Bei über 85-jährigen Frauen ist der Schenkelhalsbruch inzwischen sogar der häufigste Grund für eine Klinikeinweisung“, sagt Professor Ulrich Liener, Leiter der AG Alterstraumatologie der DGU. Oftmals mit schwerwiegenden Folgen: „Im ersten Jahr nach einem Oberschenkelbruch im Alter liegt die Sterblichkeit bei rund 25 Prozent. Viele Patienten verlieren ihre Fähigkeit, selbstständig zu leben“, sagt Liener.

Bedingt durch den demografischen Wandel rechnen die Unfallchirurgen bis 2030 mit einer Verdopplung bis Verdreifachung von altersbedingten Knochenbrüchen in der Akutversorgung. Das sei nicht nur mit enormen Kosten für das Gesundheitswesen verbunden, sondern stelle auch für die Gestürzten und die Mediziner eine große Herausforderung dar. Denn die meisten der Hochbetagten litten unter zahlreichen altersspezifischen Begleiterkrankungen wie Diabetes.

Um ältere Menschen nach einem Unfall optimal zu behandeln, hat die DGU Richtlinien erarbeitet und 2014 im Kriterienkatalog  "AltersTraumaZentrum DGU" veröffentlicht. Im Zentrum steht ein multiprofessioneller Ansatz:  Er stellt sicher, dass der Verletzte durch Unfallchirurgen und gleichzeitig auch von Geriatern betreut wird. Damit ist es möglich, die Patienten besser zu versorgen und Probleme im Heilungsverlauf zu vermeiden, so dass sie ihre Mobilität möglichst zügig und dauerhaft wiedererlangen können.

Unfallkliniken, die die im Kriterienkatalog beschriebenen strukturellen und inhaltlichen Anforderungen erfüllen, können sich als "AltersTraumaZentrum DGU" zertifizieren lassen.
Inzwischen gibt es bundesweit 30 zertifizierte AltersTraumaZentren der DGU, bei denen die Frakturversorgung unter Berücksichtigung abgestimmter altersspezifischer Behandlungsprozesse verläuft. Über 130 Unfallkliniken haben die Zertifizierung bereits beantragt.

Das "AltersTraumaRegister DGU" wird von der AUC – Akademie für Unfallchirurgie GmbH im Auftrag der DGU umgesetzt.

Erste Ergebnisse der Qualitätsinitiative "AltersTraumaZentrum DGU“ werden am 22. Januar 2016 unter dem Titel „Alterstraumazentren von der Idee bis zur Umsetzung – Was wurde erreicht?“ in der Fachzeitschrift „Der Unfallchirurg“ veröffentlicht.

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Reinhold
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