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Hydrophobes oder hydrophiles Acrylat: Linsenimplantate und Komplikationsrisiken

31.03.2016 16:20
Die Katarakt, gemeinhin auch als Grauer Star bekannt, ist einer der häufigsten Gründe für einen operativen Eingriff in Deutschland. Folglich kommt auch den eingesetzten chirurgischen Methoden und Materialien eine große Bedeutung zu. Das WIG2 Institut hat auf Basis einer retrospektiven Routinedatenanalyse die gesundheitsökonomischen Folgen unterschiedlicher Linsen-Materialien bei der operativen Behandlung des Grauen Stars untersucht. Der Vergleich von hydrophoben und hydrophilen Acrylat-Linsen zeigt auf, mit welchen Implantaten das geringere Komplikationsrisiko verbunden ist.

Abstract
Die Entfernung einer Katarakt, gemeinhin als Grauer Star bekannt, ist mit 850.000 bis 1.000.000 Fällen pro Jahr einer der häufigsten Gründe für einen operativen Eingriff in Deutschland. Die getrübten, körpereigenen Linsen werden in der Mehrzahl der Operationen durch künstliche Intraokularlinsen aus hydrophobem beziehungsweise hydrophilem Acrylat ersetzt (Lundström et al., 2012). Internationale Studien weisen in einem Vergleich der alternativen Materialien darauf hin, dass der Einsatz einer hydrophoben Linse mit geringeren medizinischen Langzeitkomplikationen, insbesondere dem Auftreten des sogenannten Nachstars, verbunden ist (Li et al., 2013; Duman et al., 2015). Anhand einer retrospektiven Routinedatenanalyse wurde die mit den unterschiedlichen Materialien verbundene Entwicklung und Behandlung dieser und weiterer Komplikationen sowie assoziierter Folgekosten für die deutsche Versorgungsrealität untersucht. Die Studie schloss insgesamt 650 Versicherte ein, die in 2011 eine Katarakt-Operation inklusive Linsenimplantat erhielten und insgesamt 3 Jahre nachbeobachtet werden konnten. Neben der Betrachtung der klinischen Daten wurden für die postoperative Nachbeobachtungszeit von 12 Quartalen auch ökonomische Effekte bewertet. Im Ergebnis zeigt sich, dass innerhalb von 3 Jahren die Komplikation eines Nachstars nach dem Einsatz hydrophober (28 % von 443 Patienten) Intraokularlinsen, verglichen mit hydrophilen Linsen (64 % von 207 Patienten), deutlich seltener behandelt werden muss und der Einsatz hydrophiler Linsen mit 145% höheren durchschnittlichen Nachbehandlungskosten verbunden ist.

Hydrophobic or Hydrophilic Acrylate: Lens Implants and Complication Risks
The cataract extraction is one of the most frequent surgeries in Germany. About 850.000 to 1.000.000 procedures are performed on a yearly basis. In most cases the clouded natural lens is replaced by a hydrophobic or hydrophilic acrylic intraocular lens (IOL) implant (Lundström et al., 2012). International evidence suggests a lower risk of long-term complications after surgery, in particular posterior capsule opacifications (so called “secondary cataract”), if a hydrophobic IOL was implanted (Li et al., 2013; Duman et al., 2015). The aim of this retrospective study was to assess the impact of different IOL material types on development of posterior capsule opacification, the associated treatment rates and other complications as well as associated follow-up costs in Germany. We included 650 patients who underwent cataract extraction and implantation of either an acrylic hydrophobic or hydrophilic IOL in 2011. We assessed clinical outcomes as well as associated economic effects in a 3-year follow-up. Secondary cataract that required laser capsulotomies occurred significantly less frequent in patients, who had received a hydrophobic IOL (28 % of 443 patients) compared to the group with hydrophilic IOL implants (64 % of 207 patients).Costs for postoperative treatment were 145% higher in the hydrophilic IOL group compared to the hydrophobic IOL group.

Keywords
Cataract, acrylic hydrophobic / hydrophilic intraocular lens, posterior capsule opacification, costs, secondary cataract

Dipl.-Math. Nils Kossack / Dipl.-Math. Christian Schindler / Dr. rer. oec. Dennis Häckl / Dipl.-Vw. Ines Weinhold

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Zitationshinweis : Kossack, N. etal: "Hydrophobes oder  hydrophiles Acrylat:  Linsenimplantate und Komplikationsrisiken", in "Monitor Versorgungsforschung" (MVF) 02/16, S. 58-62

 

Ausgabe 02 / 2016

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