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Neue Praxisempfehlung zur diabetischen Neuropathie

24.01.2013 12:29
Die Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erscheinen in diesem Jahr mit einem neuen Kapitel zur diabetischen Neuropathie. Darin erläutern die Autoren unter anderem Maßnahmen, mit denen die Schmerzen einer diabetesbedingten Nervenschädigung wirkungsvoll verringert werden können. Darüber hinaus haben Experten die Kapitel „Diabetes und Schwangerschaft“ sowie „Gestationsdiabetes mellitus“ überarbeitet. Die Praxisempfehlungen erscheinen jährlich in der Zeitschrift „Diabetologie und Stoffwechsel“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) und richten sich vor allem an praktisch tätige Diabetologen aber auch Allgemeinmediziner, Neurologen, Schmerztherapeuten und Gynäkologen. Interessierte können die Praxisempfehlungen ebenfalls im Internet abrufen.

„Die Praxisempfehlungen sind eine nützliche Hilfe für die praktische ärztliche Tätigkeit“, sagt Professor Dr. med. Stephan Matthaei, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft. „Sie vermitteln den neuesten Stand in Diagnostik und Therapie des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen für jedes Lebensalter.“ Als Grundlage dienten die evidenzbasierten Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft und die evidenzbasierten nationalen Versorgungsleitlinien.

Nach längerer Unterbrechung konnte in diesem Jahr erstmals wieder eine Praxisempfehlung zur Neuropathie, einer diabetesbedingten Nervenschädigung, aufgenommen werden. „Etwa 13 bis 26 Prozent der Menschen mit Diabetes weisen eine schmerzhafte Neuropathie auf“, erläutert das Autorenteam um Professor Dr. med. Dan Ziegler vom Institut für Klinische Diabetologie, Deutsches Diabetes-Zentrum an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Der Bedeutung dieses Themas angemessen, behandeln die Autoren auf zehn Seiten alle Aspekte der peripheren und autonomen diabetischen Neuropathien von Definition und Risikofaktoren über Screening, Basis- und weiterführende Diagnostik bis hin zu Differentialdiagnosen und Behandlungsstrategien. Die periphere Neuropathie macht sich häufig durch schmerzhafte Gefühlsstörungen an Armen und Beinen bemerkbar, bei der autonomen Neuropathie geraten etwa das Tempo des Herzschlags oder die Magen-Darm-Bewegungen aus dem Takt.

 

„Besonders hilfreich für den ärztlichen Alltag dürften die übersichtlich aufbereiteten Praxistools im Anhang des Neuropathie-Kapitels sein“, betont Stephan Matthaei. Hier geben die Autoren in Form von Fragebögen oder Tabellen kompakte Übersichten zu Diagnosekriterien, (neurologischen) Untersuchungsmethoden und Therapieoptionen. Als realistisches Ziel einer medikamentösen Therapie bei neuropathischen Schmerzen sehen die Autoren eine Schmerzreduktion um 30 bis 50 Prozent auf der visuellen Analogskala oder der Numerischen Ratingskala an, eine Verbesserung von Schlaf und allgemeiner Lebensqualität inklusive Arbeitsfähigkeit.

Für Gynäkologen und Geburtsmediziner sind die Abschnitte „Gestationsdiabetes mellitus (GDM) – Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ sowie „Diabetes und Schwangerschaft“ von besonderem Interesse. „Diese Kapitel wurden aktualisiert und auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht“, berichtet Professor Dr. med. Monika Kellerer vom Zentrum für Innere Medizin I, Marienhospital Stuttgart und Vorsitzende der Leitlinien-Kommission.

Für den Aspekt Bluthochdruck empfehle die DDG die Orientierung an den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga oder der Deutschen Hypertonie-Gesellschaft, so DDG Präsident Matthaei.

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