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75 Prozent der Medizinstudenten fühlen sich schlecht auf den Arztberuf vorbereitet

Umfrage: Studierende bewerten Medizinstudium kritisch

3. Mai 2010

Viele Studierende beklagen die mangelnde Qualität des Medizinstudiums.So sagen nur 25 Prozent, dass das Studium sie gut auf die ärztlichen Prüfungenvorbereitet hat. Knapp ein Drittel fühlt sich schlecht gewappnet für ärztlicheTätigkeiten. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Centrum für Hochschulentwicklung,der Georg Thieme Verlag und die Universität Tübingen im Vorfeld des Symposiums„Medizinstudium 2.0“ durchgeführt haben. Mithilfe eineswebbasierten Fragebogens wurden bundesweit 300 Studierende befragt. Erhobenwurde ihre Meinung zu Rahmenbedingungen, Studium und neuen Medien imMedizinstudium. Die Qualität des Medizinstudiums an deutschen Universitäten wurdemit Schulnoten bewertet.

 

Trotz derkritischen Bewertung des Studiums würden fast 90 Prozent noch einmal Medizinstudieren, 78 Prozent halten die Berufsaussichten für Ärzte in Deutschland fürgut oder sehr gut. Allerdings bewerten nur 52 Prozent die Attraktivität desBerufes als gut. Noch schlechter sieht es bei den Arbeitsbedingungen aus: 45Prozent geben die Note 5 oder 6. Zudem nimmt die Attraktivität des Berufes mitfortschreitendem Studium ab. Während bis zum vierten Semester 62 Prozent gutsagen, sind es im 11. bis 14. Semester nur noch 48 Prozent.

 

Nutzungelektronischer Angebote sehr unterschiedlich

Auf die Frage,wie Studierende heute lernen und in welchem Umfang sie elektronische Mediennutzen, gibt es keine einheitliche Antwort. In der Nutzung elektronischer Angebotezeigen sich enorme Unterschiede. Jeder Vierte nutzt eLearning Angebote dereigenen Universität mehrmals pro Woche, fast 25 Prozent aber haben angegeben,sie selten oder nie zu nutzen. Am häufigsten nutzen Studierende diefachspezifischen Angebote von Google und Wikipedia. Zwei Drittel der Befragten(Wikipedia) bzw. fast drei Viertel (Google) gaben an, diese Angebote mehrmalspro Woche für das Studium zu nutzen.

 

Während Angebotewie Lehrvideos oder Online-Kurse noch keine große Rolle spielen – mehrals 85 Prozent der Befragten hat angegeben, Online-Kurse selten oder nie zunutzen – kommt dem Testen des eigenen Wissenstands mittels elektronischerExamensfragen eine größere Bedeutung zu. 40 Prozent nutzen diese Angebotemehrmals wöchentlich. Vor allem Studierende, die unmittelbar vor einer Prüfungstehen, schätzen diese Angebote.