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Erstmals Lebenswerk-Preis in der Altersmedizin vergeben

06.09.2021 11:49
Für jahrzehntelange, herausragende Leistungen in der Altersmedizin hat Professor Dr. Dr. Gerald Kolb (68, Foto), zuletzt fast 30 Jahre Chefarzt der Geriatrie am Bonifatius Hospital Lingen (Ems), den erstmals ausgelobten DGG-Preis für das Lebenswerk erhalten. „Unser interdisziplinär überaus wertgeschätzter Kollege hat in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich dafür gesorgt, dass unser Fachgebiet der Geriatrie jetzt im Mittelpunkt vieler Behandlungen von älteren Patienten steht“, sagt Laudator Professor Hans Jürgen Heppner in seiner Funktion als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG).

Gerald Kolb zeichne sich zudem dadurch aus, dass er die Onkologie und Geriatrie näher zusammengebracht habe – insbesondere auch durch seine intensive wissenschaftliche Arbeit, die viele neue Erkenntnisse hervorgebracht habe. Der Mediziner hat den Preis am vergangenen Donnerstag im Rahmen des DGG-Online-Kongresses in Empfang genommen und eine Special-Lecture zum Thema „Geriatrische Onkologie ist personalisierte Medizin“ gehalten. Kolb betont: „Die Geriatrie braucht verstärkt eigene Grundlagenforschung“.

 

Bis zum heutigen Tag hat Professor Gerald Kolb mehr als 600 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht – darunter auch zahlreiche Lehrbücher, Originalarbeiten, Leitlinien, Kongress-Abstracts, Handbuchartikel und vieles mehr. Neben seiner Habilitationsschrift für die Innere Medizin markieren zwei Inaugural-Dissertationen – in der Humanbiologie und in der Medizin – den Start seiner wissenschaftlichen Karriere. „Wenn ich an mein Lebenswerk denke, dann verbinde ich das automatisch mit meiner Publikationsliste“, so Kolb. „Schreiben bedeutet, sich festzulegen. Und das machen wir: Wissenschaftliche Publikationen bilden nicht nur den aktuellen Stand unserer Erkenntnisse ab – sie legen sie verbindlich fest und nutzen jedem Mediziner bei der täglichen Arbeit.“

 

28 Jahre Chefarzt: Ein sehr fairer und höflicher Vorgesetzter der alten Schule

 

Seit 1993 war Gerald Kolb Chefarzt der Abteilungen Geriatrie sowie Physikalische Medizin und Rehabilitationsmedizin am Bonifatius Hospital Lingen (Ems). Dass die Geriatrie dort zu einem Leuchtturm der Altersmedizin wurde, ist im Wesentlichen sein Verdienst. Mitte dieses Jahrs hat Kolb ein sehr gut aufgestelltes Haus an die nächste Generation übergeben. Unter den Mitarbeitern sagt man: „Der Chef hatte immer hohe Ansprüche, war sehr genau in der Sache und hat viel gefordert. Er war aber vor allem ein sehr fairer und höflicher Vorgesetzter, keiner, der einen hierarchischen Ton anschlug, sondern einer, der mitten im Team stand und von allen höchst geschätzt wurde. Einer von der alten Schule.“ Auch deswegen will ihn das Hospital nicht wirklich in den Ruhestand gehen lassen. Kolb ist nur ein paar Türen weitergezogen und betreut nun den Bereich der ambulanten Geriatrie.

 

Die Geriatrie geprägt: Wegweisende Entscheidungen für die Gesellschaft


Dass die Geriatrie in Deutschland alles andere als unterrepräsentiert ist, geht auf die Lebensleistung von Gerald Kolb zurück. Elf Jahre war er als Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie aktiv – von 2003 bis 2005 als Präsident. In dieser Zeit hat er viele wegweisende Entscheidungen für die Gesellschaft auf den Weg gebracht. Kolb initiierte den Bundesverband Geriatrie mit, war von 2008 bis 2015 Präsident des damaligen Dachverbandes der Gerontologischen und Geriatrischen wissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands (DVGG) und seit 2006 war er Mitglied des Scientific Board der European Union Geriatric Medicine Society (EuGMS) – insgesamt gehörte er 16 wissenschaftlichen Gremien und Präsidien an. „Für die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie war Kolb ein Glückfalls“, sagt Hans Jürgen Heppner, der nun nach drei Jahren im Amt selbst die Präsidentschaft der DGG weitergibt. „Als junger Geriater habe ich Professor Kolb immer als denjenigen wahrgenommen, der eine Brücke geschlagen hat zwischen den unterschiedlichen Genrationen unseres Faches. Er hat alle zusammengeführt, damit wir uns mit gebündelten Kräften für die Geriatrie einsetzen konnten“, sagt Heppner.

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