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Leuchtturm-Projekte mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit 2022 ausgezeichnet

13.05.2022 13:41
Am 12. Mai 2022 verlieh das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) zum neunten Mal den Deutschen Preis für Patientensicherheit in den Kategorien Sonderpreis und drei Platzierungen. Der erste Platz ging an „Renal Pharmacist“ – eine Etablierung und Vernetzung der stationären pharmazeutischen Betreuung von niereninsuffizienten Patienten an vier Standorten in Deutschland von Dr. Sarah Friederike Seiberth, LMU Klinikum München, Promotionsprogramm Klinische Pharmazie. Die Verleihung der Preise erfolgte im Rahmen der „Nacht der Patientensicherheit“ am Ende des ersten Kongresstags der APS-Jahrestagung und begleitet durch TV-Moderatorin und Ärztin Dr. Julia Fischer.

Widerspruch im OP-Saal? Aber klar doch! Auch eine Einführung vom strukturierten Team-Briefing – unbedingt. Genauso wie standardisierte Dokumentation der medizinischen Therapie und Verbesserung der AMTS durch optimale Zusammenarbeit von Apotheker oder Apothekerin mit Stationsarzt oder -ärztin. Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit sowie Fachärztin für Anästhesiologie und Chief Patient Safety Officer, Universitätsmedizin Essen: „Wir hatten die Ehre gleich vier herausragende Ideen zur Verbesserung von Patientensicherheit zu feiern. Es ist etwas ganz Besonderes, wenn man seine Arbeit dem widmet, innovative Ansätze zu entwickeln, die Patientensicherheit in der eigenen Einrichtung oder Praxis bestärken. Vier Beispiele heben wir dieses Jahr ganz deutlich hervor. Sie erhalten einen Preis. Wir gratulieren ihnen von Herzen und haben ihnen zur Ehrung eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, um vor ihnen wortwörtlich den roten Teppich auszurollen.“

Prämiert werden seit 2013 mit dem Deutschen Preis für Patientensicherheit die besten drei aller Einreichungen. Der Preis ist innerhalb des Gesundheitswesens mit viel Aufmerksamkeit verbunden.

Den ersten Platz sicherte sich Preisträgerin Dr. Sarah Friederike Seiberth des LMU Klinikums München vom Promotionsprogramm Klinische Pharmazie mit „,Renal Pharmacist‘ – Etablierung und Vernetzung der stationären pharmazeutischen Betreuung von niereninsuffizienten Patienten an vier Standorten in Deutschland“.

Zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) kann ein ‚Renal Pharmacist‘ – ein:e Apotheker:in mit speziellem Fokus auf Patient:innen mit eingeschränkter Nierenfunktion – durch Medikationsanalysen renale arzneimittelbezogene Probleme identifizieren und gemeinsam mit dem Stationsarzt lösen. Dieser Service ist noch keine Regelversorgung in deutschen Krankenhäusern. Erstmals schuf das Projektteam ein Netzwerk von Renal Pharmacists in Deutschland, die sich fachlich und organisatorisch unterstützen. Die Einzelprojekte sind klinikspezifisch nach dem individuellen Bedarf konzipiert worden. Durch die engmaschig vorgenommenen, strukturierten pharmazeutischen Medikationsanalysen von Risikopatienten mit Niereninsuffizienz wird ein wesentlicher Beitrag zu einer höheren patientenindividualisierten AMTS geleistet, der durch die Übernahme in Entlassbriefe sektorenübergreifend wirksam wird. Das Projekt ist ein gelebtes Beispiel enger interprofessioneller Zusammenarbeit mit dem Ziel die Patientensicherheit in dieser vulnerablen Patientengruppe zu erhöhen.

Platz 2 gewann Dr. Winfried Alsdorf vom Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg, II. Medizinische Klinik, mit seiner „Wissenschaftlichen Arbeit: Etablierung und Validierung einer standardisierten Dokumentation der Supportivtherapie bei Chemotherapie mit hochdosiertem Methotrexat“. Diese Chemotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung bei akuten Leukämien, Lymphdrüsenkrebs und Osteosarkomen. HD-MTX kann schwerwiegende, lebensbedrohliche Nebenwirkungen verursachen, insbesondere wenn die notwendige Begleittherapie nicht optimal vorgenommen wird. Die Anwendung von Hilfsmitteln wie einer Checkliste und eine standardisierte Dokumentation konnten die Sicherheit medikamentöser Tumortherapien deutlich verbessern.

Für den 3. Platz überzeugte die Jury die Arbeit von Dr. Oliver Keil, Katja Brunsmann und Dr. Christiane Beck von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie hatten sich mit der „Verbesserung der Patientensicherheit durch die Einführung eines strukturierten Team-Briefings unmittelbar vor der Einleitung einer Kinderanästhesie“ beworben. Mit dem etablierten präoperativen Anästhesiebriefing schufen sie eine Sicherheitskultur in der Abteilung, um Komplikationen zu vermeiden, die bei der Kinderanästhesie bekanntermaßen oft durch verbale Fehlkommunikation entstehen.

In diesem Jahr überzeugte die Jury neben den drei Bestplatzierten eine weitere wissenschaftliche Arbeit, der die Jury einen Sonderpreis zuschrieb, mit dem die Kooperationspartner und das Aktionsbündnis Patientensicherheit die ausgezeichnete Arbeit auf besondere Weise fördern möchten. Den Sonderpreis gewann das Autorenteam aus Dr. Carl Schick, Fabio Walther und Prof. Dr. Michael Heesen vom Kantonsspital Baden (Schweiz) sowie Prof. Dr. David Schwappach, Dr. Evgeniya Kornilov, Dr. Sharon Orbach-Zinger, Dr. Daniel Katz mit einer Untersuchung zu den „Auswirkungen eines 22-monatigen, mehrstufigen Implementierungsprogramms auf das Speaking-up-Verhalten in einer akademischen Anästhesieabteilung.“ Speaking-Up – also auf drohende Fehler während eines Eingriffs oder einer Behandlung aufmerksam zu machen – ist aufgrund zwischenmenschlicher und organisationaler Hürden immer noch gar nicht so einfach und wird häufig unterlassen. Im Departement Anästhesie am Kantonsspital Baden startete das Projektteam ein 22 Monate langes multimodales Programm zur Etablierung und Stärkung von Speaking-Up, das im Ergebnis eine klare Verbesserung in der Einstellung zu Speaking-Up und im Sicherheitsklima erbrachte.

Es haben sich vor allem sehr praxisnahe und zukunftsweisende Konzepte durchgesetzt. Die Umsetzungsstärke von Ideen gab den Ausschlag. Lässt sich die Idee in der Umsetzung auch richtig gut implementieren? Gibt es Beispiele für die Umsetzung? Lässt sich die Idee auf andere Sektoren übertragen? Diese Kriterien standen bei den Entscheidungen der Jury nach festgelegtem Punktesystem im Vordergrund.

Infos zum Preis und zu den ausgezeichneten Projekten sind zu finden auf: https://www.aps-ev.de/dpfp/.


Zum Hintergrund:

Die Jury setzte sich zusammen aus Peggy Ahl (Apothekerin, Referentin für Qualitätssicherung im Geschäftsbereich Pharmazie, ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände), Dr. Franziska Diel (Leiterin Dezernat Versorgungsqualität, Herausgeberin und Co-Autorin der QEP-Werke, KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung), Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig (Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ)), Hannelore Loskill (Bundesvorsitzende der BAG SELBSTHILFE), Martin Meilwes (Prokurist der GRB Gesellschaft für Risiko-Beratung mbH), Birgit Pätzmann-Sietas (Präsidiumsmitglied im Deutschen Pflegerat), Xenia von Maltzan (Associate Director Patient Engagement & Health Alliances, MSD Deutschland.), Univ.-Prof. Dr. Claudia Doris Spies (Direktorin der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin der Charité© Campus Mitte und Campus Virchow Klinikum), Prof. Dr. Christoph Straub (Vorsitzender des Vorstands der BARMER), Markus Tannheimer (Geschäftsführung Inworks GmbH). Den Juryvorsitz hat Dr. Ruth Hecker inne: Als Juryvorsitzende nimmt die Vorsitzende des APS selbst keine Bewertungen der eingereichten Arbeiten vor, sondern überwacht das satzungsmäße Bewertungsprozedere und moderiert die Jurysitzung. Schirmherrin des Deutschen Preises für Patientensicherheit ist Irmgard Gürkan, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Editorial

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