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DAK und Grünenthal starten Versorgungsforschung für Schmerzpatienten

30.06.2008 10:31
In einer breit angelegten Studie wird erstmals die Versorgungssituation von Schmerzpatienten untersucht. Ziel der Studie ist es, alternative Therapiekonzepte zur Versorgung von Schmerzpatienten bewerten zu können. Die Grünenthal GmbH wird dieses komplexe Thema jetzt gemeinsam mit Krankenkassen und unabhängiger wissenschaftlicher Begleitung bearbeiten. Zunächst wird eine Pilotstudie auf Basis von Daten der DAK erstellt. In die spätere Hauptstudie werden die Daten weiterer Krankenkassen einbezogen.

Etwa ein Fünftel der Erwachsenen in Deutschland sind laut einer europäischen Schmerzstudie von akuten oder chronischen Schmerzen betroffen.1 Von chronischem Schmerz spricht man, wenn er den Akutschmerz mit seiner Warn- und Signalfunktion überdauert und sich verselbständigt. Der chronische Schmerz wird dann zu einer eigenständigen Krankheit. Die hierdurch verursachten volkswirtschaftlichen Kosten werden auf 20,5 – 28,7 Milliarden Euro geschätzt.2 „Wenn der Schmerzpatient zur richtigen Zeit die richtige Therapie erhält, könnte
die Qualität der Versorgung signifikant verbessert werden. Seine Lebensqualität verbessert sich dann deutlich. Auch die Kosten würden sinken“, beschreibt Prof. Herbert Rebscher, Vorsitzender des Vorstands der DAK die Situation. „Wir wollen außerdem ermitteln, anhand welcher Risikofaktoren ein möglicher schwerer Krankheitsverlauf frühzeitig erkannt und der chronischen Schmerzerkrankung rechtzeitig entgegengewirkt werden kann.“ Dabei gilt es nach Prof. Dr. Gerd Glaeske* vom Institut pharmafacts, dem wissenschaftlichen Partner des Projektes, in einem ersten Schritt die Frage zu klären, wie chronische Schmerzpatienten überhaupt identifiziert werden können: „Im Hauptteil der Studie möchten wir dann Antworten auf die Fragen finden, von wem und wo Schmerzpatienten heute versorgt werden, wie die aktuelle Versorgung hinsichtlich des medizinischen Nutzens zu bewerten ist und welche Kosten damit verbunden sind.“

Das Projekt gliedert sich in eine Pilot- und eine Hauptstudie. Zunächst wird im Rahmen der Pilotstudie eine Analyse der DAK-Routinedaten stattfinden, die einen Überblick zu r epidemiologischen Verteilung geben soll. Anschließend werden anhand der Patientenprofile Morbiditätscluster gebildet. Auf Basis dieser Erkenntnisse ist eine Hauptstudie geplant, an der neben der DAK noch weitere Krankenkassen teilnehmen werden. Im Rahmen dieser Hauptstudie werden u. a. Behandlungspfade untersucht und Aussagen zur Qualität der Versorgung sowie zu direkten und indirekten Krankheitskosten getroffen. Die Auswertung der Daten wurde dem Institut pharmafacts unter der Leitung von Prof. Glaeske übertragen. „Wir fordern schon seit langem neue Partnerschaften in der Realisierung
unabhängiger Versorgungsforschungsanalysen“, bewertet Glaeske die zukunftsweisende Konstellation zwischen Industrie, Kostenträgern und Wissenschaft.

Auf Grundlage dieser Partnerschaft kann zum ersten Mal gemeinsam für den Bereich Schmerz festgestellt werden,
an welchen Stellen des Systems es eine Über-, Fehl- bzw. Unterversorgung gibt. Neben der Betrachtung und Auswertung vorhandener Daten, sollen 2009 auch Patienten befragt werden, um eventuelle Informationslücken zu schließen. „Grünenthal ist Experte in der Schmerztherapie“, erläutert Rainer Henske, kommissarischer Geschäftsleiter Deutschland die Motivation des Aachener Unternehmens zu diesem Projekt.

„Um unserem eigenen Anspruch auch in Zukunft gerecht zu werden, müssen wir mehr über die aktuelle Versorgungssituation von Schmerzpatienten und vor allem auch über die bestehenden Defizite wissen. So können wir unsere weiteren Aktivitäten in Forschung, Entwicklung und Vermarktung als kompetenter Partner in der Versorgung zielgenauer ausrichten.“

Erste Ergebnisse auf Basis der Pilotstudie werden voraussichtlich Mitte Oktober verfügbar sein. Für die Teilnahme an der Hauptstudie haben weitere große Krankenkassen Interesse bekundet. So könnte ein neuer „Schmerzatlas“ entstehen, der in Breite und Tiefe alle bisherigen Ansätze übertrifft. Dieses Referenzprojekt hat Vorbildfunktion über die Schmerztherapie hinaus.

 

 

* Prof. Glaeske veröffentlicht u.a.  in Monitor Versorgungsforschung 02/08 (7.7.) einen wiss. Beitrag zur Frage, ob sich sich Versorgungsqualität bei Asthma mit GKV-Routinedaten abbilden lässt.

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