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Apotheken-Versandhandel bleibt im ersten Halbjahr 2012 auf Kurs

14.08.2012 10:59
Der Apotheken-Versandhandel mit Arznei- und Gesundheitsmitteln hat sich mit einem Marktanteil von 11% als stabile Größe etabliert. Die Zuwachsraten haben sich inzwischen im einstelligen Bereich eingependelt. Auftrieb mit zweistelligen Zuwächsen erfährt hingegen derzeit der elektronische Bestellweg bei den Produktgruppen Kosmetik und Medizinischer Sachbedarf. Das zeigt, dass dieser Vertriebskanal für weitere Produktkategorien attraktiv ist.

Im ersten Halbjahr 2012 erzielte der Apotheken-Versandhandel einen Umsatz von 680 Mio. Euro zu effektiven Verkaufspreisen. Dies bedeutet einen Zuwachs von knapp 6% gegenüber dem ersten Halbjahr 2011. Der Absatz nach Packungen erhöhte sich um 9%. Damit entfällt auf den Versandhandel im Kontext des gesamten Apothekengeschäfts ein Umsatzanteil von 3%, denn die Offizinapotheken erreichten im ersten Halbjahr insgesamt einen Umsatz von knapp 22,6 Mrd. Euro (ohne Berücksichtigung jeglicher Zwangsrabatte seitens Herstellern, Apotheken und Großhandel bei rezeptpflichtigen Arzneien und ohne Einsparungen durch Rabattverträge). Der Anteil des Versandhandels nach Menge liegt aktuell bei 6%.
Das Bestellgeschäft verbucht weiterhin höhere Zuwächse als die Vorortapotheke, auch wenn die Wachstumsraten bei rezeptfreien Arznei- und Gesundheitsmitteln inzwischen im einstelligen Bereich liegen. In den ersten Jahren, als das Geschäft von einer niedrigeren Basis aus anlief, fielen die Zuwächse häufig zweistellig aus. Bis heute hat sich der Versandhandel in diesem Segment auf einen stabilen Marktanteil zwischen 11% und 12% eingependelt. Wie auch in der Offizinapotheke sind die umsatzstärksten Kategorien im Versandhandel Mittel gegen Erkältungen und Schmerzen. Ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Vertriebskanälen besteht darin, dass über den Versandhandel häufig größere Packungen geordert werden, um Preisvorteile zu nutzen. Dazu gehört auch der Wegfall des Portos ab einem bestimmten Betrag. Im Versandhandel ist die Produktpalette zudem stärker verdichtet, d.h. auf weniger Produkte entfällt ein größerer Marktanteil. Des Weiteren steht hinter dem Versandhandel mit rezeptfreien Arznei- und Gesundheitsmitteln nahezu ein reines Verbraucher- bzw. Selbstmedikationsverhalten, da Verordnungen hier keine Rolle spielen. Lediglich 1% des Versandhandels-Umsatzes geht auf Verordnungen rezeptfreier Produkte zurück. In der Offizinapotheke waren es im ersten Halbjahr 2012 immerhin 14%.

Zunehmend weitere Produktbereiche für den Versandhandel attraktiv

Über die Hälfte des per Versandhandel erwirtschafteten Umsatzes und knapp drei Viertel der abgegebenen Packungen entfallen auf OTC-Präparate (OTC = over the counter = rezeptfrei). Zunehmend spielen jedoch auch weitere Produktbereiche eine Rolle. So verzeichnet bspw. „Kosmetik und Körperpflege“ im ersten Halbjahr
einen Zuwachs um 14% auf 71 Mio. Euro Umsatz. Das entspricht einem Marktanteil von 10% im Rahmen des gesamten Versandhandels. Die Menge erhöhte sich bei dieser Kategorie sogar um 15%.

Produkte des sog. Medizinischen Sachbedarfs (Tests, Heil- und Hilfsmittel) erzielten eine Umsatzsteigerung von 9% bei einem gleichzeitigen Mengenzuwachs von ebenfalls 15%. Diese Fakten aus dem Markt zeigen, dass für Unternehmen aus unterschiedlichen Produktbereichen der Apothekenversandhandel immer wichtiger wird.

Auf rezeptpflichtige Arzneien entfällt nahezu ein Viertel des Umsatzes (24%) des Versandhandels, jedoch nur 6% der Menge. Dabei gibt es wenig Schwerpunkte nach Arzneikategorien. Im Bick auf das Ranking der fünf umsatzstärksten Kategorien ergeben sich wenig Unterschiede zur Offizinapotheke mit Ausnahme von Produkten gegen Erektionsstörungen, die im Versandhandel zu den „Top 5“ zählen, in der Vorortapotheke hingegen nicht einmal unter den „Top 20“ gelistet sind.

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