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Neues Monitoring für Medizinberichterstattung

05.08.2010 12:23
Medien-Doktor aus Dortmund

War die Schweinegrippe vielleicht doch eher eine „Mediengrippe“? Woher sind seriöse Informationen über Medizin und Gesundheit in den Medien zu bekommen? Und wie ist es insgesamt um die Qualität der Berichterstattung in Deutschland bestellt? Diesen und ähnlichen Fragen wollen Journalisten und Wissenschaftler in einem Monitoring-Projekt für Medizinjournalismus nachgehen, das am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität angesiedelt ist. Vorbild für den „Medien-Doktor“ aus Dortmund ist u.a. das amerikanische HealthNewsReview.org. Realisiert wird das Projekt mit Unterstützung einer Anschubfinanzierung aus der ebenfalls in Dortmund angesiedelten „Initiative Wissenschaftsjournalismus“ in Höhe von 60 000 Euro.

Nach einer internen Erprobungsphase soll das mediale Medizin-Monitoring im Herbst auf der WissensWerte-Konferenz  der deutschen Wissenschaftsjournalisten vorgestellt werden (www.wissenswerte-bremen.de) und seinen regulären Betrieb aufnehmen. Täglich sollen dann Berichte über medizinische Themen aus deutschen Medien ausgewählt und durch externe Gutachter (vorwiegend Medizinjournalisten, aber auch Wissenschaftler) bewertet werden. Auch Specials zur Berichterstattung über besonderen Themen – etwa analog zur Schweinegrippe –sind geplant. Zur Bewertung wird jeweils ein international erprobtes Raster von Qualitätskriterien herangezogen, das zudem innerhalb des Projekts weiter entwickelt werden soll. Auf dieser Basis erhält jeder Beitrag von Journalisten eine Wertung durch Journalisten und wird zusammen mit einer fundierten Analyse der Stärken und Schwächen der Berichterstattung auf der Seite www.medien-doktor.de (im Aufbau) kommentiert.

„Unser Ziel ist keineswegs ein Journalisten-Bashing, wie es mittlerweile in manchen Blogs zur Mode geworden ist“, sagt Holger Wormer, Professor für Wissenschaftsjournalismus an der TU. Vielmehr wollen die Betreiber Positivbeispielen mehr Aufmerksamkeit verschaffen, damit sie Nachahmer bei anderen Journalisten finden. Fundierte und konstruktive Kritik unter angesehenen Kollegen, so die weitere Hoffnung, könnte in manchen Redaktionen vielleicht sogar als Argument verwendet werden, um im eigenen Haus auf Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu drängen. Die Träger der Initiative Wissenschaftsjournalismus, die Robert Bosch Stiftung, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die BASF, erhoffen sich von den Projekt eine weitere Verbesserung der Qualität der wissenschaftsjournalistischen Berichterstattung in Deutschland.

Der Anlass für die Entwicklung eines „Medien-Doktors“ für Deutschland war die Beobachtung großer Unterschiede in der deutschen Medizin­berichterstattung. „Während auf der einen Seite hervorragend recherchierte Beiträge stehen, scheint in manch einer Redaktion bisher jedes Bewusstsein dafür zu fehlen, was für einen Unsinn man zum Teil über den Sender gehen lässt“, sagt Lehrstuhlinhaber Wormer. Durch das Projekt sollen nun Maßstäbe für Qualität im Medizinjournalismus transparent gemacht und zur Diskussion gestellt werden. Die Ansiedlung an der Universität garantiert dabei eine größtmögliche Unabhängigkeit für die Bewertung von Beiträgen. Zudem sollen die Ergebnisse systematisch ausgewertet werden.

Führende Verbände von Wissenschaftsjournalisten wie die Wissenschaftspressekonferenz (wpk) und der Verband der Medizinjournalisten (VDMJ) hat im Vorfeld bereits die Unterstützung des Projekts zugesagt. Leitender Redakteur von Medien-Doktor.de wird der renommierte Wissenschaftsjournalist Marcus Anhäuser, der bereits im Rahmen seines Blogs Plazeboalarm Erfahrungen mit der Bewertung von Medizinbeiträgen gesammelt hat.

Künftige Partner gesucht

Die Erkenntnisse aus dem Dortmunder Medizin-Monitoring sollen in einem nächsten Schritt gezielt in die journalistische Ausbildung und in Weiterbildungsprojekte einfließen – etwa im Rahmen einer fachbezogenen „Blattkritik“ (oder Sendekritik), die im Rahmen der Initiative Wissenschaftsjournalismus den Redaktionen angeboten werden soll. Für die Zeit nach 2011 sucht der Dortmunder Medien-Doktor bereits jetzt nach weiteren ideellen und finanziellen Partnern, die langfristig an einer Qualitätssicherung der Medizinberichterstattung interessiert sind.

Editorial

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