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Blutspende-Bereitschaft durch Corona-Pandemie deutlich gesunken

04.05.2022 12:40
Die aktuellen Aufrufe zum Blutspenden unterstreichen, wie knapp Blut momentan ist. Eine neue Studie der Universität Hamburg zeigt, dass die Spendenbereitschaft während der Pandemie deutlich abgenommen hat. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „PLOS ONE“ veröffentlicht.

Bereits vor der Corona-Pandemie riefen Blutspendedienste immer wieder zur Spende auf, um Engpässe zu überbrücken. Eine sich durch die Pandemie stetig verändernde Nachfrage nach Blutprodukten sowie die Vorgaben durch die Pandemie haben den Versorgungsauftrag der Blutspendedienste weiter erschwert. Während akute Katastrophen sonst oft zu einer erhöhten Spendenbereitschaft führen, zeigt die aktuelle Studie, dass die Intention, Blut zu spenden, während der Pandemie insgesamt signifikant gesunken ist.

So zeigt sich, dass die Spendenbereitschaft aktiver Spenderinnen und Spender – also derjenigen, die in den vergangenen 24 Monaten mindestens einmal Blut gespendet haben – weniger stark von der Pandemie betroffen war als die der inaktiven Spender, die schon einmal gespendet haben, aber nicht in den vergangenen zwei Jahren. Verglichen wurden dabei Werte von 2020 und 2019. In der Zeit von April 2020 bis Juni 2020 wurden in sechs Durchgängen deutschlandweit jeweils rund 1500 Menschen zwischen 18 bis 75 Jahren befragt. Als Vergleichswert dient eine im April 2019 erhobene Online-Studie, die auf dem gleichen Fragenkatalog basiert.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass aktive Spenderinnen und Spender zu Beginn der Pandemie durchaus ein erhöhtes Bewusstsein dafür hatten, dass sie spenden könnten. Jedoch fühlten sie sich im weiteren Verlauf der Pandemie deutlich weniger in der Lage dazu“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Michel Clement, Professor für Marketing & Media an der Universität Hamburg. Bei den inaktiven Spenderinnen und Spendern war dieses Bewusstsein deutlich geringer und auch die Bereitschaft sank stärker.

„Während der Pandemie waren alle Menschen dauernd der Gefahr ausgesetzt, sich anzustecken oder andere zu infizieren und mussten sich daher in ihrem öffentlichen und privaten Leben stark einschränken. Das stellte eine unvorhergesehene individuelle und soziale Herausforderung dar“, erläutert Besarta Veseli, die leitende Autorin der Studie. Durch solche Faktoren könne die wahrgenommene Verantwortung, sich darüber hinaus zum Beispiel durch Blutspenden prosozial zu verhalten, deutlich sinken. Sowohl aktive als auch inaktive Spenderinnen und Spender hätten sich moralisch weniger verpflichtet gefühlt, Blut zu spenden.

„Da zu Beginn der Pandemie viele nicht lebensnotwendige Operationen abgesagt wurden, konnten die Blutspendezentren durch das Engagement vor allem der aktiven Spenderinnen und Spender die zunächst gesunkene Nachfrage nach Blut sichern“, ergänzt Clement. Doch im Laufe der Pandemie sei die gesunkene Blutspende-Bereitschaft wieder zu einer großen Herausforderung für die Gesellschaft geworden, was nun wieder vermehrte Blutspende-Aufrufe notwendig mache.

Die Autorinnen und Autoren der Studie, die im Rahmen einer Forschungskooperation zwischen der Universität Hamburg und den DRK-Blutspendediensten Baden-Württemberg-Hessen und Nordost entstand, betonen, dass nur ein kontinuierliches Bewusstsein bei Spenderinnen und Spendern den Blutvorrat nachhaltig sichern kann. Insbesondere sollten Bindungsstrategien etabliert werden, um Neuspenderinnen und -spender zu halten und zu aktiven Spenderinnen und Spendern zu machen.

 

Originalpublikation

Veseli B, Sandner S, Studte S, Clement M (2022) The impact of COVID-19 on blood donations. PLoS ONE 17(3): e0265171. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0265171

abgelegt unter: ,
Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

 

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