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Dorothee Dormann erhält Alzheimer-Forschungspreis 2021 der Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Für den renommierten Alzheimer-Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung hat das namhaft besetzte Scientific Advisory Board (SAB) dieses Jahr Prof. Dr.Dorothee Dormann nominiert, eine international anerkannte Forscherin auf dem Gebiet der molekularen Neurodegeneration. Das Stiftungskuratorium ist der Empfehlung des SAB gefolgt und entschieden, den Alzheimer Forschungspreis 2021 an Dorothee Dormann zu vergeben. Die 1976 in Schorndorf geborene Wissenschaftlerin ist Professorin für Molekulare Zellbiologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie Adjunct Director am Institut für Molekulare Biologie (IMB) in Mainz.

Für den Alzheimer Forschungspreis 2021 konnte die Stiftung Drittmittel einwerben, die in Höhe von 280.000 Euro dem Institut der Preisträgerin für Ihr Forschungsprojekt zugutekommen.

Die Alzheimer-Krankheit zeichnet sich durch Gedächtnisverlust und kognitiven Verfall aus und stellt eine enorme Belastung für die Patienten und Angehörige dar. Sie ist nach wie vor unheilbar und die betroffenen Patienten sterben innerhalb weniger Jahre nach Krankheitsbeginn, da verfügbare Therapien lediglich die Symptome behandeln, die Erkrankung aber nicht verlangsamen oder aufhalten können. Ein Verständnis der molekularen Mechanismen, die der Alzheimer-Krankheit zugrunde liegen, ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Ansätze zur Prävention, Diagnose und Behandlung der
Erkrankung.

Ein seit langem bekanntes pathologisches Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind neurofibrilläre Bündel, die das Protein Tau enthalten. Tau-Aggregate bilden sich zuerst in einigen wenigen Nervenzellen, von wo aus sie sich in andere Gehirnregionen ausbreiten, was letztlich zur neuronalen Funktionsstörung und Krankheit führt. Ein weiteres Protein, das sich bei bis zu 50 Prozent der Alzheimer-Patienten ablagert und dadurch dysfunktional wird, ist TDP-43. Dieses Protein spielt bekanntermaßen eine wichtige pathologische Rolle bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen, wie der Frontotemporale Demenz und Amyotrophen Lateralsklerose. Alzheimer-Patienten mit Tau- und TDP-43-Aggregaten zeigen eine schwerwiegendere Gehirnschrumpfung und einen stärkeren kognitiven Verfall als Patienten mit nur Tau-Ablagerungen, was auf einen wichtigen Beitrag von TDP-43 zur Neurodegeneration bei der Alzheimer-Krankheit hindeutet.

Dorothee Dormann und ihr Team untersuchen, wie TDP-43-Aggregate in der Alzheimer-Krankheit entstehen und ob sich TDP-43- und Tau-Aggregation gegenseitig beeinflussen. „Diese Forschung wird dabei helfen, die molekularen Grundlagen der TDP-43- und Tau-Dysfunktion bei der Alzheimer-Krankheit zu verstehen und neue mechanistische Einblicke in die Alzheimer-Krankheit und verwandte Demenzerkrankungen zu gewinnen“, so Christian Haass, Kuratoriumsmitglied der Hans und Ilse Breuer-Stiftung.

Dorothee Dormann studierte Biochemie an der Universität Tübingen mit Auslandsaufenthalten an der University of North Carolina. Danach ging sie an die Rockefeller University, an der sie 2007 promoviert wurde und war anschließend Post-Doktorandin am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 2014 bis März 2021 war sie Gruppenleiterin einer Emmy Noether-Forschungsgruppe am Biomedizinischen Centrum (BMC) der LMU München. Für ihre Forschung wurde Dormann unter anderem mit dem Heinz-Maier-Leibnitz-Preis 2014 sowie dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Nachwuchspreis 2019 geehrt.