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DNVF präsentiert Versorgungsforschungs-Aktionsplan

04.11.2013 15:00
Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung e.V. (DNVF) und die Bertelsmann Stiftung haben gemeinsam eine Erklärung „Nationaler Aktionsplan für Versorgungsforschung“ veröffentlicht. Die Erklärung erschien im Zusammenhang mit einem politischen Abend, zu dem die Bertelsmann Stiftung in der Woche des Starts der Koalitionsverhandlungen unter dem Motto „Versorgungsforschung trifft Politik“ in ihre Räume eingeladen hatte - indes: kein einziger Politiker kam.

Der gemeinsam konsentierte Aktionsplan sieht vor, dass die Themen der Versorgungsforschung nach Relevanz und Bedarf priorisiert werden sollen, um die die Wirkung und Effizienz der von der dieser Forschungsrichtung ausgehenden Impulse für das Gesundheitswesen zu erhöhen. Dabei geht es dem Netzwerk und der Stiftung inhaltlich insbesondere um folgende Themen:

- Evidenzbasierte Information und Beteiligung von Patienten im Behandlungsgeschehen

- Qualitäts- und patientenorientierte Vergütungsanreize für Gesundheitsberufe

- Angemessenheit von Leistung und Indikationsstellung (Über-, Unter-, Fehlversorgung)

- Indikatoren zur Versorgungsqualität und Patientensicherheit

- Effekte von Transparenz auf die Qualität der Versorgung

- Innovative Versorgungskonzepte, Schnittstellen- und Vernetzungsforschung

- Kompetenz, Kooperation und Verantwortung der Gesundheitsberufe

- Zugang zu Leistungen und Informationen (vulnerabler Gruppen)

- Soziale und regionale Unterschiede in der Versorgung und regionale Bedarfsplanung

- Politikfolgenforschung und Evaluation von Innovationen

Die Initiative zu diesemPriorisierungsprozess müsse gemeinsam von den zuständigen Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Gesundheit ausgehen. Darüber hinaus sind nach Meinung der Autoren die maßgeblichen Akteure aus Wissenschaft und Versorgungsforschung, die Spitzenorganisationen der Kostenträger und Gesundheitsberufe sowie Verbraucher- und Patientenorganisationen zu beteiligen.

Wichtigig ist dem DNVF und der Bertelsmann Stiftung ein freier und offener Zugang zu verbesserten Versorgungsdaten. Ohne qualitätsgeprüfte, flächendeckende Sekundärdaten könne keine wissenschaftlich solide Versorgungsforschung betrieben werden und keine fundierte Politikberatung erfolgen. Das deutsche Gesundheitswesen, so die Meinung der Autoren, leidee weniger unter einem Mangel an Daten, sondern darunter, dass die vorhandenen Informationen weder für Prozesse der Versorgungsteuerung noch zur Herstellung von Versorgungstransparenz zur Verfügung stünden.

Zwar sei mit dem Versorgungsstrukturgesetz von 2012 das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) als zentrale Institution benannt, durch die zukünftig bundesweite Leistungsabrechnungs- und Versorgungsdaten zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies begrüßen die Autoren, da diese Entwicklung zwar strukturell in die richtige Richtung gehe, doch sei der Umfang der Nutzung für Forschungszwecke auf den Datensatz für den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) beschränkt worden. So sei der Datensatz hinsichtlich des Umfangs und der Qualität der zur Verfügung stehenden Daten bei weitem noch nicht ausreichend.

Für eine sinnvolle versorgungswissenschaftliche Nutzung wären die Daten zu ergänzen um: Stammdaten der Versicherten, Versicherungszeiten, Todeszeitpunkte sowie Daten zu Prozeduren und Leistungen, auch aus den Bereichen Pflegeversicherung und Rehabilitation. Da die Erforschung regionaler Unterschiede in der Gesundheitsversorgung ein wichtiges versorgungspolitisches Anliegen darstellt, sei es ferner unerlässlich, dass das Regionalmerkmal jedes Versicherten (Landkreis) weiterhin in den für die Versorgungsforschung zur Verfügung gestellten Daten enthalten bleibe. Der Versorgungsforschung müsse ferner – unter Wahrung des Datenschutzes– ungehinderter Zugang zu den nicht aggregierten Daten des Instituts für das Entgeltsystem im,Krankenhaus (InEK) und des Statistischen Bundesamtes gewährt werden. Zudem müsse es gesetzlich ermöglicht werden, die Sekundärdaten mit anderen Daten zu verknüpfen.

Um die so vermehrt mögliche Versorgungforschung zu ermöglichen, sei der Ausbau der Versorgungsforschung in Forschung und Lehre nötig, und ebenso - eine alte, aber bisher unerfüllte Forderung des Netzwerks - ein ausreichender finanzieller Rahmen (angedacht sind 1 Promille der GKV-Ausgaben), der es erlaube, die Prioritäteliste abzuarbeiten. Zudem sei es notwendig, parallel zu den nationalen Gesundheitszentren ein nationales Versorgungsforschungszentrum nach niederländischem Vorbild (NIVEL) einzurichten. Dieses neue Zentrum soll die gegründeten Gesundheitszentren ergänzen und unterstützen sowie eine kritische „Forschungsmasse“ schaffen

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

Problem „Low-Value-Care“

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