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AOK: neun von zehn Erkrankungen an Dickdarmkrebs urch Vorsorge vermeidbar

29.07.2010 08:22
Neuer AOK-Facharztvertrag bringt verbesserte Abstimmung zwischen Haus-und Facharzt

Dem Ziel, die ärztliche Versorgung bei Magen-Darm-Erkrankungen in Baden-Württemberg zu verbessern, sind AOK,
MEDI, der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen e. V. (BNG) und der Berufsverband Niedergelassener Fachärztlich Tätiger Internisten e. V. (BNFI) in Baden-Württemberg jetzt gemeinsam einen großen Schritt näher gekommen: "Der neue Gastrovertrag ist nach dem Kardiologievertrag der zweite in einer Reihe weiterer, noch folgender Facharztverträge. Die Betonung liegt erneut auf der engen Verzahnung mit dem bestehenden AOK-Hausarztprogramm. Denn das Zusammenspiel von Haus- und Facharzt ist der Erfolgsgarant für alle unsere Vertragsaktivitäten in diesem Feld", sagt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg am Freitag (09. Juli 2010) in Stuttgart. Dabei lasse sich seine Kasse auch nicht von jüngsten Ankündigungen aus der Politik irritieren.

Zwei Vorteile wird der Patient laut Hoberg bald schon im Wartezimmer und in der Apotheke unmittelbar spüren: "Wer am AOK-Facharztprogramm teilnimmt, wird spätestens 14 Tage nach Anmeldung, in dringenden Fällen schon innerhalb von drei Tagen, einen Termin beim Gastroenterologen erhalten. Außerdem entfällt die Zuzahlung für darmreinigende Medikamente und auch für viele andere Arzneimittel, zu denen die AOK Rabattverträge abgeschlossen hat." Bevor es jedoch soweit ist, sei unmittelbar nach der Vertragsunterschrift am Donnerstag (08. Juli) jetzt die Einschreibung der Gastroenterologen im Lande an der Reihe. AOK-Versicherte, so rechnet der AOK-Chef, können sich dann ab August einschreiben.

"Der Vertrag stellt hohe Qualitätsanforderungen an die teilnehmenden Gastroenterologen. So ist unter anderem große Erfahrung durch eine vorgeschriebene Mindestanzahl von 600 Endoskopien pro Jahr Voraussetzung für die Vertragsteilnahme wie auch eine technisch hochwertige Ausstattung der Praxis", so Hoberg weiter.

Für Dr. med. Jürgen Merkt, Gastroenterologe und Vorsitzender des BNG, zahlt sich der Vertrag für AOK-Versicherte doppelt aus. "Durch die hohen Anforderungen an den Arzt können einerseits Patienten sicher sein, bestmöglichst behandelt zu werden. Mit dem angemessenen Honorar für den teilnehmenden Gastroenterologen kann andererseits die dringend notwendige wohnortnahe Infrastruktur mit niedergelassenen Praxen im Lande gesichert werden."

Der neue Vertrag komme zur rechten Zeit, denn immer noch sterben in Baden-Württemberg unnötigerweise jährlich über 3.200 Menschen an Darmkrebs. Merkt: "Neun von zehn Erkrankungen an Dickdarmkrebs können durch eine Polypenentfernung vermieden werden. Es müssen deshalb mehr Versicherte eine Vorsorge-Darmspiegelung, die sogenannte Koloskopie, nutzen. Der Gastroenterologievertrag schafft nun die qualifizierte Infrastruktur, um unser Hauptproblem, den Dickdarmkrebs, endlich noch effektiver bekämpfen zu können."

Merkt begrüßt es deshalb auch ganz besonders, dass die AOK die im Facharztprogramm eingeschriebenen Versicherten über ein Hinweisschreiben verstärkt zu Vorsorgeuntersuchungen motivieren wird. Angst vor der Untersuchung braucht laut Merkt niemand zu haben: "Die teilnehmenden Gastroenterologen garantieren durch ihre große Erfahrung eine schmerzlose Untersuchung." Die AOK Baden-Württemberg versichert mehr als 3,7 Millionen Menschen und zahlt rund 11 Milliarden Euro pro Jahr an Leistungen in der Kranken- und Pflegeversicherung.

09.07.2010

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