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Beschäftigte 50+ kein Auslaufmodell

27.11.2018 15:55
Mehr als ein Drittel der BKK Versicherten sind Beschäftigte, die 50 Jahre oder älter sind. Die Tendenz ist weiter steigend. In den vergangenen Jahren hat der Anteil der Beschäftigten der "Generation 50+" in den Belegschaften zugenommen und wird, so die Prognose, auch in den nächsten Jahren weiterwachsen. Während im Jahr 2007 gerade einmal ein Fünftel (20,8%) aller beschäftigten Mitglieder der Betriebskrankenkassen 50 Jahre oder älter waren, waren es 2017 gut ein Drittel (33,9%).

In den Branchen Energieversorgung sowie Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung liegt deren Anteil sogar über 43%, im Gastgewerbe sind es immerhin 25%.

"Das sind markante Veränderungen in der Arbeitswelt. Diesen angehenden Rentnern folgt eine geringere Zahl an Berufseinsteigern. Hier entsteht eine Erwerbstätigenlücke, der die Unternehmen heute nur damit begegnen können, indem junge Leute rekrutiert werden und gleichzeitig ältere Arbeitnehmer länger in der Arbeit gehalten werden müssen. Mit der Generation "Babyboomer" steht eine Arbeitskraftreserve zur Verfügung, die einen hohen Erfahrungsschatz besitzt und die in volatilen Zeiten flexibel einsetzbar sind", sagt Prof. Dr. Holger Pfaff von der Universität Köln.

Entscheidend für Fehlzeiten sind vor allem die Arbeitsbelastungen

Ältere BKK-Mitglieder sind nicht wesentlich häufiger krank als die jüngeren, allerdings ist die Krankheitsdauer bei den älteren oft länger. Daraus folge, dass mit steigendem Alter auch im Durchschnitt die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) ansteigt. Dennoch seien es die Arbeit selbst und vor allem die daraus entstehenden Belastungen, die bei den Fehlzeiten maßgeblichen Einfluss hätten: So seien zum Beispiel die Beschäftigten im Gastgewerbe durchschnittlich rund einen Tag mehr arbeitsunfähig pro Jahr als die in der Energieversorgung (16,4 vs. 15,5 AU-Tage je Beschäftigten), obwohl die in der Energieversorgung Tätigen im Schnitt etwa fünf Jahre älter sind.

Leistungsfähigkeit wandelt sich mit dem Alter, wird aber nicht geringer

Nur anhand von Arbeitsunfähigkeitskennzahlen können laut Autoren aber keine Rückschlüsse auf die Produktivität von Beschäftigten 50+ in Unternehmen gezogen werden.

"Internationale Studien zeigen, dass - trotz des Nachlassens einiger physischer und psychischer Leistungsvoraussetzungen im Alter - die Arbeitsleistung der älteren Beschäftigten insgesamt betrachtet nicht abnimmt", betont Professor Dr. Jürgen Wegge von der TU Dresden. "Ältere Beschäftigte können nämlich auf der anderen Seite mit Erfahrung, sozialen Kompetenzen, und Gewissenhaftigkeit und einigem mehr punkten", so Wegge.

Mit dem Alter nehme allerdings die Varianz (Unterschiedlichkeit) bei der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern zu. "Eine individualisierte Arbeitsplanung und altersgerechte Führung ist hier also nötig!", so Wegge. Dies werde in einigen Unternehmen bereits beherzigt, was ebenfalls erklären könne, warum die berufliche Leistung bei 50+ nicht einfach abnimmt.

Potentiale erkennen, in Gesundheit investieren

Auch vor dem Hintergrund eines prognostizierten Fachkräftemangels setzen viele Unternehmen verstärkt auf das Potential der Beschäftigten 50+. Diese sollen möglichst bis zum Erreichen der Ruhestandsaltersgrenze - und teils sogar darüber hinaus - im Unternehmen gehalten werden. Viele Unternehmen würden schon weiter denken und proaktiv zusammen mit den Mitarbeitern deren Berufsleben jenseits des 50. Lebensjahrs mit möglichen neuen Zielen und Entwicklungen angehen.

Arbeitsunfähigkeitstage bei Beschäftigten insgesamt leicht zurückgegangen

Der BKK Gesundheitsreport 2018 enthält zusätzlich noch weitere, detailliertere Auswertungen zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Demnach ist im Jahr 2017 für alle bei einer BKK versicherten Beschäftigten die durchschnittliche Anzahl der Fehltage gegenüber dem Vorjahr leicht um knapp 2% auf 17,7 AU-Tage zurückgegangen. Die meisten Fehltage gehen dabei auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück (4,4 AU-Tage je beschäftigtes Mitglied), gefolgt von psychischen Störungen (2,8 AU-Tage je beschäftigtes Mitglied) und Atemwegserkrankungen (2,7 AU-Tage je beschäftigtes Mitglied): Mehr als die Hälfte aller Fehlzeiten werden allein durch diese drei Krankheitsarten verursacht

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