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Darmkrebs-Früherkennung: Pilotprojekt zur „Informierten Entscheidung“

24.11.2014 11:10
München, 20. November 2014: Zum Thema "Darmkrebs-Früherkennung" haben die Techniker Krankenkasse (TK) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) ein bundesweit bislang einzigartiges Pilotprojekt gestartet. Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, den Patienten die bestmöglichen Rahmenbedingungen für eine sogenannte "Informierte Entscheidung" zu bieten. So soll ihnen ermöglicht werden, sich individuell für oder gegen eine Früherkennungsuntersuchung unter Berücksichtigung aller Vor- und Nachteile zu entscheiden oder diese Entscheidung erst zu einem späteren Zeitpunkt zu treffen.

Das Projekt wird in zwei Stufen durchgeführt. Im Rahmen der ersten Stufe schreibt die TK seit 2013 ihre 50- und 55-jährigen Versicherten mit sechs verschiedenen Informationspaketen an, die jeweils unterschiedliches Informationsmaterial rund um das Thema Darmkrebs-Früherkennung enthalten. Dabei wird untersucht, ob die Inhalte der Schreiben und Broschüren einen Einfluss auf die Entscheidung zur Früherkennungsuntersuchung und die Inanspruchnahme von ärztlichen Beratungsleistungen haben.

Am 1. November 2014 hat nun die zweite Phase des Pr ojekts begonnen. Ein Expertengremium hat auf Basis des Online-Fortbildungsportals der KVB – CuraCampus – eine multimediale Fortbil- dungseinheit für Haus- und Fachärzte entwickelt, die unter anderem Videosequenzen, Grafiken und einen praxisnahen Gesprächsleitfaden beinhaltet. Die teilnehmenden Ärzte erhalten für diese besondere Beratungsleistung ein zusätzliches Honora r für die anspruchsberechtigten Patienten, wenn sie an der freiwilligen Online-Schulung teilge nommen und die anschließende Prüfung erfolg- reich absolviert haben.

Mit dem Pilotprojekt von TK und KVB, das auch vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert wird, ist Bayern Vorreiter für die zukünftige Umsetzung des Krebs-Früherkennungs- und Krebs-Registergesetzes. Dieses sieht vor, ein stand ardisiertes Einladungsverfahren für die ent- sprechenden Untersuchungen einzuführen. Außerdem ve rfolgt das Projekt auch die Ziele des Na- tionalen Krebsplans, der festgelegt hat, dass Krebs -Früherkennungsuntersuchungen nicht ver- pflichtend sein dürfen, weil diese mit Schäden und Nebenwirkungen für den Patienten verbunden sein könnten. Um die Nachhaltigkeit der Initiative zu fördern, haben sich KVB und TK schon jetzt darauf verständigt, die Gesprächsleistung zur „Info rmierten Entscheidung“ mindestens bis 2017 mit einem Zusatzhonorar für die teilnehmenden Haus- und Fachärzte zu vergüten.

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

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