Sie sind hier: Startseite News "Rationierung durch die Hintertür"
x
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

"Rationierung durch die Hintertür"

11.01.2010 14:04
Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) befürchtet Austrocknung der fachärztlichen Versorgung im ambulanten Bereich

Die Politik hat sich mehrheitlich für eine Beibehaltung der freiberuflichen ärztlichen Tätigkeit im ambulanten Bereich unter Einschluss der fachärztlichen Versorgung ausgesprochen. Vehement hat man auch Priorisierungs- und Rationierungsgedanken in der medizinischen Versorgung verdammt. Dennoch, die eingeschlagenen Wege werden zwangsläufig zu einer Austrocknung der fachärztlichen Versorgung im ambulanten Bereich führen.

Dies sei am Beispiel der Magenspiegelung erklärt. Magen-Darm- Spezialisten erhalten für die Rundumversorgung eines gesetzlich versicherten Patienten je nach Sitz ihrer Praxis zwischen 30 und 40 € pro Quartal, wobei dieses so genannte Regelleistungsvolumen im Laufe des Jahres um bis zu 40% gesunken ist. Mit diesem Geld, für das kaum ein Installateur bereit wäre, einen tropfenden Wasserhahn zu reparieren, sind mit Ausnahme der Darmspiegelung alle ärztlichen und apparativen Leistungen, die in einem Quartal anfallen, abgegolten. Dies gilt auch für die Magenspiegelung, eine Untersuchung, die von Magen-Darm-Spezialisten ca. 1.000-mal im Jahr durchgeführt wird. Diese Leistung allein kostet ohne Berücksichtigung nur eines Cents Arzthonorar ca. 100 € Material- und Personalaufwand. Mit anderen Worten: mit jeder Magenspiegelung subventioniert der Arzt das Gesundheitssystem mit 60 € und mehr. Was ist die Konsequenz? Es ist völlig klar, dass diese Leistung nicht mehr in der notwendigen Anzahl angeboten werden kann. Dies nennt man Rationierung!

Die unmittelbaren Folgen sind klar: Wartelisten, Diagnose- und Therapieverzögerungen. Es ist an der Zeit, dass der mündige Bürger und Wähler über die Missstände im Gesundheitssystem korrekt und umfassend aufgeklärt wird. Es ist nicht richtig, mit globalen Totschlagargumenten die Ärzte an den Pranger zu stellen und von "Verteilungsproblemen des Geldes" zu sprechen. Entweder müssen wir offen und ehrlich in eine Rationierungsdebatte eintreten oder es wird dafür gesorgt, dass eine adäquate Honorierung der qualitätsgesicherten Leistung folgt. Rationierung durch die Hintertür will keiner!

Artikelaktionen
abgelegt unter:
Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

Patientenwohl als zentraler Maßstab


Termine
3. Onkologischer Kongress 03.04.2020 - 09.04.2020 — Castiglion Fibocchi
Zentrale Notafnahme im Fokus 21.04.2020 08:00 - 17:00 — Köln
Verträge mit Krankenkassen 2020 23.04.2020 - 24.04.2020 — Hamburg
8. Interprofessioneller Gesundheitskongress 24.04.2020 - 25.04.2020 — Dresden
Frühjahrstagung - Die Krankenversicherung im Wandel 04.05.2020 10:00 - 17:30 — Leipzig
Kommende Termine…
« April 2020 »
April
MoDiMiDoFrSaSo
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930