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Innovationsausschuss entscheidet zu weiteren 12 abgeschlossenen Projekten

13.05.2022 12:54
Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss hat auf seiner Website die Beschlüsse und Abschlussberichte zu weiteren 12 abgeschlossenen Förderprojekten veröffentlicht. In den Beschlüssen legt der Innovationsausschuss dar, ob und inwieweit die erprobten Ansätze in die Versorgung überführt werden sollten beziehungsweise wie mit den gewonnenen Erkenntnissen umzugehen ist.

Bei positiven Transferempfehlungen werden die Projektergebnisse zudem gezielt an Organisationen und Institutionen im Gesundheitswesen mit der Bitte weitergeleitet, sie innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs zu berücksichtigen. Dies ist bei folgenden drei Projekten der Fall:

  • CoCare, das erfolgreich erprobte, auf welchem Weg die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen verbessert werden kann.
  • EVITA, das entscheidend zu der Aktualisierung und dem Upgrad der „S3-Hausärztliche Leitlinie Multimedikation“ beigetragen hat.
  • INSIST, dessen Erkenntnisse dabei helfen können, die bestehenden Empfehlungen für ein Neugeborenen-Screening auf bakterielle Infektionen weiterzuentwickeln.

 

CoCare – Erweiterte koordinierte ärztliche Pflegeheimversorgung

In Pflegeheimen erschweren unattraktive Vergütungsstrukturen und organisatorische Barrieren die ärztliche Versorgung. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden im Krankheitsfall oftmals nicht im gewohnten Umfeld behandelt, sondern hierfür in eine Klinik eingewiesen. Um medizinisch unnötige Krankenhauseinweisungen und Krankentransporte zu reduzieren, erprobte das Projekt CoCare Ansätze für eine bessere ärztliche Versorgung im Pflegeheim.

Die Projektergebnisse weisen darauf hin, dass einige der erprobten Ansätze die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen sinnvoll ergänzen können. Vor allem die Pflegeheimkoordination, die verbesserte pflegerische und ärztliche Zusammenarbeit – beispielsweise durch gemeinsame regelmäßige Visiten – erwiesen sich als gut umsetzbar und führten innerhalb des Projekts zu einer Reduzierung der Krankenhauseinweisungen.

Der Innovationsausschuss leitet die Projektergebnisse an das Bundesministerium für Gesundheit weiter. Es wird gebeten zu prüfen, ob im Rahmen von Gesetzgebungsverfahren Anpassungen zur Erleichterung der Umsetzung koordinierter berufsgruppenübergreifender Versorgungsansätze in Einrichtungen der stationären Pflege vorgeschlagen werden können. Dabei sollen die Ergebnisse themenverwandter beendeter Innovationsfondsprojekte (wie MVP-STAT, interprof ACT und ESC+) berücksichtigt werden. Weitere Erkenntnisse sind in naher Zukunft durch das vom Innovationsausschuss geförderte Projekt SaarPHIR zu erwarten.

EVITA – Evidenzbasiertes Multimedikations-Programm mit Implementierung in die Versorgungspraxis

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für chronische Erkrankungen, die auch medikamentös behandelt werden müssen. Sind gleichzeitig verschiedene Erkrankungen zu behandeln, ist es wichtig, bei der sogenannten Multimedikation eine Über- oder Fehlversorgung zu vermeiden.

Im Projekt EVITA wurde auf der Basis von Bedarfs- und Evidenzanalysen sowie diversen systematischen Reviews und Metaanalysen die Leitlinie „Multimedikation“ zur „S3-Hausärztliche Leitlinie: Multimedikation“ weiterentwickelt und unter anderem bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. publiziert. Damit steht eine aktualisierte Leitlinie zur Entscheidungsunterstützung für die Versorgungspraxis bereit. Darüber hinaus wurden in dem Projekt weitergehende Lösungsansätze für eine optimierte Versorgung von Patientinnen und Patienten konzipiert, die aufgrund von Multimorbidität und Mehrfachmedikation komplexe Bedürfnisse haben.

Die Ergebnisse des Projekts werden an die Verbände der Kranken- und Pflegekassen auf Bundesebene, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und den Deutschen Hausärzteverband weitergeleitet. Sie werden gebeten zu prüfen, ob die Ansätze des Projekts genutzt werden können, die Versorgung und Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung weiterzuentwickeln.

INSIST – Impact des Neonatologie-Screenings auf Infektionsprädiktion / Senkung von Transmission

Infektionen mit multiresistenten gramnegativen Bakterien können vor allem bei Neugeborenen schnell lebensbedrohlich werden. Damit solche Infektionen möglichst früh erkannt und mit den richtigen Antibiotika versorgt werden können, empfiehlt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut (KRINKO) seit einigen Jahren ein mikrobielles Kolonisationsscreening. Im Projekt INSIST wurde untersucht, ob und wie Kolonisationsscreenings bei Neugeborenen dabei helfen, Ausbrüche von Infektionen zu verhindern.

Da die Studienergebnisse wichtige Erkenntnisse mit möglicher Relevanz für die Empfehlungen zur Krankenhaushygiene und Infektionsprävention liefern, sollen sie an die KRINKO weitergeleitet werden. So wurde beispielsweise festgestellt, dass sich Ausbrüche nur durch eine Verbindung des Kolonisationsscreenings mit speziellen Typisierungsverfahren wie der Ganzgenomsequenzierung erkennen lassen. Die KRINKO wird nun vom Innovationsausschuss gebeten, die Möglichkeit einer Weiterentwicklung der Empfehlung zu Kolonisationsscreenings zu prüfen.

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

 

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