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TIA-Auslöser schnell und zuverlässig identifizieren

Etwa jeder dritte Schlaganfall kündigt sich über eine vorherige Transitorische Ischämische Attacke (TIA) an. Nach einem solchen Vorfall muss daher möglichst schnell und zuverlässig der Auslöser ermittelt werden, um rechtzeitig Maßnahmen gegen erneute TIA oder einen Schlaganfall einleiten zu können. Das gilt insbesondere für Vorhofflimmern (VHF) als wesentlichem Treiber für Kardioembolien, so kann durch Verabreichen oraler Antikoagulantien das Schlaganfallrisiko bei TIA-PatientInnen mit VHF um bis zu zwei Drittel gesenkt werden.

Eine prospektive Beobachtungsstudie am englischen Charing Cross Hospital – Imperial College NHS HealthcareTrust1 bestätigt die hohe Bedeutung des unmittelbaren Einsatzes einer automatischen kontinuierlichen EKG-Überwachung bei TIA-PatientInnen sowohl im Hinblick auf die VHF-Detektionsrate als auch auf das Sechs-Monats-Risiko einer erneuten TIA bzw. Schlaganfalls.

In diesem Zusammenhang bietet die apoplex medical technologies GmbH mit ihrer Schlaganfall-Risiko-Analyse ein telemedizinisches Verfahren basierend auf herkömmlichen EKG-Aufzeichnungen an. Das Verfahren erkennt VHF mithilfe eines Algorithmus, auch wenn dies nur unregelmäßig, plötzlich und unbemerkt auftritt. Dabei wird im Sinne eines integrierten telekardiologischen Service die anschließende Bewertung der auffälligen EKG-Abschnitte mit Anzeichen für akutes VHF von der Gesellschaft für integrierte Gesundheitsversorgung (GiG) übernommen. Im Kontext von VHF-Nachweisen zu sekundärpräventiven Zwecken kommt SRA auf den Stroke Units von europaweit bereits über 200 Kliniken erfolgreich zum Einsatz.

Automatisiertes Verfahren deutlich überlegen

In der vorliegenden Studie aus dem englischen Gesundheitssystem wurden herkömmliche Untersuchungen auf VHF verglichen mit dem Einsatz eines automatisierten Detektionsverfahrens. Während beiden Wegen das Anlegen eines 24-Stunden-Holter-EKGs gemein ist, führen im Wesentlichen zwei Aspekte dazu, dass die Standarduntersuchung deutlich länger dauert und eine niedrigere Detektionsrate aufweist: So beträgt hier das durchschnittliche Zeitfenster bis zur Einleitung des Langzeit-EKGs 62 Tage, während im automatisierten Verfahren ein Holter schon unmittelbar nach der Untersuchung und ohne zwischengeschaltete Kardiologie angelegt wird. Im Ergebnis der Studie lag bei herkömmlichen Untersuchungen die Detektionsrate für neu entdecktes Vorhofflimmerns bei 2,21 Prozent und 7,4 Prozent der PatientInnen erlitten innerhalb von sechs Monaten eine erneute TIA bzw. Schlaganfall (n=136).

Eindeutig besser jedoch schnitt die Untersuchung ab, bei der die Aufzeichnung des direkt abgeleiteten EKGs an den SRA-Server geschickt und dort automatisiert mithilfe eines Algorithmus zur Erkennung von Vorhofflimmern analysiert wurde. So lag die Detektionsrate von unbekanntem VHF hier mit 9,52 Prozent deutlich höher und das Sechs-Monats-Risiko bei einem Prozent, damit also 90 Prozent niedriger. Weitere Vorteile von SRA mit dem Ziel, möglichst früh wirksame Therapien gegen VHF einzuleiten und Folgevorfälle von TIA zu vermeiden: Die EKG-Analyseergebnisse liegen mit 99-prozentiger Sensitivität und Spezifität dank Automatisation mithilfe der SRA-Algorithmen bereits innerhalb weniger Minuten vor. Außerdem gehört auch eine externe kardiologische Befundung der auffälligen EKG-Abschnitte mit zum Leistungsspektrum von SRA.

 

1 D’Anna L, Sikdar O, Lim S, Kalladka D, Banerjee S. Atrial fibrillation detection using a automated electrocardiographic monitoring in a transient ischaemic attack service. BMJ Open Qual. 2022 Feb;11(1):e001433. doi: 10.1136/bmjoq-2021-001433. PMID: 35110330; PMCID: PMC8811557 Download/Text und Bild unter https://ars-pr.de/presse/20220329_apo 2