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"Terminservicestellen - teuer und sinnlos"

26.01.2016 09:19
Harsche Kritik gibt es von den niedergelassenen Fachärzten zum bundesweiten Start der Terminservicestellen (TSS). Damit werde den Patienten ein Angebot vorgegaukelt für ein Terminproblem, das mehrheitlich nicht existiere.Gegen jede wirtschaftliche Vernunft und ohne jede Not werde den Facharztpraxen von der Politik „eine weitere Zwangsjacke übergestülpt“, die niemandem nütze, so BVNF-Sprecher Dr. Wolfgang Bärtl.

Dringende Termine bei Fachärzten wurden laut BVNF bislang durch die an der Basis gute Kooperation zwischen Haus - und Fachärzten auf dem "kurzen Dienstweg" mit dem Griff zum Telefon unbürokratisch gelöst.
Nun sollten zwischengeschaltete Terminservicestellen die gefühlte Benachteiligung von Kassenpatienten beim Warten auf einen Facharzttermin bei dringenden Behandlungsanlässen heilen helfen, konstatiert der BVFN.

Wenn die Einrichtung dieser TSS und die Vermittlung eines Facharzttermins mehr kosten würden, als die
fachärztliche Untersuchung und Behandlung, dann stimme die Relation zwischen Bürokratieaufwand und
Effekt für die Versicherten nicht mehr, warnt Bärtl vor einer zusätzlichen Verschwendung von Versichertengeldern. Zudem sieht er die Gefahr, dass damit das Gut, einen zeitnahem Wunschtermin bei seinem Wunsch-Facharzt zu bekommen, verloren gehen wird.

Kein Wunschtermin

Denn beides, Wunschtermin und Wunsch-Facharzt, sieht die Regelung zu Terminservicestellen nicht vor.
Vielmehr müssten zur Erfüllung der gesetzlichen Pflichten Termine vorgehalten werden, die gerade
den chronisch Kranken nicht mehr in ausreichender Zahl und zeitlicher Nähe angeboten werden könnten,
denn die ärztliche Zeit sei begrenzt.

Da die Zahl der niedergelassenen Fachärzte gerade in der regionalen Grundversorgung tendenziell rückläufig ist, hält es Bärtl für zielführender, die Attraktivität für zusätzliche zeitnahe Facharzttermine über positive Anreizsystem zu stärken. Der BVNF-Chef sieht hierbei die Politik, Kassen aber auch die KVen in der Pflicht. Er verweist darauf, dass das deutsche Gesundheitssystem mit niedergelassenen Fachärzten trotz aller dirigistischen Eingriffe der vergangenen Jahrzehnte europaweit bislang noch immer über die effektivste und zeitnahe Patientenversorgung verfüge.

Eine bessere Patientenversorgung in strukturschwachen Gebieten könne nur durch eine Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung erfolgen. „Mit Terminservicestellen wird weder mehr Zeit für Zuwendung geschaffen, noch bekommt der Patient den Arzt seines Vertrauens", befürchtet Bärtl.

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