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Bosch Health Campus entsteht in Stuttgart

16.04.2019 10:05
Am heutigen Standort des Robert-Bosch-Krankenhauses am Burgholzhof entsteht bis 2025 der Bosch Health Campus - Stuttgarts neues Zentrum für patientenorientierte Spitzenmedizin mit den drei Schwerpunkten Behandlung, Forschung und Bildung. In den Bosch Health Campus werden neben dem Robert-Bosch-Krankenhaus das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für klinische Pharmakologie, das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen und das Irmgard-Bosch-Bildungszentrum sowie die Lungenfachklinik Schillerhöhe integriert.

Für die Klinik Schillerhöhe werde in den kommenden Jahren ein eigenes neues Gebäude errichtet. Außerdem sollen ein Bettenhaus (inklusive Funktionseinrichtungen und Reha) und ein zentraler Operationsbereich entstehen. Das Investitionsvolumen betrage insgesamt mehr als 600 Millionen Euro. Der Träger des Krankenhauses, die Robert Bosch Stiftung GmbH, stellt nach eigenen Angaben für Bauten und Ausstattung rund 250 Millionen Euro zur Verfügung und fördert die medizinische Forschung bis 2025 mit weiteren 120 Millionen Euro.

Dies sei die größte Einzelinvestition in der Stiftungsgeschichte. Dr. Christof Bosch, Vorsitzender des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung: "Mein Großvater hat das Robert-Bosch-Krankenhaus vor fast 80 Jahren gegründet. Damit ist ein Herzenswunsch von ihm in Erfüllung gegangen. Mir ist es ein persönliches Anliegen, dieses Krankenhaus in eine gute Zukunft zu führen. Ich bin überzeugt vom Konzept des Bosch Health Campus, das Patientenbehandlung, innovative Forschung und Ausbildung in den Gesundheitsberufen an einem Standort bündelt. Davon profitieren nicht nur die Patienten in der Region Stuttgart, denn die Forschung wird noch bedeutend weiter ausstrahlen."

Bündelung der Kompetenzen adressiert veränderte Bedürfnisse der Patienten

Der geplante Bosch Health Campus ist die frühzeitige Antwort auf eine große Herausforderung der medizinischen Versorgung: Die Zusammenführung der Fachbereiche an einem Ort ermögliche die interdisziplinäre Versorgung von Patienten, insbesondere auch von älteren Menschen, die häufig mehrfach erkrankt seien. Kurze Wege zwischen den verschiedenen Funktions- und Diagnoseeinrichtungen sowie Stationen ermöglichten eine patientenschonende Diagnose und Behandlung, insbesondere von schwererkrankten Patienten. Prof. Dr. med. Mark Dominik Alscher, Medizinischer Geschäftsführer des RBK: "Wir werden den Bosch Health Campus zu einem Vorreiter für patientenorientierte Behandlung entwickeln. Wir bieten Gesundheitsversorgung auf dem medizinischen Niveau einer Universitätsklinik und werden insbesondere unsere Fachbereiche Krebs- und Herz-Kreislauf-Medizin weiter ausbauen."

Spitzenforschung mit unmittelbarem Nutzen für die Patienten

Neben dem bestehenden Institut für klinische Pharmakologie (IKP), das bereits heute den europäischen Spitzenplatz im internationalen Shanghai Ranking für Forschungseinrichtungen einnehme, würden auch das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) und das Centrum für Herz-Kreislauferkrankungen (RBCH) zu forschungs- und innovationsstarken Exzellenzzentren entwickelt. Als eine der ersten Baumaßnahmen werde derzeit ein Forschungsgebäude für das RBCT errichtet. Durch den Ausbau des Forschungszentrums, das bereits heute 100 Mitarbeiter beschäftigt, werde die Forschungsfläche verdoppelt. Ziel sei eine noch bessere Verzahnung von Behandlung und medizinischer Forschung: Neue Forschungsergebnisse, Behandlungsmethoden und Medikamente stünden den Patienten unmittelbar zur Verfügung. Die Erfahrungen aus der Behandlung der Patienten flössen wiederum direkt in die Forschung ein (Translation).

Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer MdL, äußert sich erfreut über das Investitionsvorhaben: "Die Entwicklung des Bosch Health Campus setzt einen bedeutsamen Impuls für die translationale Medizin in Baden-Württemberg, national und international. Besonders der Bereich der Krebsforschung wird durch die Zusammenführung aller onkologischen Fachbereiche des Robert-Bosch-Krankenhauses unter dem Dach des Robert-Bosch-Centrums für Tumorerkrankungen (RBCT) mit seinen deutlich erweiterten Forschungskapazitäten enorm an Leistungsfähigkeit und Sichtbarkeit gewinnen. Dies stärkt die strategische Kooperation des Robert-Bosch-Krankenhauses mit der Universität Tübingen und dem Deutschen Krebsforschungszentrum und damit die Krebsforschung im Land Baden-Württemberg - zum Wohle der Patientinnen und Patienten in der Metropolregion Stuttgart und weit darüber hinaus."

Bosch Health Campus stellt Weichen für Wachstum und effizienten Betrieb

Der Bosch Health Campus stelle auch die Weichen für weiteres Wachstum, effizienten Betrieb und sichere Arbeitsplätze in Behandlung, Diagnostik und Forschung. Die unterschiedlichen Einrichtungen und ihre Mitarbeiter profitierten von kurzen Wegen und einer gemeinsamen Infrastruktur, insbesondere bei der Nutzung von Operationssälen, OP-Robotern sowie der Diagnostik mit modernsten Großgeräten. Ein komplett papierloses Krankenhausinformationssystem stelle Untersuchungsergebnisse und Befunde Ärzten und Pflegepersonal in Echtzeit und ortsungebunden zur Verfügung. Dr. Rolf Zettl, Kaufmännischer Geschäftsführer des RBK, betont: "Mit dem Bosch Health Campus setzen wir einen wichtigen Wachstumsimpuls für die Zukunft und schaffen ein hochmodernes, zukunftssicheres Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter. Damit werden wir als Arbeitgeber auch attraktiver auf dem Markt für Fachkräfte und erhöhen unsere Chancen, die besten Talente für Gesundheitsversorgung und Forschung für uns zu gewinnen."

Das Robert-Bosch-Krankenhaus wurde im Jahr 1940 von Robert Bosch gegründet. Das Krankenhaus bezog 1972 den aktuellen Standort am Burgholzhof. Träger ist die in Stuttgart ansässige Robert Bosch Stiftung. Dank des jahrzehntelangen Engagements der Stiftung steht das RBK heute für Spitzenmedizin und moderne Pflegekonzepte. Darüber hinaus gehört das RBK zu den wenigen nichtuniversitären Kliniken in Deutschland, die auch medizinische Forschung betreiben. Im internationalen Shanghai Ranking sei die klinische Pharmakologie im Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut auf Platz 18 weltweit angeführt, europaweit sogar auf Platz 1. Die Forschungsprojekte an den Einrichtungen des RBK werden nach eigenen Angaben nahezu ausschließlich von der Robert Bosch Stiftung finanziert.

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