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Zahl des Monats November 2014: 23,1 PROZENT

28.11.2014 17:56
Noch nie mussten gesetzlich Krankenversicherte so oft aus eigener Tasche in der Apotheke Zuzahlungen zu Arzneimitteln leisten. Aktuell sind nur noch 6,9 % aller Generika von der Patientenzuzahlung befreit. Aufgrund der regelmäßigen Senkung der Festbeträge durch den GKV-Spitzenverband bleibt vielen Generikaunternehmen kein Spielraum, Patienten durch zusätzliche Preissenkungen unter den Festbetrag von der Zuzahlung zu entlasten.

Arzneimittelhersteller haben grundsätzlich die Möglichkeit, die Patienten von der Zuzahlung zu entlasten, wenn sie ihre Preise um weitere 30 % unter den vom Spitzenverband festgelegten Festbetrag senken.

Aktuelle Auswertungen des Marktforschungsunternehmens INSIGHT Health  zeigen jedoch, dass der Anteil der zuzahlungsbefreiten Generika, der im Herbst 2007 30 % betrug, seit Jahren kontinuierlich sinkt und im September 2014 mit 6,9 % seinen niedrigsten Stand seit Einführung der Zuzahlungsbefreiungen erreicht hat. Dies hat zur Folge, dass Patienten noch niemals zuvor für so viele preisgünstige Generika eine Zuzahlung leisten mussten.

Viele Versicherte kennen den Effekt beim Zahnarztbesuch. Auch hier übernehmen die Krankenkassen oft nur einen Teil der Kosten. Ergebnis: Patienten müssen immer mehr aus der eigenen Tasche dazuzahlen. Im Bereich der Arzneimittel liegt der Grund in der Festbetragspolitik des GKV-Spitzenverbands: Aus dem jährlichen Absenken der Festbeträge resultiert ein "Kellertreppeneffekt" für Generikapreise, weil niedrigere Generikapreise wiederum in die Berechnung der nächsten Absenkung der Festbeträge im Folgejahr eingehen.

Und bei vielen Generika verdienen die Krankenkassen sogar doppelt: So wird zum Beispiel bei einer Packung eines Cholesterinsenkers, für die der Hersteller laut Festbetrag maximal 0,76  erstattet bekommt - ohne Berücksichtigung zusätzlicher Rabatte aus Rabattverträgen - eine Patientenzuzahlung von 5  fällig. Offenbar ein gutes Geschäft - aber nur für die Krankenkassen.

Editorial

RoskiHerausgeber
Prof. Dr.
Reinhold
Roski

 

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