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Drei José Carreras-Forschungsstipendiaten - Für eine Verbesserung von Therapieoptionen bei Leukämie

12.08.2021 11:17
Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung vergibt in diesem Jahr erneut drei Forschungsstipendien an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit den Forschungsarbeiten möchten die Stipendiatinnen und Stipendiaten einen Beitrag leisten, um die Therapieoptionen für Patienten mit Leukämie oder verwandten bösartigen Bluterkrankungen zu verbessern. Die Förderung der José Carreras Forschungsstipendien eröffnet ihnen die Möglichkeit, sich auf zukunftsweisende Projekte konzentrieren zu können.

Jedes José Carreras-Forschungsstipendium ist jährlich mit 41.400 Euro und bis zu 1.250 Euro Reisekosten dotiert. Der Förderzeitraum umfasst bis zu drei Jahre. Die Forschungsergebnisse werden jährlich geprüft und durch den wissenschaftlichen Beirat und Vorstand der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung begutachtet. Diese Beurteilung ist grundlegend dafür, ob die Förderung genehmigt und fortgeführt wird.

Die gemeinnützige Organisation hat 123 Forschungsstipendien gefördert. Zusammen mit den aktuellen 3 Forschungsstipendien sind es insgesamt 126 Förderungen für diese Art von Stipendien und einer Fördersumme von nahezu 13,3 Mio. Euro. Wie auch in den vergangenen Jahren wählte der hochkarätig besetzte wissenschaftliche Beirat und der Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung besonders interessante und innovative Forschungsvorhaben aus. In diesem Jahr gehen die Stipendien an Silvia Schäfer, Universitätsklinikum Dresden/NCT Dresden, Jérémy Haaf, Universitätsklinikum Tübingen und Dr. Jens Löber, Universitätsmedizin Göttingen.

Prof. Dr. med. Andreas Neubauer, Mitglied des Vorstandes José Carreras Leukämie-Stiftung: "Wir freuen uns, mit diesen Stipendien Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in ihrer Neugier zu bestärken und ihrer Suche nach Antworten in wichtigen Fragen der Leukämieforschung unterstützen zu können. Es sind genau diese Stipendien, die medizinischen Fortschritt mit ermöglichen und dafür sorgen, dass Patienten mit Leukämie und verwandten bösartigen Bluterkrankungen künftig mehr und bessere Therapieoptionen zur Verfügung stehen können."

 

Silvia Schäfer, Universitätsklinikum Dresden/NTC Dresden: "Für mich bedeutet die Förderung durch die DJCLS, dass ich mich uneingeschränkt auf die Leukämieforschung konzentrieren und somit während meiner Promotion einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, die Behandlungsoptionen für Leukämiepatienten zu verbessern."

Zusammenfassung des Forschungsvorhabens:
Blutkrebs entsteht aus sehr wenigen Ursprungs-Zellen, den Leukämie-Stammzellen. Wir konnten zeigen, dass diese Stammzellen durch eine kürzlich neu entdeckte Unterart von Genen, den sogenannten nicht-kodierenden RNAs, reguliert werden. Das Ziel des Projektes ist es, den Einfluss dieser Gene in Bezug auf die Entstehung und Behandlung einer akuten Form des Blutkrebses zu untersuchen, vor allem, um daraus resultierend bessere Behandlungsstrategien zu entwickeln.

 

Jérémy Haaf, Universitätsklinikum Tübingen: "Das Stipendium der José Carreras Leukämie-Stiftung wird mir ermöglichen, die neuen therapeutischen Optionen für Patienten mit akuten lymphoblastischen T-Zell-Leukämien zu entwickeln. Ich bin begeistert, dass dieses Projekt das Ziel hat, neue Behandlungen in die Klinik zu bringen und weitere Schritte zu unternehmen, um das Leben von T-ALL-Patienten mit derzeit schlechten Ergebnissen zu verbessern."

Zusammenfassung des Forschungsvorhabens:
Die Entwicklung effektiverer Therapien für Patienten mit akuter lymphatischer T-Zell-Leukämie ist entscheidend für die Verbesserung einer oft ungünstigen Prognose. Das Eiweiß, LMO2, ist in Blutkrebszellen von T-ALL-Patienten häufig hyper-aktiviert. In diesem Antrag planen wir, neuartige Medikamente zu entwickeln, die die Expression oder Funktion des LMO2 bei T-ALL blockieren könnten.

 

Dr. Jens Löber, Universitätsmedizin Göttingen: "Das Forschungsstipendium der Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung ermöglicht mir mein genuines Interesse an der Biologie von Immunzellen auf die Krebsforschung von schnellwachsenden Lymphomen zu übertragen. Auch möchte ich aufbauend auf den Arbeiten meines Kollegen Dr. Kamil Bojarczuk, der leider jüngst an schwerer Krankheit verstorben ist, dieses Projekt in seinem Andenken weiterführen. Ich hoffe durch den Einsatz von funktioneller Genetik die Behandlung und Prognose der Patientinnen und Patienten mit aggressivem Lymphom basierend auf einer molekularen Charakterisierung zu verbessern und hoffentlich dadurch auch die Überlebensrate zu steigern."

Zusammenfassung des Forschungsvorhabens:

Jüngst konnten durch genetische Arbeiten unserer Arbeitsgruppe die molekulare Heterogenität des häufig schnell wachsenden Lymphoms, das diffus großzellige B Zelllymphom (DLBCL) aufgezeigt werden und mindestens 5 genetisch definierte DLBCL Subtypen identifiziert werden. In der vorliegenden Arbeit sollen anhand dieser neuen Klassifizierung durch funktionelle Genetik neue molekulare Angriffsmöglichkeiten für einen dieser Subtypen mit schlechter Prognose aufgedeckt werden. Wir hoffen, dadurch molekular-informierte Therapien mehr auf den Patienten zuschneiden zu können und damit die Prognose von Patienten mit DLBCL nachhaltig zu verbessern.

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

Problem „Low-Value-Care“

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