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Christian Drosten und Katharina Jünger erhalten „Thieme Management Award 2020“

15.01.2021 15:25
Die Thieme Fachzeitschrift „kma Klinik Management aktuell“ hat Professor Dr. med. Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie und Global Health an der Charité Universitätsmedizin Berlin, mit dem „Thieme Management Award 2020“ in der Kategorie „Manager des Jahres“ ausgezeichnet. Unter den nominierten „Senkrechtstartern“ setzte sich Katharina Jünger durch. Sie ist Mitbegründerin und CEO von TeleClinic, Deutschlands führender Online-Arztplattform. Die Verleihung der Preise durch die „kma“ und den „Club der Gesundheitswirtschaft“ (cdgw) fand am 14. Januar 2021 im Rahmen einer virtuellen Gala statt.

Manager des Jahres 2020“: Professor Dr. med. Christian Drosten


Die Corona-Pandemie prägte das vergangene Jahr und spiegelt sich auch in der diesjährigen Entscheidung der Jury wider: Mit Professor Christian Drosten erhält erstmals kein Klinikmanager im klassischen Sinne die Auszeichnung. Gleichwohl entschied sich die Jury mehrheitlich für den Mediziner und Wissenschaftler. Der Virologe der Charité habe in der Pandemie große Managementqualitäten bewiesen. Er berate nicht nur die Bundesregierung klug und vorausschauend, sondern informiere auch die breite Öffentlichkeit regelmäßig. Im Rahmen seines Podcasts fasse er allgemein verständlich und sachlich wissenschaftliche Erkenntnisse zur Pandemie zusammen.

 

Drosten studiert zunächst Chemietechnik und Biologie, dann Humanmedizin. Nach seiner Promotion forscht er am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg über Viruserkrankungen. Die Erreger und deren Nachweis im menschlichen Körper werden Drostens Spezialgebiet. Während der SARS-Pandemie 2003 identifiziert er gemeinsam mit einem Kollegen den tödlichen Virus und entwickelt einen Test. Von 2007 bis 2017 leitet er das Institut für Virologie an der Universität Bonn, bevor er an die Charité wechselt. Als die Covid-19-Pandemie ausbricht, entwickelt er gemeinsam mit seinem Team den Polymerase-Kettenreaktionstest PCR, mit dem sich das neue Coronavirus SARS-CoV-2 nachweisen lässt. Bereits Mitte Januar 2020 steht damit ein Diagnostiktest frei zur Verfügung. Früh warnt der Wissenschaftler vor einer Pandemie auch in Deutschland und weist darauf hin, dass mit einer zwei Jahre andauernden Verbreitungswelle zu rechnen sei. Als die Infektionszahlen in Deutschland im Frühjahr 2020 steigen, fragt Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn als Experten an. Bis heute berät der Virologe die Bundesregierung auf wissenschaftlich begründeter Basis. Gleichzeitig berichtet er seit Februar 2020 in seinem NDR-Podcast „Das Coronavirus Update“ differenziert und anschaulich über neue Studienergebnisse, Tests oder Impfstoffe und ordnet deren Bedeutung ein. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse gibt er in diesem Format immer wieder auch praktische Handlungsempfehlungen zur Risikominimierung, wie beispielsweise: „Es ist besser, einmal die Woche in den Supermarkt zu gehen und für die ganze Woche einzukaufen, als jeden Tag ein wenig.“

 

Die achtköpfige Jury des „Thieme Management Awards“ würdigt mit der Vergabe des Preises an den international renommierten Virologen seine Verdienste als Politikberater und Kommunikator: „Ihm ist es zu verdanken, dass Forschung innerhalb kürzester Zeit als zuverlässigste Orientierung für das Krisenmanagement wahrgenommen wurde. Dabei gelingt es ihm, Wissenschaft auf faktenbasierter Weise einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen.“

 

Senkrechtstarterin 2020“: Katharina Jünger


Darüber hinaus zeichnet die „kma“ mit Katharina Jünger die „Senkrechtstarterin 2020“ aus. Der Preis geht seit 2017 an junge, engagierte Menschen, die sich durch kreative und erfolgreiche Lösungsansätze im Bereich der Gesundheitswirtschaft hervorgetan haben.

 

Jünger studiert Rechtswissenschaften sowie Technology Management am Center for Technology & Management in München. Als einzige aus ihrer Familie wählt die gebürtige Freiburgerin nicht den Arztberuf, fühlt sich dem Gesundheitsbereich aber dennoch verbunden. 2015 – noch während ihres Studiums – gründet die damals 24-Jährige gemeinsam mit einem Arzt und einem Softwareentwickler das Unternehmen TeleClinic. Bereits ein Jahr später steht eine App zur Verfügung, die in Deutschland erstmals Online-Sprechstunden bei Ärzten ermöglicht. Inzwischen geben Mediziner über die Plattform nicht mehr nur ihre Diagnose ab, sondern können auch Krankschreibungen und Rezepte ausstellen. Dafür hat Jünger über die Jahre die technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen.

 

Bei Gründung des Unternehmens gilt noch das Fernbehandlungsverbot. Erst 2018 wird es außer Kraft gesetzt. Katharina Jünger hat durch ihren beständigen Austausch mit Entscheidungsträgern viel Überzeugungsarbeit geleistet und so an dieser Entwicklung mitgewirkt. Ein wichtiger Schritt auch für TeleClinic, denn die zunächst in Modellprojekten angelegten Online-Arztbehandlungen können fortan deutschlandweit angeboten werden. Inzwischen ist der Service, den zunächst nur private Krankenkassen für ihre Mitglieder übernommen haben, auch für Kassenpatienten kostenfrei, und das Unternehmen hat die Marke von 100 000 Arzt-Patienten-Behandlungen überschritten. Die Corona-Pandemie gibt dem Unternehmen zusätzlichen Aufschwung, denn telemedizinische Angebote sind jetzt gefragter denn je: In der Hochphase der Krise verzeichnete TeleClinic zeitweise eine Wachstumssteigerung von 50 Prozent pro Woche. Mitte 2020 verkauft Jünger TeleClinic schließlich an die Schweizer Zur Rose Gruppe, zu der auch DocMorris gehört. Sie bleibt weiterhin CEO – mindestens für die kommenden drei Jahre.

 

Nach Ansicht der Jury ist Katharina Jünger als CEO die treibende Kraft hinter dem Erfolg von TeleClinic: „Jahrelang hat sie sich mit Regularien herumgeschlagen und so schlussendlich den Markt für Online-Sprechstunden in Deutschland maßgeblich mit aufgebaut. Allein während der ersten Welle der Corona-Pandemie verzeichnete das Münchner Start-up 250 Prozent mehr Behandlungen und hat es jüngst sogar geschafft, dass auch Kassenpatienten den Service kostenfrei nutzen können“, erklärt die Jury ihre Wahl.

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