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Weitgehend versagt

01.03.2011 12:10
„Die Politik muss Kommunen im Sozialrecht den Anspruch zugestehen, selbst einen Arztsitz oder in Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen mehrere Arztsitze auszuschreiben, wenn länger als ein Jahr im Vergleich zur Bedarfsplanung ein eklatanter Arztmangel aufgetreten ist“, fordert Professor Dr. med. Klaus-Dieter Kossow in einem Wissensbeitrag in der kommenden Ausgabe von Monitor Versorgungsforschung.

Mit seinem Appell unterstützt er den bisher vorliegenen Ansatz, die vertragsärztliche Bedarfsplanung innerhalb des angedachten Versorgungsgesetzes, das die Politik bis Ostern auf den Weg bringen will, neu zu regeln. Wesentliches Ziel dieses Ansinnens ist es, einer weiteren Ausdünnung der Arztzahlen auf dem Lande vorzubeugen. In seinen Ausführungen spart Kossow nicht mit Kritik an der Selbstverwaltung: So wären eigentlich die Kassenärztlichen Vereinigungen im Zusammenwirken mit den Krankenkassen seit Jahrzehnten verpflichtet gewesen, die Versorgung der Bevölkerung auf dem Land mit Hausärzten qualitativ und quantitativ sicherzustellen. Kossow: "Doch leider ist es so, dass der Wettbewerbsdruck in den mit Ärzten dichter besiedelten Ballungsgebieten die Entscheidungen der Beschlussgremien in den Kassenärztlichen Vereinigungen seit jeher mit beeinflusst und die Ärzte in diesen Gremien daran gehindert hat, rechtzeitig genügend Anreize für die ärztliche Tätigkeit auf dem Lande zu entwickeln. Der Hausärztemangel auf dem Lande ist im Ergebnis eine Folge auch dieser Zusammenhänge." Somit seien - so sein harsches Urteil - die Kassenärztlichen Vereinigungen gerade wegen ihrer Orientierung an den Interessen der Mehrheit der niedergelassenen Ärzte nicht geeignet, das Problem des Ärztemangels auf dem Lande zu lösen. Obwohl sie jahrzehntelang den Sicherstellungsauftrag und die Kompetenz dazu gehabt hätten, hätten sie "weitgehend versagt". Doch da stehen seiner Meinung die KVen nicht alleine da: Auch die Krankenkassen seien zur Lösung dieser Probleme "nicht oder nur bedingt geeignet, weil die Mehrheit ihrer Mitglieder nicht auf dem Lande lebt." Deshalb sei nun die Politik gefragt. Eine Lösung des Problems erscheint Kossows Ausführungen zu Folge "dennoch möglich, wenn man die für die Anwerbung von Ärzten in Landregionen oder auch in unterbesetzten Bedarfsplanungsbezirken am Stadtrand direkt oder indirekt auf sozialrechtlicher Grundlage aus dem Gesundheitsfond finanziert."

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