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Corona-Folge: Rekord-Krankenstand in Berlin

Die hohen Corona-Inzidenzen haben den Krankenstand in Berlin auf den höchsten jemals ermittelten Stand getrieben. Das geht aus einer Datenanalyse der AOK Nordost hervor. Demnach meldeten sich AOK-versicherte Berlinerinnen und Berliner von Januar bis März 2022 rund 85 Prozent häufiger krank als im Mittel der Vorjahre. Berufstätige Frauen waren dabei stärker von Covid-19 betroffen als Männer.

Bei Berlins größter Krankenkasse, der AOK Nordost, gingen in den ersten zehn Kalenderwochen des Jahres 2022 rund 310.000 Krankmeldungen Berliner Versicherter ein. In Mittel der drei Vorjahre waren es in diesem Zeitraum lediglich rund 167.000 Krankmeldungen. „Die Corona-Rekordinzidenz, die Berlin im Januar verzeichnete, hat auch einen Rekord-Krankenstand verursacht. In den Berliner Betrieben waren im Januar und Februar rund doppelt so viele Mitarbeitende krankgeschrieben wie in den Vorjahren“, sagt Dirk Becker, Pressesprecher der AOK Nordost. Rund jeder Fünfte ist in Berlin bei der AOK Nordost versichert, die Daten sind damit annähernd repräsentativ.

Berufstätige Frauen häufiger betroffen als Männer

Die Datenanalyse zeigen zudem, dass sich berufstätige Frauen in Berlin etwas häufiger wegen einer Covid-19-Infektion krankschreiben ließen als berufstätige Männer. 56 Prozent aller Corona-Krankschreibungen des Jahres 2022 stammten von Frauen.

„Frauen arbeiten häufiger in sozialen Berufen und in Gesundheitsberufen, in denen die Beschäftigten ein höheres Ansteckungsrisiko mit Corona haben“, erläutert Dirk Becker. So erkrankten in Berlin Arzthelferinnen, Physiotherapeutinnen und Erzieherinnen am häufigsten an Covid-19, wie eine andere Datenanalyse der AOK Nordost gezeigt hatte.

Bundesländer-Vergleich zeigt: Krankenstand und Inzidenz verlaufen parallel

Der Vergleich des Krankenstand-Verlaufs in den drei Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bestätigt, dass die Corona-Inzidenz ein maßgeblicher Treiber für den hohen Krankenstand war. In Berlin lag die Inzidenz schon Ende Januar bei über 2000 und damit rund ein Drittel höher als in den beiden Flächenländern. Parallel dazu war auch der Krankenstand in der Bundeshauptstadt im Januar deutlich höher. Ab Mitte Februar sank die Inzidenz in Berlin, während sie in Mecklenburg-Vorpommern deutlich anstieg. Gleichzeitig sank der Krankenstand in Berlin und stieg in Mecklenburg-Vorpommern an.