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Zehn Jahre AOK-Facharztverträge in Baden-Württemberg

30.06.2020 12:24
Am 1. Juli 2010 begann in Baden-Württemberg die Versorgung im ersten AOK-Facharztvertrag für den Bereich Kardiologie. Mittlerweile nehmen über 2.800 Fachärzte und Psychotherapeuten aus 12 Fachgebieten an insgesamt sieben Verträgen teil. Seit 2013 bietet die AOK Baden-Württemberg ihr FacharztProgramm gemeinsam mit der Bosch BKK an. Zusammen mit dem Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung (HZV) verkörpern die Selektivverträge eine einmalige strukturierte Vollversorgung außerhalb des KV-Systems. Zeitgemäße Arbeitsbedingungen ohne Budgetierung ärztlicher Honorare und mehr Beratungszeit ermöglichen den Ärzten eine umfassend und nachweislich bessere Versorgung der Versicherten.

Wissenschaftliche Evaluationen wiesen etwa nach, dass Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit sogar länger leben als in der Regelversorgung. Aktuell haben sich freiwillig über 750 Tausend Versicherte im Facharzt- und 1,7 Millionen Versicherte im HausarztProgramm eingeschrieben. Für die Vertragspartner waren die Verträge nie als Versuchslabor konzipiert. Der Gesetzesrahmen wurde vielmehr dazu genutzt, die ambulante Versorgung freiwillig und auf wettbewerblicher Basis umfassend neu zu gestalten, was angesichts der Zunahme multimorbider und chronisch kranker Patienten immer wichtiger wird.

Zusammen mit dem Hausärzteverband und MEDI Baden-Württemberg schloss die AOK Baden-Württemberg deshalb bereits 2008 den bundesweit ersten HZV-Vertrag auf Vollversorgungsbasis. Ein fundamentaler Unterschied der Selektivverträge liegt in der strukturierten und verbindlichen Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten. Der Hausarzt fungiert als Koordinator mit direktem Draht zum behandelnden Facharzt, sodass dort insbesondere diejenigen Patienten zeitnah versorgt werden, die nach seiner Einschätzung fachärztliche Kompetenz benötigen. Inhaltlich liegt der Fokus auf der Identifizierung von Schwerpunktdiagnosen und darauf abgestimmter evidenzbasierter Versorgungspfade basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg kommentiert: „Durch die noch auf der Zielgeraden erreichten Änderungen im Faire Kassenwettbewerbs-Gesetz können wir auch künftig für die Menschen eine nachhaltige qualitätsgesicherte Versorgung gestalten, die auf den Empfehlungen des Sachverständigenrats Gesundheit zu zukunftsfähigen Strukturen aufbaut. Getragen von mittlerweile über 8.000 eng kooperierenden Ärzten und Psychotherapeuten ist das Haus- und Facharztprogramm eine echte Erfolgsgeschichte im deutschen Gesundheitswesen, die wir gemeinsam fortsetzen werden.” Im Herbst folgt bereits der nächste Vertrag für das Fachgebiet Pneumologie.

Budgetierung ärztlicher Honorare, fehlendes Vertrauen in die Reformfähigkeit des kollektivvertraglichen Systems und mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten waren und sind wichtige Motive für die Teilnahme an den Facharztverträgen. Dr. Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und MEDI GENO Deutschland betont: „Seit über zwölf Jahren verbessern passgenaue Strukturen vor Ort die Arbeitsbedingungen der Praxisteams und die ambulante Patientenversorgung gleichermaßen. Wir setzen deshalb in Baden-Württemberg in punkto Selektivverträge weiter auf das bewährte Vollversorgungssystem. Und mit dem SpiFA als starken Kooperationspartner wollen wir den Facharztverträgen zukünftig auch bundesweit mehr Schlagkraft verleihen.“ Eine wichtige Rolle spielt auch die Tätigkeit der derzeit rund 500 Entlastungsassistentinnen in der Facharztpraxis (EFA®). Sie wird seit 2014 gefördert und ermöglicht eine intensivere und verbesserte Betreuung der Patienten und entlastet so die Fachärzte bei wichtigen Routinearbeiten.

Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin bei der Bosch BKK ergänzt: „Die Verträge verschaffen den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten Zeit für eine intensive Versorgung und eine ausführliche Information und Beratung ihrer Patienten. So können vor allem chronische Krankheitsbilder besser beleuchtet werden: Gibt es beispielsweise Einflussfaktoren aus dem sozialen Umfeld, wie etwa Stress oder Belastungen, so kann der Patient ganzheitlich und individuell behandelt werden.” Dabei können im Sinne einer interdisziplinären Zusammenarbeit etwa auch Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der AOK oder der Patientenbegleitung der Bosch BKK zum Einsatz kommen, die den Betroffenen vertrauensvoll mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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