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Gesundheitskiosk im Koalitionsvertrag: 14 Millionen Menschen erhalten neues Gesundheitsangebot zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz

29.11.2021 12:42
SPD, Grüne und FDP haben in ihrem Koalitionsvertrag die Einrichtung von Gesundheitskiosken in „besonders benachteiligten Regionen“ vereinbart. Sollte diese Koalition die nächste Bundesregierung bilden, würde das Modell Gesundheitskiosk, das von der Gesundheit für Billstedt/Horn UG in Hamburg entwickelt und seit inzwischen fünf Jahren erfolgreich umgesetzt wird, Regierungsprogramm. Dem „Disparitätsbericht: Ungleiches Deutschland” der Friedrich-Ebert Stiftung zufolge leben in Deutschland etwa 13,6 Millionen Menschen in sogenannten benachteiligten Regionen mit schwierigerem Zugang zu medizinischer Beratung.

Für Falko Droßmann, SPD-Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Bezirksamtsleiter aus Hamburg Mitte, ist die Aufnahme in das Koalitionsprogramm ein Ergebnis der effektiven Arbeit des Hamburger Gesundheitskiosks: „Ich freue mich sehr, dass unser Modellprojekt „Gesundheitskiosk“ nun als Vorbild für die gesamte Bundesrepublik dienen soll und seinen Platz im Koalitionsvertrag der neuen Regierung gefunden hat. Dieses Gesundheitsprojekt ist in Billstedt und Horn sehr erfolgreich gestartet und ist aus unseren Stadtteilen gar nicht mehr wegzudenken. Ein solches Angebot ist besonders in wirtschaftlich schwächeren Stadtteilen besonders wichtig, um eine gute Versorgung der Menschen vor Ort sicherzustellen. Sie können im Gesundheitskiosk all ihre Fragen rund um ihre Gesundheit loswerden und erhalten dort eine kompetente und auch mehrsprachige Beratung. Es geht für viele Menschen aber vor allem auch darum, gesund zu bleiben. Hier macht der Gesundheitskiosk ebenfalls großartige präventive Angebote. Unser Gesundheitskiosk hat Vorbildcharakter! Ich gehe davon aus, dass die Finanzierung solcher Projekte nun dauerhaft sichergestellt werden wird.“

Der Gesundheitskiosk ist die innovative Schnittstelle in einem großen sektorenübergreifenden Netzwerk mit hochqualifiziertem, akademisierten Pflegefachpersonal, das erstmalig in dem deprivierten Stadtteil Hamburg-Billstedt etabliert wurde. Das umfassende Konzept der Gesundheitskioske ist die niedrigschwellige, bedarfsorientierte und kultursensible Beratung in Muttersprachen zu allen betreffenden Fragen, die die Gesundheit der Menschen betreffen. Eine von der Universität Hamburg durchgeführte Evaluation zur Arbeit des Gesundheitskiosks bescheinigt diesem messbare Erfolge.

Alexander Fischer, Geschäftsführer der Gesundheit für Billstedt/Horn UG, betont die gesundheitspolitische Bedeutung dieser Entscheidung. „Wir begrüßen die Absicht der zukünftigen Bundesregierung, die Versorgung in sozial benachteiligten Regionen zu verbessern. Die Corona-Pandemie hat erneut gezeigt, wie elementar es ist, dass die Gesundheitskompetenz in allen Teilen der Gesellschaft verbessert wird und Informationen für alle Bevölkerungsteile nicht nur leichter zugänglich gemacht, sondern pro-aktiv angeboten werden.” Jeden Monat veranstaltet der Gesundheitskiosk in Hamburg beispielsweise Impftage, zu denen jeweils rund 200 Menschen, meist mit Migrationshintergrund, erscheinen und sich impfen lassen.

Die Corona- Pandemie habe die bereits bestehende gesundheitliche und soziale Ungleichheiten nochmal verschärft, sodass ein fairer und gleicher Zugang zur Gesundheitsversorgung ein zentrales Ziel des neuen Bundesgesundheitsministerium sein sollte, so Fischer.

Dass durch das Projekt der Zugang zur ambulanten Versorgung nachweislich verbessert werden konnte, zeigt vor allem auch ein Blick auf Krankenhausfälle und ambulante Arztbesuche. „Die Menschen gehen mehr in die ambulante Praxis vor Ort und weniger in die Krankenhäuser“, so Prof. Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor am Hamburg Center for Health Economics. Am Ende des Projekts konnte ein Rückgang der durch eine effektive ambulante Versorgung vermeidbaren Krankenhausfälle im Vergleich zu den anderen Stadtteilen Hamburgs um fast 19 Prozent festgestellt werden. Zeitgleich ist die Anzahl der Arztbesuche in Billstedt und Horn im Vergleich zu den anderen Stadtteilen Hamburgs um durchschnittlich 1,9 Besuche pro versicherter Person/Jahr gestiegen.

Die Gesundheit für Billstedt/Horn UG betreibt seit 2017 den bundesweit ersten Gesundheitskiosk und unterstützt Kommunen und Krankenkassen beim Aufbau dieses Modells. Als nächste Stadt folgt Essen, die gemeinsam mit der Gesundheit für Billstedt/Horn UG die Eröffnung von zwei Gesundheitskiosken im Essener Norden vorbereitet.

Editorial

RoskiHerausgeber
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Reinhold
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