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Fischer (vfa): "Keine neutrale Nutzenbewertung in Deutschland"

16.06.2015 09:53
Der Verband der forschender Arzneimittelhersteller kritisiert deutsche Preisfindungspolitik bei Arzneimitteln und dass die Medikamente nicht in ausreichendem Maß in die Patientenversorgung gelangen.

In der Pressemitteilung des vfa heißt es: Die Preise für neue Medikamente würden in Deutschland national zwischen dem einzelnen Pharmaunternehmen und dem Spitzenverband der Krankenkassen ausgehandelt. Die mit den Kassen ausgehandelten Arzneimittelpreise in Deutschland seien im Vergleich aber deutlich niedriger als in anderen europäischen Ländern. 73 Prozent der deutschen Preise sollen unter dem Mittel unserer Nachbarn liegen, 38 Prozent seien die niedrigsten überhaupt: www.vfa.de/erstattungsniveau

Dazu sagt vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer: "In Deutschland gibt es keine wissenschaftlich neutrale
Nutzenbewertung eines Arzneimittels, sondern der Spitzenverband der Krankenkassen hat auf nationaler Ebene
eine dominierende Stellung bei der Bewertung und Preisfindung. So ist das Preisniveau in Deutschland unter den europäischen Durchschnitt gefallen."

"Trotz ihrer starken Stellung bei der nationalen Preisfindung üben die Kassen mittels Wirtschaftlichkeitsprüfungen auch noch regional Druck auf Ärzte aus, neue Medikamente nicht zu verschreiben. Im Ergebnis sind neue Medikamente in Deutschland zwar schnell im Markt, erreichen aber die Patienten meist nur langsam. Während die Politik den Zugang der Patienten zu Innovationen sichern wollte, ist die Praxis von schleichender Rationierung geprägt. Der medizinische Fortschritt, als Markenzeichen des deutschen Gesundheitssystems, droht zu Gunsten von schnellen Einsparungen verloren zu gehen. Es entsteht der Eindruck, dass alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um Präparate mit belegtem Zusatznutzen aus der Verschreibung zu halten," so Fischer weiter.

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Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

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