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Statement der AOK Rheinland/Hamburg zum Gesetzesentwurf für die bundesweite Einführung von Gesundheitskiosken

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat Anfang September in Hamburg-Billstedt die gesetzliche Grundlage für eine bundesweite Etablierung von Gesundheitskiosken vorgestellt. Die AOK Rheinland/Hamburg unterstützt den Hamburger Gesundheitskiosk als erste gesetzliche Krankenkasse fortlaufend seit seinem Start im Jahr 2017 und hat gemeinsam mit Kooperationspartnern weitere niedrigschwellige Beratungsangebote in sozialen Brennpunkten an Rhein und Ruhr eingerichtet.

Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, erklärt: „Die bisherigen Erfahrungen mit den bestehenden Gesundheitskiosken zeigen, wie es gelingen kann, die Lebens- und Gesundheitschancen von Menschen zu verbessern, die es aufgrund ihrer Lebensumstände schwieriger haben, von den vielfältigen Angeboten unseres Gesundheits- und Sozialsystems zu profitieren.

Es ist daher der richtige Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung, eine flächendeckende Unterstützungsstruktur zu etablieren, die die Bedürfnisse insbesondere derjenigen Menschen in den Blick nimmt, die oft zu wenig Gehör finden.

Beim geplanten Aufbau von bundesweit tausend Gesundheitskiosken ist zu bedenken, dass diese Einrichtungen für sozioökonomisch schlechter gestellte Regionen konzipiert wurden und nicht nach dem „One size fits all“-Prinzip auf andere Konstellationen übertragbar sind.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass der Schwerpunkt in der Beratung der Gesundheitskioske aber nicht ausschließlich auf Themen der Krankenversicherung liegt, sondern die Vermittlung von Informationen zu Sozialleistungen und kommunalen Angeboten ebenfalls einen wichtigen Bestandteil bildet. Daher ist ein deutlich höherer Finanzierunganteil der Kommunen erforderlich.“

Der Gesundheitskiosk in Hamburg-Billstedt/Horn

Mit einem durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderten Projekt startete 2017 in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn der Aufbau eines regionalen, integrierten Gesundheitsnetzwerks mit Fokus auf Prävention, Gesundheitsförderung und -erhaltung.

Der Gesundheitskiosk als Herzstück des Netzwerks bilde eine wichtige organisatorische Schnittstelle zwischen der medizinischen Versorgung und dem Sozialraum. Eine Evaluation des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg aus dem Jahr 2021 belegt, dass der Gesundheitskiosk einen verbesserten Zugang zur Versorgung schafft und zur Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten sowie zur Entlastung der Ärzteschaft beiträgt.

Im Februar dieses Jahres hat der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Überführung der Projektansätze in die Regelversorgung empfohlen.

Weitere populationsbezogene Versorgungsprojekte der AOK Rheinland/Hamburg

Im September 2021 öffnete mit der Quartierszentrale „dieKümmerei“ in Köln-Chorweiler ein weiteres regionales Versorgungsprojekt, das den Schwerpunkt auf die Versorgungsverbesserung in sozioökonomisch benachteiligten Vierteln legt. Im April 2022 startete der Gesundheitskiosk in der Städteregion Aachen, im Mai 2022 folgte ein weiterer Standort in Essen, der Gesundheitskiosk in Solingen eröffnet in Kürze.